Upload-Filter für YouTube u.s.w. [Copyright-Schutz Artikel 13]

  • Fand da einen Vergleich ganz schön den ich auf Twitter gelesen habe:


    "Keine filter drin" ist wie "Transportiere eine Waschmaschine innerhalb eines Tages von München nach Berlin" aber ein Transport mit einem Fahrzeug oder Flugzeug ist nicht vorgeschrieben.


    Good Luck

  • Aber wenn Artikel 12 schon so deutlich sagt, dass verlage die Urheber mehr ausbeuten dürfen, dann bezweifle ich mittlerweile, dass die einfach nur dumm sind.
    Die sind einfach absolute Superschurken!


    Das ist es ja: Die Politiker sind einfach nur dumm, weil sie nur das nachplappern, was ihnen Axel Springer und Konsorten vorgeben. Deren Rechtsverdreher hingegen sind die absoluten Superschurken, weil sie diejenigen sind, die die Urheberrechtsreform ausgebrütet haben und den Marionetten vorgelegt haben.
    Das Gefährliche an der Sache ist, zu glauben, die Politik würde die Gesetze machen. Aber das stimmt ja so schon lange nicht mehr. Konzerne schreiben die Gesetze, natürlich immer nur auf den eigenen Maximalprofit ausgerichtet, die gut geschmierte Politik setzt sie nur durch. So läuft das heutzutage.

  • Ich verstehe nicht, wieso Google nicht einfach seine Machtposition missbraucht und mal eben für 1 Monat, alle Ergebnisse aus der Suche killt. Die Besucherzahlen der Verlage, dürften in den Keller rauschen, ebenso die Einnahmen und spätestens dann merken die was :p

  • Ja, gerade mit der Link-Steuer für Zeitungsartikel schneiden die sich doch ins eigene Fleisch. Als ob Google sagen würde: "Oh, ja gerne zahle ich euch dafür Geld, dass ihr bei uns in der Suchmaschine angezeigt werdet." Die werden dann einfach die Links rausnehmen und die Aufrufe wie schon gesagt werden dann wahrscheinlich deutlich in den Keller gehen. Wundert mich, dass das wohl keiner sieht oder wahrhaben will.

  • Ich verstehe nicht, wieso Google nicht einfach seine Machtposition missbraucht und mal eben für 1 Monat, alle Ergebnisse aus der Suche killt. Die Besucherzahlen der Verlage, dürften in den Keller rauschen, ebenso die Einnahmen und spätestens dann merken die was :p

    Leider finde ich die Quelle nicht mehr, aber angeblich hat Google bereits in einem kleineren Land getestet was passiert wenn man die "Snippets" (also Ausschnitte aus Webseiten) aus der Suche entfernt und nur noch Ergebnisse anzeigt, die Klickrate auf diese Seiten ohne Text-Zitat ging um rund 80% runter war dort zu entnehmen.

  • Leider finde ich die Quelle nicht mehr, aber angeblich hat Google bereits in einem kleineren Land getestet was passiert wenn man die "Snippets" (also Ausschnitte aus Webseiten) aus der Suche entfernt und nur noch Ergebnisse anzeigt, die Klickrate auf diese Seiten ohne Text-Zitat ging um rund 80% runter war dort zu entnehmen.

    Ja, hatte ich auch irgendwo gelesen.

  • Naja, so einfach ist das eben nicht für Google. Schließlich geht es Google eben darum den Nutzern relevante Ergebnisse zu liefern (weswegen Leute auch kein Bing verwenden). Klar könnten die einfach diese Seiten dann nicht mehr verlinken um den Seiten zu zeigen das die auf Google angewiesen sind. Jedoch verliert Google dann ebenso weil es den Nutzern dann weniger relevante Ergebnisse geliefert werden.


    und von denen Geld verlangen

    Adwords ?

    EDIT:
    Mal davon abgesehen ist es ja nicht so als wäre das Leistungsschutzrecht neuland, in Deutschland haben wir das doch schon seit 2013 (?) woraufhin sich Google mit den deutschen Verlägen geeinigt hat (glaube am Ende hat man sich auf eine max. Anzahl an Zeilen in den "Google News" geeinigt ohne das google bei dieser Einhaltung irgendwas an die Verläge zahlen muss).
    Macht das ganze natürlich nicht besser, allerdings halte ich das ganze eher für eine Gefahr für kleinere Anbieter aus dem europäischen Raum.

