Spamkneipe 14 - Nachschlag

  • gehöre generell auch nicht zu den Leuten die sich sofort aufregen wenn Gamestar oder ein anderes größeres Magazin einem Call of Duty mal nicht so viel Kritik entgegenwerfen wie von manchen Spielern gefordert, und rufe dann "DIE WURDEN GEKAUFT!1"

    :D Sehr beruhigend ... letztendlich geht man als Spieletester auch mit ein wenig umfassenderen Kriterien an ein Spielerlebnis heran als 'holt mich emotional ab' oder 'Spielprinzip gefällt/gefällt nicht'. Eine zu emotionale Meinung führt einen bei der Bewertung immer gerne in die Irre, da ziehe ich eine auf Fakten basierende Ansicht immer vor. Ich hatte zum Beispiel einiges an Kritik einstecken müssen, als ich Conan Exiles vergleichsweise hoch bewertet habe, aber viele Leute kannten das Spiel auch nicht gut genug, um einige der von mir gelobten Mechaniken bemerkt zu haben - weil sie eben nicht so offensichtlich waren bzw. eher im Midgame-/Endgamebereich vorhanden. Die sieht man schlicht nicht, wenn man mal 5 Stunden zockt und dann abbricht, weil man nicht ins Spiel gefunden hat.


    Wobei ich momentan echt überrascht bin, wie sehr die Leute in den Kommentaren 'Fallout 76' niederbrüllen - es ist noch nicht erschienen, als PCspieler kann man das noch nichtmal anzocken momentan, also hab ich dazu auch noch keine Meinung.

  • Die sache mit Fallout 76 erinnert mich ein wenig an die Bloodborne-Petition wo manch einer davon geredet hat, dass die Entwickler die Spieler hintergangen hätten indem sie Bloodborne nur für eine Plattform rausbrachten und das nachdem man Dark Souls schon erfolgreich auf den PC brachte. :D


    Eine gewisse Meinung habe ich schon, jetzt nicht bezüglich das wird gut oder schlecht sondern einfach ob mir das Konzept zusagt. Ich bin gespannt wie es weiter geht. Die ich kauf es mir/kauf es mir nicht haltung tritt eh erst weit nach Release mit genügend Infos auf. Aktuell lohnt es sich nicht, sich den Kopf über dieses Spiel zu zerbrechen.


    Abwarten und Tee trinken, ich halte zwar auch gerne meine "Hass"-Monologe über die Entscheidungen mancher Publisher was etwaige Politik angeht, nur sollte man genau überlegen ob diese auch gerechtfertig sind bevor man sie gemäßigt von sich gibt.

  • Gerade was Jumpscares angeht in Filmen und Spielen, bin ich schnell mal raus. Nicht weil sie Gruselig sind, sondern weil sie einfach nerven.

    Viel fieser ist es eh, wenn eine Bedrohung die ganze Zeit da ist, dich aber nicht direkt angreift, sondern dir ständig das Gefühl gibt, dass sie jederzeit angreifen könnte. Das macht Shadow of the Tomb Raider sehr gut. Ehe die Bedrohung das erste Mal so richtig gezeigt wird, sieht man ständig nur Schatten, hört Schnaufen oder Schreie in der Nähe. Das ist echte und gute Nervenzerstörung :D

  • Danke, die Glückwünsche haben gewirkt, hab eine 1.0 auf die Präsentation und eine 1.1 insgesamt! *freu*

    Yay, Gratulation :) klingt nach einem vollen und verdienten Erfolg ^^


    Keine andere Branche bringt so wenig wissenschaftliche Paper raus (ist echt kacke, wenn man das studiert -.-),

    Da kenne ich nur das andere Extrem: zu einem Thema dermaßen viele wissenschaftliche Paper, dass man erstmal mühsam sichten muss, was man von all dem bislang veröffentlichten Scheiß wirklich braucht, und dann muss man erstmal alles, was das Vorsortieren gebracht hat, lesen ..wuah. Aber ich gebe zu, mit einem Geschichtsstudium hatte ich mir damals auch eine der leselastigsten Richtungen ausgesucht, die man sich denken kann. Mittelweg wäre gut ^^
    Vermute aber auch, dass viele der Studierenden und Lehrenden noch sehr vom allgemeinen Konkurrenzgedanken, der zwischen den Studios und allgemein in der Branche lebt, beseelt sind und man ungern Wissen teilt, das einem selbst nützlich ist - ganz egal, welchen Bärendienst man da den Nachfolgenden mit erweist.


    schon gar nicht, wenn es die Presse zum ersten Mal in die Hände kriegt, denn da muss ja bereits alles perfekt sein.

