Gefangen im Routinetrott

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    • Gefangen im Routinetrott

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      Ahoi zusammen,

      ich wollte mal ein Thema ansprechen, was mir in den letzten Wochen bei mir selbst aufgefallen ist. Seit ich auf Youtube aktiv bin mach ich fast ausschließlich klassische Let's Plays. Einige Folgen hintereinander wech aufbauende Videos, meist ungeschnitten außer Anfang und Ende sauber getrennt und ggf. mal wenns an der Tür geklingelt hat rausgeschnitten. Hab zwischendurch mal n paar Unboxings gemacht und das ein oder andere "ich teste n Spiel mal an"-Video. Hab entsprechend n geringes Wachstum womit ich aber einigermaßen zufrieden bin, bedenkt man was mein Content ist.

      Da ich in den letzten Tagen mal wieder aktiver hier im Forum gestöbert habe kamen hab ich mal wieder n paar Threads durchgelesen zum Thema "Klickzahlen steigern" etc. Die typischen Threads die man hier meist am Anfang der Laufbahn eines Youtubers liest (hab ich auch seinerzeit schon verfasst). Durch lesen eines solchen Threads (Klickrate fällt um genau zu sein) in dem mal wieder viele Leute, die Erfahrung haben und die es teilweise extrem weit gebracht haben (wie @Sev zum Beispiel), so nett waren ihr Wissen mit der breiten Masse zu teilen, was ich total töfte finde.

      Dadurch kam in mir die Frage auf: Bin ich wirklich zufrieden damit wie sich mein Kanal entwickelt? Oder bin ich so in meiner Routine gefangen, dass ich mir das ganze nur einrede um bloß nichts ändern zu müssen? Ich meine ich hau viele Videos raus, bei nem recht kleinen Wachstum. Spricht eigentlich für sich das ich niemals n Paket von Youtube mit nem Playbutton aus welchem Material auch immer bekommen werde. Dann denke ich mir immer so "jaaa komm. Du machst halt klassische Let's Plays. Damit hast du ca. 5-7 Jahre zu spät angefangen um was zu reißen." Ich denke diese Sichtweise ist durchaus realistisch. Das wird meist gefolgt von dem Gedanken "Dafür ist das schon gut was du erreicht hast" und da weiß ich nicht ob das wirklich so richtig ist das so zu sehen.

      Klar wünsch ich mir (wie ausnahmslos jeder der Videos auf Youtube hochlädt) am liebsten viiiieeele neue Abonennten in möglichst kurzer Zeit und noch besser: Bei möglichst wenig Aufwand. (Anmerkung: Mir ist klar das das nicht so funktioniert, nicht falsch verstehen. Das soll lediglich den reinen Wunsch äußern, nicht die Vorgehensweise.) Und irgendwie frag ich mich aktuell: Kannst du nicht wesentlich mehr reißen, wenne dich mal n bisschen am Schlüppi reißt und mal reinkniest?

      Ich habe hier schon viel gelesen an Tipps. Auf Trends und den Markt als solchen schauen, Nischen ausfindig machen, cutten, persönlichen Bezug herstellen, etc. pp. Nur um jetzt mal offen aus dem Nähkästchen zu plauden: Ich rede meine eigene Leistung vorher selber schlecht. Will meinen ich denke mir dann "das wird eh keinem gefallen" oder "Was ist wenn ich jetzt was ändere und die bisherige Zuschauerschaft die ich mir über die Jahre aufgebaut habe verliere?" So etwas hindert mich irgendwo daran was zu ändern. Vielleicht spricht da einfach nur der innere Schweinehund aus mir.

      Aber nehmen wir mal an ich mach jetzt aufwendig hektisch geschnittene Videos von irgendeinem Indie Game, was ne potentiell gute Nische bietet: Inwieweit ist das noch eine Darstellung des Spiels wenn ich nur hektisch irgendwelche Schnipsel zusammenbastel? (Liest sich vielleicht böser als es gemeint ist :saint: ) Ich hab auch das Gefühl ich wüsste nicht wie ich da überhaupt ne Auswahl von Spielen treffen könnte, da alles was irgendwo ne Story hat damit gefühlt schon kategorisch ausgeschlossen ist.