  • Nur mal so: Habe gestern gerade mit einem Musikerkollegen in netter Atmosphäre diskutiert. Der Gute ist halb so alt wie ich, aber so wie es mir vorkommt, hat er weitaus antiquiertere Ansichten zum Thema als ich. Er ist, im Gegensatz zu mir allerdings auch Gema Mitglied. Wenn man ihn fragt warum, sagt er: "Weil die meine Werke schützen". Nun fragte ich ihn, wozu wir denn noch Artikel 13 brauchen, wenn die Gema eh schon seine Werke schützt. Dazu fiel ihm nichts ein. Am Ende hatte ich das Gefühl mit einem Sprachroboter zu sprechen, der immer nur die selben Phrasen wiederholte, nämlich zum Beispiel, daß im Netz und gerade auf YouTube "geklaut würde was das Zeug hält" und "der Gesetzgeber mal endlich was dagegen machen muss".


    Dazu muss gesagt werden, daß der Gute durchaus Netzaffin ist. Er schaut gerne Let's Plays von Gronkh und seiner Clique. Er ist auf Facebook und Twitter sehr aktiv und hat zum Thema Meinungsfreiheit (auch im politisch unkorrekten Bereich) durchaus eine vernünftige Haltung. Nur diese Rechtegeschichte scheint er nicht so recht gerafft zu haben. Ich habe ihm sicher mehrere Dutzend Male erklärt, daß es den Uploadfilter defakto auf YouTube mit dem Content ID System schon gibt, daß dieser oft zu scharf schiesst und false positives am laufenden Band produziert. Ich habe ihm auch AUSFÜHRLICH erklärt, daß ich auf YouTube mit meiner eigenen Musik, die ich in meinen Videos verwende, Geld verdiene, weil mein Vertrieb meine Videos monetarisiert. Ja, ich bekomme jedes Mal, wenn ich MEINE EIGENE Musik verwende eine Copyrightmeldung. Ich habe ihm ebenfalls die "YouTube Music Policies"-Seite gezeigt, ihm sie erklärt und ihm auch erzählt, daß ich in regelmässigen Abständen Musik von Künstlern, deren Musik ich sehr mag, in meinen Videos ohne Probleme verwende und die Rechteinhaber durch Schaltung von Werbung in meinen Videos entschädigt werden.


    Ich habe als Dozent in der Erwachsenenbildung gearbeitet, teils mit Menschen mit psychischen Einschränkungen. Ich bin mir insofern sicher, daß ich auch komplizierte und ungewohnte Dinge, Menschen vermitteln kann. Bei den Urheberrechtstaliban unter den Künstlern renne ich aber regelmässig gegen die mentale Wand. Ich denke, so sind auch diese Politiker verkabelt, die einfach überhaupt gar keiner logischen und sachlichen Argumentation zugänglich sind.

  • Die Verlage und Zeitungen WOLLEN doch bei Google gelistet werden.

    Klar, darum geht es denen ja auch nicht. Die suchen nur verzweifelt Möglichkeiten mehr Geld von irgendwo her zu bekommen. Und das was sie jetzt vorhaben sehen sie als letzten Rettungsanker. Das der aus Salzteig ist hat der Voss denen nur nicht erklärt (weil er es selber nicht versteht).

  • Klar, darum geht es denen ja auch nicht. Die suchen nur verzweifelt Möglichkeiten mehr Geld von irgendwo her zu bekommen. Und das was sie jetzt vorhaben sehen sie als letzten Rettungsanker. Das der aus Salzteig ist hat der Voss denen nur nicht erklärt (weil er es selber nicht versteht).

    Genau das.
    Man versucht einfach, ein überholtes Geschäftsmodell am Laufen zu halten. Erst wollten Springer und Co Adblocker gesetzlich verbieten lassen. Das hat nicht funktioniert. Dann kam die Paywall. Da aber kaum jemand für schlecht geschriebene Artikel oder kopierte Meldungen von der DPA Geld bezahlen möchte, ist das auch nicht so das Gelbe vom Ei. Also will man jetzt Geld dafür, dass man von den Usern auf Google gefunden werden kann. Dass man ohne Google noch viel weniger Nutzer hat, blendet man aus.


    Und grade in Zeiten, in denen die EU und die Regierungen so gerne über "Fake-News" und "russische Einflussnahme" und dergleichen diskutieren, wird das mit der Linksteuer noch mal geiler. Denn die ganzen halbseidenen "News"-Seiten werden natürlich kein Geld für ihre Listung verlangen. Das bedeutet im Umkehrschluss: tendenziöse Seiten könnten deutlich prominenter platziert werden. Jaja, dieses Internet ist Neuland und keiner weiß so richtig, wie das geht, aber Google ist schlecht mkay?