    Das ist eine lobenswerte Einstellung :D aber wenn ich bedenke, wie oft ich bereits relativ bugverseuchten Kram auf dem Tisch hatte, scheint sie kein Standard zu sein. Am tollsten sind Indiegames kurz vor und um Releasezeitpunkt, wenn das erste Feedback der Steamuser eingeschlagen ist und die Entwickler trotz Early Access Phase merken, dass einige ihrer Features nicht sonderlich beliebt sind. Dann gibt es auch mal jeden Tag einen bis zwei Patches, bei denen der Spielejournalist frei dreht, weil man im Zweifel den Text, den man pünktlich zu Release mit der getesteten Vorreleaseversion fertig hatte, in die Tonne kloppen muss, da sich einige wichtige Aspekte grundlegend geändert haben ... das ein paar Mal hintereinander und man hat auch erstmal keinen Bock mehr. :D


    Ich hoffe, du hast mich da nicht falsch verstanden: Ihr macht einen tollen Job und ich bin dankbar dafür, dass es Menschen gibt, die sich die Mühe machen um Produkte zu testen, Interviews zu machen und aktiv dafür kämpfen, dass Spiele nicht als "Kinderkram" abgetan werden.

    Keine Sorge, ich bin jetzt nicht auf dem Kriegspfad oder sowas, denn viele der Kritiken, die man gerade dem Onlinebereich des allgemeinen oder auch spielespezifischen Journalismus anbringen kann, teile ich. Ich gehöre da zu den Menschen, die sehr "oldschool" in ihren Vorlieben sind, ich bevorzuge Inhalte über Clickbait, Nachhaltigkeit vor schneller Schlagzeile. Aber ich sehe auch die andere Seite der aktuellen Entwicklung, nämlich dass der Journalismus in einer Welt, in der die wenigsten Menschen noch bereit sind, dafür etwas zu bezahlen, trotzdem noch Gewinn erwirtschaften muss, damit man sich die Journalisten und deren unabhängige Meinung leisten kann.


    Ich selbst schreibe für die (vielgeschmähte^^) GameStar, meine Artikel erscheinen in den Printheften ebenso wie im Onlinebereich. Diesen Luxus leisten sich ja einige der größeren Zeitschriften im deutschen Markt, dass die Spieletests sowohl im Heft erscheinen und man sie dort bezahlt, als auch im Onlinebereich, wo sie für jeden User frei zugänglich sind - man müsste sich also das Heft im Grunde nicht kaufen, um Tests zu lesen, die einen interessieren. GameStar hat dafür eine Ecke mit Extraartikeln und Videoshows, die zusätzlich erstellt werden und sich meist um aktuelle Spiele, aber auch Insights in die Gamingbranche drehen, dafür zahlt man dann ein paar Euro pro Monat. Eigentlich ein faires Angebot, aber wenn ich bedenke, wie viele Negativkommentare sich zum Thema 'wieso ist das hinter ner Paywall, ich will das kostenlos' auf der Plattform immer wieder ansammeln, frage ich mich manchmal wirklich, in welcher gefühlten Welt manche Leute leben ;) 5€ für eine Schachtel Zigaretten oder ein Handygame sind okay, aber bei Journalismus ist das dann zuviel ...

  • Erstmal:
    Danke, die Glückwünsche haben gewirkt, hab eine 1.0 auf die Präsentation und eine 1.1 insgesamt! *freu*

    Ich gratuliere :D

    Viel fieser ist es eh, wenn eine Bedrohung die ganze Zeit da ist, dich aber nicht direkt angreift, sondern dir ständig das Gefühl gibt, dass sie jederzeit angreifen könnte. Das macht Shadow of the Tomb Raider sehr gut. Ehe die Bedrohung das erste Mal so richtig gezeigt wird, sieht man ständig nur Schatten, hört Schnaufen oder Schreie in der Nähe. Das ist echte und gute Nervenzerstörung :D

    Das ist bis jetzt für mich das schlimmste an Hill House (aktuell mit Folge 5 fertig, also Halbzeit). In gefühlt jeder zweiten Szene im Gruselhaus ist irgendwo im Hintergrund mindestens eine Geistergestalt zu erkennen, die Hauptcharaktere sehen die aber nicht. Bisher waren sie auch noch relativ friedlich, trotzdem sorgt es bei mir aber für ein bisschen Unbehagen wenn ständig eine schemenhafte Gestal im Hintergrund rumlungert und alles beobachtet, gerade bei dem Setting :P


    Bei Spielen ist das sowieso noch schlimmer, weil man da ja ganz anders involviert ist.

  • Ein Schnitzel kommt selten allein, nicht wahr, @GLaDOS?

    MORE SCHNITZELS!

    Geschichtsstudium

    Mein Geschichtslehrer hat mich damals in der letzten Notenbesprechung vorm Abschluss gefragt, was ich nach dem Abitur machen will und ich hab gesagt "ich studiere Game Development und entwickle Computerspiele" und darauf meinte er "machen Sie doch lieber was anständiges." Ich hab ihn und Geschichte allgemein immer gemocht, aber meine Noten darin waren immer kacke... ich kann einfach keine Klausuren schreiben.

    Vermute aber auch, dass viele der Studierenden und Lehrenden noch sehr vom allgemeinen Konkurrenzgedanken, der zwischen den Studios und allgemein in der Branche lebt, beseelt sind und man ungern Wissen teilt, das einem selbst nützlich ist - ganz egal, welchen Bärendienst man da den Nachfolgenden mit erweist.