      So häng ich leider in der Routine fest, die ich mir selber auferlegt habe... Um jetzt den Kreis zu schließen die finale Frage: Habt ihr konkrete Tipps wie ich aus dieser Routine rauskomme und mal wirklich was gerissen bekomme, die über "probier halt aus und sieh wohin es dich bringt" hinausgehen? Halt etwas deutlich greifbares als das?

      Vielen Dank vorab! Freu mich wie immer auf euer Feedback ;)

      P.S.: Ich bin mir durchaus im klaren, dass dieser Thread in eine ähnliche Kerbe schlägt wie jeder "Wie werde ich erfolgreicher auf Youtube"-Thread...
    • Die Frage ist: möchtest du denn tatsächlich etwas anderes machen? Und das einzige was dich daran hindert, könnten die verlorenen Abonnenten sein? Dann eröffne einen Zweitkanal, und lade dort deine neue Art der Videos hoch.

      Aus der Routine rauskommen, tust du nur, wenn du es machst - solange du nicht ausbrichst, bleibst du halt gefangen.

      Vielleicht hilft dir die Denkweise: egal was du tust, es wird IMMER ein Video bleiben. Der Inhalt variiert, genau wie bei jedem Spiel. Egal ob du schneidest, ob du Reallife-Videos etc. machst. Es wird immer ein Video bleiben. Vielleicht ist das ein Anreiz für dein Hirn, auch was anderes zu machen :P
    • @Kopfgeburt

      Ich kann deine Gedankengänge absolut nachvollziehen. Natürlich steht der Spaß im Vordergrund, jedoch auch der Erfolg; in welcher Form dieser auch aussehen oder honoriert werden mag. Wir sind nicht nur YouTuber, sondern auch Menschen und jeder Mensch möchte für das was er macht auch Anerkennung bekommen, vor Allem ausreichende und hinreichende Anerkennung.

      Ich sehe auch immer wieder Creator die unfassbar aufwändig produzieren und wirklich guten Inhalt bieten, deren Erfolg jedoch hinter - meiner Ansicht nach - mittelmäßigen Produzenten hinkt. Es scheint als fände eine „ungerechte“ Verteilung des Ruhmes statt.

      Andererseits sage ich mir: „Hey, als Du angefangen hast war Deine Wunschhürde die 100 Abo-Marke zu knacken“. Jetzt sind es über 200, in einem wirklich kurzen Zeitraum und dennoch scheint wich auch in mir, nicht unbedingt Frust, jedoch Ratlosigkeit breit zu machen. Denn mit der Zunahme von Abonnenten sanken auch meine Aufrufzahlen der Videos und die Viewtime. Was für mich nicht verständlich ist.

      Dann kommen die Fragen auf was man denn falsch machen würde, vor Allem ob man denn selbst überhaupt gut rüberkomme. Die Frage revidiert wich dann meist damit, das man ja sonst nicht über 200 Abonnenten hätte.

      Öfter kommt mir auch der Wunsch auf, doch mal aufwändige Produktionen zu versuchen. Dann bremst mich direkt wieder der mittelmäßige Erfolg der anderen meiner Ansicht nach guten Produzenten.

      Ich kann die Zuschauerschaft auch nicht wirklich lesen und verstehen. Ich habe Videos die mehrere hundert Views haben, mit wenigen Likes aber eine sehr guten Watchtime (80%+). Dann habe ich Videos mit etlichen Likes, jedoch mit unfassbar schlechter Watchtime (5%-).

      PHP-Quellcode

      1. if($W00tkaeppi==TRUE) { echo("Ihr steckt alle mit drin"); }
      :cursing: Mein Instagram :D Mein Twitter :evil: Mein Internetauftritt 8o Mein Youtube-Kanal <X Mein Twitch-Kanal
    • DarkHunterRPGx schrieb:

      Die Frage ist: möchtest du denn tatsächlich etwas anderes machen? Und das einzige was dich daran hindert, könnten die verlorenen Abonnenten sein?
      Naja sagen wir so: Ich denke ich möchte einfach mit meinem Kanal etwas erfolgreicher sein und dafür muss ich (denke ich) notgedrungen was anders machen. Was mich daran hindert etwas anders zu machen ist denke ich ne Kombination aus Angst vor Aboverlust, dem inneren Schweinehund und der Frage was konkret ich machen soll... Glaube die letzten beiden Punkte sind die Ausschlag gebenden.