  • @alionsonny
    Wir sollten uns vlt. auch eingestehen das die meisten Nutzer hier im Forum, jedenfalls jene die LPs oder streams machen, eher noch nicht Opfer von unberechtigter Verbreitung oder Verwertung wurden. Bei mir ist immer die FaceCam im Bild oder die Tonspur hat das Mic. drüber. Selbst wenn das jmd. wo anders hochladen würde, wäre ersichtlich um wen es sich handelt / wer spricht.


    Ein guter Freund von mir ist seit Jahren im graphic design Bereich tätig und arbeitet z.B. an Kindertrickserien. Im Zuge dessen entwirft er immer wieder 2D und 3D Modelle von Figuren oder andere Assets welche er, meistens über Agenturen, an Produzenten von solchen Sendungen verkauft. Gleichzeitig tauscht er sich halt im Internet mit anderen Kreativen über deren Werke aus. Dabei hat er dann, in einem geschlossenen Forum, eins seiner Werke ausgestellt, zwecks einer geschlossenen Ausstellung halt.


    Ein paar Tage später war es schon geschehen und sein Konzept landete zuerst auf Deviantart. Das erkannte er aber erst Wochen später, so half es auch nichts das Deviantart es auf Meldung sofort entfernt hatte. Da er da richtig sauer war fing er an per google search entdeckt das noch mehr Seiten sein Material online hatten. Also musste er sich an pixsy.com wenden um mit deren Dienst, sein Material im Internet zu finden und sich um takedowns zu kümmern.


    Ein paar Tage später bekam er dann einen ersten Bericht über die Sichtung. hoodietime und aliexpress hatten mitlerweile schon von sich selbst oder von dritt anbietern Kleidung mit seinem Entwurf im Angebot. Er fühlte sich zum einen wirklich bestohlen da andere sich entweder mit seiner Schöpfung bereicherten oder deren ohne Nennung seines Namens verteilten. Verwenden konnte es diese design Kette ebenfalls nicht mehr da die meisten Abnehmer exklusivität bei der kommerziellen Verwertung erwarten.


    Fehler hat er bei sich selbst gesucht: Hätte er Wasserzeichen verwenden sollen ? Agenturen sehen sowas wohl nicht gerne und für Ausstellungszwecke, in einem geschlossenen Forum, hat er nicht erwartet das dies nötig wär. Selbst dann - einige sind wohl so geübt in Photoshop das die Wasserzeichen ohne Probleme retuschieren.


    Hätte ihn ein upload hier gerettet ? Nur wenn man bei Deviantart Werke einschicken kann die halt explizit vom Filter blockiert werden sollen. Wird solch eine Umsetzung alle Probleme haben die Uploadfilter sonst haben ? Klar. Es wird wahrscheinlich mehr Kollateralschaden geben als das der Nutzen es würdigt.


    Allerdings kann ich ihm auch nicht absprechen das er die Meinung vieler Leute "das hinter Art. 13 einzig Große Lobbyisten stehen" als einseitig hält.

    Bei den Urheberrechtstaliban unter den Künstlern renne ich aber regelmässig gegen die mentale Wand. Ich denke, so sind auch diese Politiker verkabelt, die einfach überhaupt gar keiner logischen und sachlichen Argumentation zugänglich sind.

    Daher sollte man vlt. auch sachlich bleiben (Urheberrechtstaliban finde ich genau so wenig angebracht wie Vergleiche mit Regimen aus der Zeit von 1933-1945 - wie sie so häufig auf twitter kursieren. Ich glaube nicht das unser Leid von "false positives" mit dem Leid derer welche von den Taliban enthauptet wurden weil sie weiblich sind und zur Schule gehen wollten vergleichbar ist. Von einem "Dozent in der Erwachsenenbildung" hätte ich das nicht als Standard für Sachlichkeit erwartet) und akzeptieren das es berechtigte Interessen hinter einem verstärkten Schutz auf Urheberrechten im Internet (nicht nur Youtube) gibt.



    Früher hätte man wohl gesagt das es keine einzigen Filter im Internet geben sollte, der Freiheit wegen. Das war aber auch noch in einem Kontext wo nicht jeder und alles mit dem Internet verbunden war. Da konnte man noch sagen "Wenn du nicht willst das du (oder deine Werke) verbreitet werden - halte es fern vom Internet" - gerade bei Medialenwerken ist das jedoch undenkbar. Ist ContentID also die Antwort ? Ein wahrhaftig fehlerbehaftete und evtl. zum Missbrauch offenene ja. Aber gibt es eine Alternative für Platformen wir Youtube, Instagram, etc ? Gar keine Antwort auf das Problem lässt halt auch jene außen vor die berechtigt wollen das Ihre Schöpfung geschützt wird.

