Welchen Job würdet ihr ausüben, wenn ihr nicht vom Gehalt abhängig seid?

  • Mal angenommen, es gäbe irgendwann das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE = https://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen) und ihr wärt nicht mehr davon abhängig, einen gut bezahlten Job zu haben, um überleben zu können.


    Welchen Job würdet ihr danach ausüben? Bzw. welche Tätigkeit. Ob das BGE zum Überleben ausreicht, mag in Dorfgegenden womöglich funktionieren, in teuren Großstädten eher weniger. Deswegen gehe ich davon aus, man wird eine entgeltliche Tätigkeit durchführen, die aber nicht wegen des Geldes, sondern der Leidenschaft oder dem Interesse ausgeführt wird.


    Gerade soziale Berufe könnten dadurch attraktiver werden, aber mich würde interessieren, was euch dann vorschweben würde.

    Und um Antworten wie "erstmal chillen" zu vermeiden -> es geht um die Zeit danach :D es geht tatsächlich um eine Tätigkeit, die ihr gerne durchführen würdet, es derzeit aber wegen des womöglichen geringeren Gehaltes nicht tut.


    Ich überlege erstmal, da ich tatsächlich derzeit nicht wüsste, welchem Bereich ich mich widmen würde.


    Bin gespannt auf eure Antworten.


    Grüße Darki

  • Ich würde meinen Beruf weiterhin ausüben. Vielleicht nicht mehr in Vollzeit. Aber aufhören würde ich definitiv nicht.


    Ich bin gelernter Garten und Landschaftsbauer. Seit inzwischen 4 Jahren bin ich jedoch bei Toom angestellt. Und darf zumindest weiter das ausüben was ich liebe. Pflanzen heranziehen und mich daran erfreuen wenn diese anfangen zu wachsen bzw. zu blühen. :)

  • Ich würde meinen jetzigen Beruf auch nicht ändern wollen - arbeite in der IT.

    Dafür macht mir mein Job, ähnlich wie Dat_Kneggebrot, einfach zu viel Spaß. Wahrscheinlich würde ich für 2-5 Jahre gar nichts ändern, um ordentlich Geld ansparen zu können. Dann würde ich anfangen, meine Arbeitszeiten zu reduzieren - vielleicht eine 4-Tage-Woche?

    Die daraus resultierende Freizeit würde ich in meine Hobbys stecken: Tischtennis, Fußball, YouTube & allgemein Technik sowie Technologie. Und vielleicht, wenn alles perfekt laufen sollte, könnte ich dann irgendwann aus meinen Hobbys ein zweites Einkommen generieren.


    Rein theoretisch stehe ich dem BGE positiv gegenüber.

    Praktisch weiß ich noch nicht, ob bzw. wie es funktioniert und finanziert werden soll. Ich habe ein bisschen die Befürchtung, dass zu viele plötzlich aufhören würden, arbeiten zu gehen (weil sie es nicht mehr müssen) und das der Wirtschaft stark schaden würde. Und ob viele dann irgendwann wieder anfangen würden zu arbeiten, muss sich zeigen.


    Vielleicht sollte man das Konzept leicht überdenken und statt einem BGE eine Art "Arbeitsförderende, monetäre Spritze/Zusatzzahlung" einführen. Sodass jeder, der "arbeiten geht", im Monat "ein Zusatzeinkommen" erhält, unabhängig von der Tätigkeit. Das würde zumindest Ausbildungen viel attraktiver machen.

    Naja, das ist nur so eine Überlegung meinerseits.

  • dass zu viele plötzlich aufhören würden, arbeiten zu gehen (weil sie es nicht mehr müssen)

    Also ich kenne jetzt nicht viele Leute, die mit 1200€ monatlich, wo natürlich noch Abgaben wie Krankenversicherung etc. dazukommen, auskommen.

    Alleine meine Miete verschlingt 700€ im Monat. Wenn ich alle anderen Fixkosten mit dazurechne, sind die 1200 fast weg, bevor ich mir n Stück Brot kaufe. Und das wird sicher nicht nur mir so gehen ^^


    Glaube nicht, dass so viele sofort aufhören würden zu arbeiten. Weniger ja, aber komplett aufhören glaube nich

  • Würde genau so weitermachen wie jetzt auch, also selbstständig arbeiten, Unternehmen aufbauen. 1200 Euro wäre das, was ich in etwa nach meiner Ausbildung hatte. Damit konnte man schon damals keine großen Sprünge machen. Käme für mich also nicht in Frage, es wäre vielleicht nett davon aufgefangen zu werden, aber in meinen Augen keine Perspektive.