      Vielleicht bin ich beschränkt in meinem Denken, aber rein vom Gefühl sind die einzigen Sachen für wenig aufeinander aufbauende Folgen entweder Multiplayer, oder irgendwelche kleinen Indie Games. Oder was könnte man noch machen, was ich vor lauter Engstirnigkeit nicht sehe?!
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      Ich finde, es spricht nichts dagegen, mal was Anderes auszuprobieren. Nur deswegen werden nicht schon gleich alle Abonnenten weglaufen. Ich habe nur 13 Stück, aber meine Statistiken sagen mir, dass nur ein SEHR kleiner Prozentsatz meiner Views und Watchtime wirklich von meinen Abonnenten stammt, der Rest sind zufällige Zuschauer. Also sag ich mir: Who cares? Du kannst ja auch zweigleisig fahren - klassisches LPs und anderes Zeug. Du bleibst ja im Gaming, nehme ich an. Wenn Du jetzt zur Hälfte LPs und zur anderen Hälfte über Briefmarkensammeln machen würdest, sähe die Sache schon anders aus.

      Ich habe für mich beschlossen, weniger Spiele als klassisches Let's Play laufen zu lassen (natürlich wird alles angefangene noch beendet) und mehr zu probieren. Ich habe mich vor kurzem mal an einem GMV (Game Music Video) versucht, weil ich das schon immer irgendwie cool fand und werde das auch weiterhin machen. Hier kommt schon das von @W00tkaeppi angesprochene Problem der Anerkennung dazu. Sucht man auf YT mal nach "[beliebtes Game] GMV", dann findet man wirklich, wirklich, wirklich viele Leute, die einfach nur jeden verfügbaren Trailer zum Spiel runtergeladen und zu einem mindestens genauso beliebten Song neu angeordnet haben. Das heißt letztlich, dass man nach spätestens 3 Videos alles irgendwie schon mal gesehen hat. Die Leute dahinter sind oft zweifelsohne talentiert, was die Effekte und Timing etc. angeht, aber dennoch wird alles sehr gleich.

      Aber so ein GMV nur aus richtigen Spielszenen zusammenzubasteln braucht teils sehr viel Zeit, je nach Spiel. Und darauf haben dann doch die wenigsten Bock und das scheint auch nur die wenigsten zu interessieren. Da kommt natürlich schnell Frust auf, klar. Aber sofern Du nicht sagst, Du willst alles dem Erfolg unterordnen, sollte es am Ende des Tages auch Dir Spaß machen, die Zeit in die Videos zu investieren.

      Und "was Neues" zu machen, braucht sehr viel mehr Zeit als ein LP aufzunehmen, weil man sich im Vorfeld natürlich mehr Gedanken machen muss.
    • @stbehre Es spricht tatsächlich nichts dagegen was neues auszuprobieren. Nur macht es Sinn "halbärschig" was neues zu versuchen im Sinne von "ich mach jetzt weniger LPs dafür 1-2 Videos in der neuen Richtung die Woche"? Weil wenn die nix bringen hab ich Angst das ich mir einfach nur Leute vergraule ohne einen wirklich Zugewinn für den Kanal zu erreichen...
    • Wieso heißt es automatisch, dass Du was Neues nur "halbärschig" machen kannst? Wieso nicht beides? Je nach verfügbarer Zeit müsste dann LP ein wenig zurückgefahren werden, das stimmt wohl. Risiko ist immer dabei, aber wenn Du das als Experiment kommunizierst, ist es vielleicht auch alles gar nicht so schlimm, wie Du denkst? Oder Du nimmst Dir dafür ein wenig Zeit extra, um es ohne Auswirkungen auf das LP testen zu können.