  • Allerdings kann ich ihm auch nicht absprechen das er die Meinung vieler Leute "das hinter Art. 13 einzig Große Lobbyisten stehen" als einseitig hält.

    das ist aber der Fall. Die Urheberrechtsreform wurde nicht von den Kreativen angestoßen. Sie wurde von den Verwertern angestoßen. Von denen, die für kleines Geld kreative Arbeiten aufkaufen und sie dann vergolden.
    Und mit der Reform (vor allem Artikel 12) wird der Kreative, der eigentliche Schöpfer, noch mehr beschissen. Denn jetzt sind die GEMA und die Verleger nicht nur Rechteinhaber und -vertreter, sondern "Mitschöpfer", bekommen also noch mehr Geld als vorher und der eigentliche Kreative noch weniger. https://www.freischreiber.de/a…r-eu-urheberrechtsreform/
    Und der von Voss vorgelegte Text ist nahezu eine 1:1 Kopie der Forderungen, die der Bertelsmann-Verlag geäußert hat. Hier wird nichts für den Kreativen getan. Der kleine Kreative, der ohne Verwerter auf sich allein gestellt ist, wird keinen besseren Schutz vor unrechtmäßiger Verbreitung haben, und diejenigen, die unter der Knute eines Verwerters stehen, werden noch mehr geschröpft.


    Und die eigentliche Problematik dieser Uploadfilter oder Content-ID-Systeme liegt nicht nur in den False Positives oder der kompletten Ignoranz gegenüber rechtmäßiger Verwendung. Sondern auch darin, dass damit relativ leicht negative oder unerwünschte Berichterstattung unterdrückt werden kann. Das passiert jetzt schon auf Youtube. (Man mag negative Berichte über sein Produkt nicht, obwohl dieses im Rahmen von Fair Use o.ä verwendet wurde? Take-Down-Notice mit Copyright-Verstoß, und Youtube nimmt das erstmal runter).
    Und schaut man sich den Schwachsinn an, der in den letzten Jahren im Zuge von Internet-Gesetzen verbrochen wurde, ist die Idee eines "erweiterten" Upload-Filters, der dann auch kritische Berichte und "Fake-News" filtert, gar nicht so abwegig. Und sieht man sich an, wie die Politk auf den Protest im Internet reagiert ("Mob", "Bots", "Google-gesteuert"), dann gehört leider nicht viel Fantasie dazu, um sich auszumalen, was da im Namen von "Demokratie und Freiheit" gefiltert werden könnte.

  • Die Demo in Berlin war ja relativ umstritten, aus verschiedenen Gründen.

    • Hatte eher Ähnlichkeit mit einer Love Parade als mit einer Demo, obwohl niemand tot getrampelt wurde. Glaube ich. Die Musik hat alles überschattet. Da kann man dazu stehen wie man will, laut war es definitiv, aber ob man was von der Message mitbekommen hat ... Das ist aber angeblich ein Berliner Ding. Ich weiß ja, dass @DarkHunterRPGx einen an der Waffel hat, aber ganz Berlin ... uff :D
    • Als dann ein Jodler-Duo ans Mike gesteppt ist und sich das angehört hat, als würde man lebende Katzenbabys häuten, dann war irgendwie mein Verständnis für das "Berliner Ding" leicht weg. Ernsthaft ... schrecklich.
    • Ein spezieller "Künstler" hat den Demo-Wagen wohl als "mobilen Merchshop" betrachtet und die Sache recht stark für sich ausgeschlachtet. Gut, war zu erwarten, dass das in einem gewissen Rahmen passiert, in dem Maße hat's mich aber auch genervt.
    • Die Qualität der Reden schwankte. Es waren gute dabei, bessere als in Köln teilweise, aber einige waren halt wenig routiniert und relativ leise.
    • Eine Ausnahme, aus meiner Sicht eine rühmliche Ausnahme, aus anderer Sicht eine umstrittene Ausnahme, war die Rede von HerrNewstime, in der er Artikel 13 den totalen Krieg erklärt hat. Ich fand die Rede saugeil.

    An die, die dabei waren oder sich den Stream gegeben haben: Wie fandet ihr's? Wie fandet ihr die Rede von Newsie?


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