    Tatsächlich ist dem nicht so. Studios halten gern Vorträge und Diskussionsrunden an Hochschulen und man kann da auch viel Insiderinformationen mitnehmen. Genauso ja auch bei den Messen und Conventions, auf denen Entwickler zusammenkommen und über ihr Zeug erzählen. Problem sind oft die Verkaufszahlen, die sich aus der Vermarktung ergeben. Und das Hauptproblem ist halt: Technologie kann man bei einem engen Budget nur spezifisch und nicht generisch entwickeln. Deswegen hat EA ihre Game Engines nur in-house in Verwendung, (wahrscheinlich) nichtmal, weil sie ein Problem damit hätten, ihre Technologie zu veröffentlichen, sondern eher, weil der Aufwand, eigene Technologie frei verfügbar zu machen und dann auch den technischen internationalen Support zu stemmen, während man aktiv daran arbeitet verkaufsfähige Produkte darin herzustellen, einfach komplett den Rahmen sprengt. Gleiches gilt auch für Ubisoft und Co.
    Ich hab in Heidelberg studiert und wir wurden sowohl wissens-, als auch hardwaretechnisch von Crytek unterstützt, damit wir eben Studenten so weit bringen können, dass sie auch in der Branche zu was taugen (ob das allerdings was geholfen hat, weiß ich nicht...). Außerdem gibt es immer wieder Veranstaltungen und Locations von erfahreneren Entwicklern und Publishern, die neue Studios mit Know How und Workspace versorgen, damit die Branche wächst.
    In der Uni hab ich sowohl selbst unterrichtet, als mich auch mit anderen Dozenten, die aus der Branche kamen, unterhalten und keiner hat wirklich ein Blatt vor den Mund genommen (also, mich eingschlossen). Allerdings: Das waren Lehrveranstaltungen, keine Pressekonferenzen. Da wurden keine neusten Spiele angepriesen, sondern eher über bereits Bestehendes gesprochen.

    aber wenn ich bedenke, wie oft ich bereits relativ bugverseuchten Kram auf dem Tisch hatte, scheint sie kein Standard zu sein.

    Naja, es kommt auch relativ viel Bugverseuchter Kram auf den Ladentisch (oder in den virtuellen Warenkorb), also scheinen die Entwickler oft auch nicht wirklich viel Wert darauf zu legen, obs bei euch jetzt gut ist, bei ihrer Kundschaft ists ja nicht besser.
    Liegt allerdings leider viel zu oft daran, dass der Wert von guter Post-Production unterschätzt wird. Spiele müssen gepolished und ausgiebig getestet werden. Ich hab lieber ein Spiel, das ein Jahr später rauskommt, als es ursprünglich sollte (looking at you Rockstar) und dann richtig gut ist, als ein Spiel, das einfach auf den Markt geschmissen wird, damit das jährliche Pensum erreicht wird.
    Wenn die Branche nicht von Hit-Driven Development bestimmt wäre, wäre sie so viel besser und die Spiele wären auch alle so viel besser. Aber zum Glück baut zumindest Deutschland inzwischen die Förderungen für Entwickler aus und zwar zum Glück als Kultur- und nicht als Wirtschaftsförderung. So besteht noch Hoffnung.

    Ich selbst schreibe für die (vielgeschmähte^^) GameStar

    Die ich immer gemocht hab. Ich hab sogar die Making Games abonniert (die ja leider an die Konkurrenz verkauft wurde :( ). Ich kann mich wirklich kaum an Kritiken der Gamestar erinnern, die ich nicht gut fand. Es ist auch weniger der deutsche Journalismus, als mehr der Internationale, der mich stört. Und natürlich, die ganzen Hobby-Journalisten. Halt alles, was Clickbait und schnell hingerotzte Artikel/Videos/Whatever beinhaltet. Davon gibt es mMn immernoch viel zu viel.
    Leider lesen die Gamer aber beides, insbesondere den Clickbait Teil. Dann ists auch kein Wunder, dass die mit Halbwissen um die Ecke kommen.

    wieso ist das hinter ner Paywall, ich will das kostenlos

    Ich bin da ein wenig zwiegespalten: Ich beführworte Paywalls an sich schon für journalistische Arbeit, allerdings stört es mich immer, wenn ein Artikel geteilt wird, kann ich ihn dann nicht lesen, wenn ich nicht dafür gezahlt hab. Das hindert ein wenig die Übertragung von Informationen.

    5€ für eine Schachtel Zigaretten oder ein Handygame sind okay

    Eher ersteres. Mobile Games dürfen nix kosten. Wehe du verlangst Geld für die Arbeit der letzten 6-24 Monate. Und wehe, du baust dann, wenn das Ding schon nix kostet, auch noch in-App Käufe oder Werbung ein, machst es schwerer, damit Leute Geld darin ausgeben, damit du von den 99 Cent, die der Kunde ausgibt deine 50 Cent haben kannst. Aber ich verstehe deine Analogie.


    @Jenny danke, nimm dir ein Schnitzel.

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