  • Es gibt kein bedingungsloses Grundeinkommen, weil es an die Bedingung geknüpft ist, dass es von irgendjemanden erwirtschaftet werden muss.


    Glaube nicht, dass so viele sofort aufhören würden zu arbeiten. Weniger ja, aber komplett aufhören glaube nich

    Dann kennst du die Natur des Menschen schlecht. Wir sind Lebewesen, die möglichst wenig Energie verbrauchen wollen. Und wenn jetzt ein Anreiz da wäre, einfach fürs Nichtstun 1200 € zu erhalten, dann wird der auch genutzt. Ich finde es extrem unmoralisch und parasitär, andere dafür arbeiten zu lassen, damit weniger Produktive jeden Tag ausschlafen und einen zehnstündigen Netflix-Marathon einlegen können. Solche Anreize haben in einer Leistungs- und Industriegesellschaft nichts verloren.

  • Ich würde weiterhin im Büro tätig sein.. vielleicht nicht im Fensterbau so wie jetzt aber definitiv irgendwas verwaltungstechnisches .. ist zumindest das wahrscheinlichste


    Ist in meinen Augen immer ein wenig schwer zu sagen .. viele würden sich vermutlich auch einfach ein wenig durch probieren gibt da ja genug Möglichkeiten .. ich würde vielleicht Mal das schmieden aus probieren aber um das gewerblich zu machen fehlt mir vermutlich die Kraft

  • Würde ich ein monatliches Taschengeld von 1.200 Euro bekommen, würde ich nichts ändern – also nicht Krankenpfleger oder Müllmann werden. Von diesem Taschengeld könnte ich zwar locker leben und trotzdem mein Sparschwein füllen, aber mehr ist immer gut. Ich würde selbst mit einem dicken Lottogewinn nichts Großartiges an meinem Leben ändern, weil ich damit grundsätzlich einfach sehr zufrieden bin.

  • Dann kennst du die Natur des Menschen schlecht. Wir sind Lebewesen, die möglichst wenig Energie verbrauchen wollen.

    Hast du eigentlich meinen Post weitergelesen als nur die ersten drei Worte? ^^ Es ging doch darum, dass viele mit 1200€ ihren Lebensunterhalt gar nicht decken können. Dann sagst du zu mir das das Menschen halt schon können, weil das ihre Natur sei. What? Wenn kein Geld da ist, ist kein Geld da und man muss trotzdem arbeiten.

    Und wenn jetzt ein Anreiz da wäre, einfach fürs Nichtstun 1200 € zu erhalten, dann wird der auch genutzt.

    Oh nein .. und das gibts jetzt ja auch überhaupt nicht. Oh wait, doch gibt es - Hartz IV.


    Leider sind es genau solche Vorurteile, die das gesamte Konzept immer wieder in Frage stellen. Natürlich gibts absolute Arschlöcher auf der Welt. Aber es gibt eben auch das Gegenteil. Du kannst doch nicht alle über einen Kamm scheren.

    Hey, auf youtube gibt es richtig ekelhafte Parasiten, die Content von anderen klauen und damit erfolgreicher sind. Ey ironsight89 du bist eklig, weil du ja auch ein Mensch bist und das tust bzw. tun könntest - ohne das es bisher überhaupt eingetreten ist.

  • Ich würde alles auf den Boden schmeißen und hauptberuflich Letsplayer werden! Klar, wäre schon schön, sich in Ruhe ohne Druck sich seine Selbstständigkeit aufzubauen (jetzt ohne LPs und so) nur ich denke, dass die Gesellschaft da noch gar nicht bereit für ist. Die Leute verlieren ja schon ihren Verstand wenn man sagt, dass man keine 40h Woche haben möchte. Wie kannst du nur du faules Stück du!!

    Die Frage ist, ob ein BGE die Leute eher motivieren würde, in soziale Berufe zu gehen. Ich selber habe mehrere in der Verwandtschaft, die in solchen Berufen arbeiten und mich selber würde da nicht nur das Gehalt stören. Als ich noch Vollzeit gearbeitet habe, hätte ich auch nichts anderes gemacht als die anderen Leute hier im Thread. Jetzt im Studium wäre das BGE natürlich toll, da einem dann noch mehr Optionen bereitstehen würden wie eben ein sozialer Beruf. Wahrscheinlich würde ich es trotzdem nicht machen, da ich ein Arbeitgeber haben will der mich wertschätzt. Und warum sollte der dann noch über mehr Vergütung nachdenken. Würde ich solchen Heuschrecken nicht gönnen, mich dann noch für die krumm zu machen.

  • Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mit BGE zumindest deutlich reduzieren würde. Sprich auf 20 oder 30 Std zu reduzieren bzw. die freie Zeit zu nutzen um mich selbst etwas besser verwirklichen zu können - auch auf Youtube, ja.

    Ganz aufhören, dafür wären die 1200€ auch bei mir zu wenig.


    Grundsätzlich halte ich die Idee eines BGE aber schon für gut, zumindest in der Hinsicht da mit zunehmender Automatisierung zukünftig auch die Anzahl vernünftiger Jobs immer weniger werden wird.

    Bullshit Jobs oder Berufe die unterbezahlt werden, sollten aber, wo möglich entfallen. Der Druck, solche Arbeit ausführen zu müssen, würde damit weitestgehend verschwinden. Die Menschen wären freier in ihrer Berufsentscheidung bzw. allgemein in ihrem Lebensplan. Gleichzeitig müssten Firmen dafür sorgen dass zum einen Berufe sinnstiftend und zum anderen auch vernünftig entlohnt werden, damit diese auch ergriffen werden. Ich finde schon, dass sowas sinnvoll wäre!


    Aber klar, sowas steht natürlich der jetzig wirtschaftlichen Denke komplett im Weg, der Niedriglohnsektor wäre ja komplett in Gefahr, es gäbe gar keine Handhabe mehr für 1€ Jobber, usw. Das würde den Markt schon gewaltig umkrempeln und vermeintlich nicht zum Positiven der Wirtschaft, jedenfalls nicht kurzfristig - und daher ist das auch vollkommen unrealistisch.


    Ob eine Finanzierung eines solchen Projektes denkbar wäre, kann ich nicht beurteilen. Es würde aber auch ein theoretisch enormes Einsparpotenzial in der öffentlichen Verwaltung geben. Gleichzeitig müsste die Besteuerung aber sicher anders gestaltet werden, denn Geld gäbe es in Deutschland ja nicht unbedingt zu wenig - es ist nur wie Volker Pispers so schön zu sagen pflegte "falsch verteilt".

    Andererseits weiß ich aber auch welche Reaktionen eine mögliche Änderung der Verteilung hervorrufen würde, das Kapital ist ja schließlich ein scheues Reh :-)

    Eine Umsetzbarkeit nur im nationalen Rahmen ist wohl nicht möglich, da müsste schon größer gedacht werden. Und dann bleiben natürlich auch immer die Fragen über, was bedingungslos tatsächlich bedeutet, es würde definitiv eine noch größere Sogwirkung für Menschen aus der dritten Welt entstehen, was das Kartenhaus endgültig zum einstürzen brächte.


    Alles schöne Fiktion, ich sehe auch nicht, warum eine 40h / Woche ein Leben lang die einzig akzeptierte Realität sein sollte, aber ich gehe nicht davon aus, dass ich sowas "noch" erleben werde.

  • Ändert aber nichts daran, dass das Potenzial vorhanden ist und auch ausgenutzt werden wird.

    Das hat aber doch niemand bestritten. Alles wird ausgenutzt, war schon immer so, wird immer so sein. BGE wird nicht das letzte sein was ausgenutzt werden würde. Schau dir die ganzen ALGII Betrüger an, die großen Konzerne die Steuern umgehen etc. - alles wird ausgenutzt.

  • Ich würde wahrscheinlich das Gleiche machen, was ich jetzt auch machen würde: Spiele entwickeln. Meine Hauptproblem ist nicht, was ich arbeiten will (den Traum hab ich mir erfüllt), sondern eher wo. Als Deutscher hab ich leider gewisse Ansprüche, was Arbeitsschutz, Versicherungen und Co. angeht und da kommen dann viele Optionen gar nicht mehr in Frage. In den meisten Ländern hätte ich eine Sprachbarriere, die allerdings in den attraktivsten Ländern durch Englisch wegfällt.


    Auf jeden Fall arbeite ich jetzt auch nicht wegen des Gehalts in der Branche. Bisher macht es noch genug Spaß, dass ich über die Einkommenslücke zwischen meiner Branche und anderen IT bezogenen Branchen hinwegsehen kann.

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