      Und ob die Dinger einen Zugewinn bringen, wirst Du auch nicht in den ersten 2 Tagen sehen, denke ich.
    • Kopfgeburt schrieb:

      Vielleicht bin ich beschränkt in meinem Denken, aber rein vom Gefühl sind die einzigen Sachen für wenig aufeinander aufbauende Folgen entweder Multiplayer, oder irgendwelche kleinen Indie Games. Oder was könnte man noch machen, was ich vor lauter Engstirnigkeit nicht sehe?!
      Alles das, worauf du Lust hast. Musicvideos, Experimente, Tutorials
      Ich weiß halt nicht, was dir zusagt, ob du beim Gaming bleiben willst oder oder oder. Ich kann dir nicht sagen, was du tun sollst, aber mach es einfach. Probiers aus, du siehst ja wie es ankommen wird. Ist es nicht gut, lass es und hake es als Experiment ab. Wenns gut wird, ja dann super - dann haste was gefunden.

      Such dir n Game aus, was sich großer Beliebtheit erfreut und versuche neue Formate reinzubringen.
      Ich wollte damals zu League of Legends zu jedem einzelnen Hero die Historie der Veränderungen mal darstellen - von patch zu patch. Hab aufgehört, schon allein bei der Recherche, weil es einfach viel zu umfangreich war.
      Aber vlt ist es ja was für dich.
      Oder schau dir in Fortnite alles ganz genau an, da steht dann nicht das Spiel im Vordergrund, sondern vlt die Map, die du Stück für Stück untersuchst, Besonderheiten findest und irgendwelche Ideen von dir, wie das dazu kommen konnte, dazu erläuterst.

      Kennst du 5 Minuten Harry Podcast von Coldmirror? Sie hat den gesamten Harry Potter Film Frame für Frame durchgeschaut und jedes noch so kleine witzige Detail offenbart. z.B. das ein Tisch und Stuhl auf einem Schrägdach stehen, wo man essen kann - aber diese Einstellung war nichtmal eine Sekunde zu sehen.

      Ich schreib schon wieder zuviel unsinniges wahrscheinlich :P

      TL;DR: analysiere und offenbare der Welt, was die meisten auf Anhieb nicht sehen.
    • Kopfgeburt schrieb:

      Oder bin ich so in meiner Routine gefangen, dass ich mir das ganze nur einrede um bloß nichts ändern zu müssen?
      Ja, ziemlich safe.

      Wenn Du voran kommen willst, geht es weniger darum, was Du machen willst, sondern vielmehr darum, was die Leute sehen wollen. Es gibt viele Zielgruppen - die suchen sich ihren Content aus. Ob Du dabei bist, ist Deine Entscheidung.

      Hier im Forum hast Du ja eine kleine, aber weite Spannbreite an Kanälen vertreten, die ähnlichen Content wie Du produziert. Daran siehst Du ja bereits, wer was macht und wo damit landet.

      Sich weiterzuentwickeln tut dem Ego nicht so weh, wie viele glauben. Es ist eigtl. ziemlich cool.
    • Der richtige Weg liegt oftmals zwischen dem, was klickträchtig ist und dem worauf man am meisten Bock hat. Nicht ganz einfach den Punkt zu finden, wo es die größte Überschneidung von Erfolg und Spaß gibt.
      Jeder YouTuber ist darüber hinaus anders veranlagt, wie weit er sich im Zweifelsfall auch verbiegen mag. Viele ziehen ihren Spaß sogar daraus ihren Kanal immer weiter zu optimieren.

      Ich weiß aber nicht ob du die Routine, das Vertraute auch brauchst. Ich mag meine Komfortzone ja auch ganz gern.
      RimWorld Mo | Mi | Fr | So 16 Uhr
      Two Point Hospital Di | Do | Sa 16 Uhr
      My Time at Portia Mo | Mi | Fr | So 17 Uhr
      Cities: Skylines Di | Do | Sa 17 Uhr
    • Kopfgeburt schrieb:

      So häng ich leider in der Routine fest, die ich mir selber auferlegt habe... Um jetzt den Kreis zu schließen die finale Frage: Habt ihr konkrete Tipps wie ich aus dieser Routine rauskomme und mal wirklich was gerissen bekomme, die über "probier halt aus und sieh wohin es dich bringt" hinausgehen? Halt etwas deutlich greifbares als das?
      Ich bin in etwa im selben Boot wie du. Sowohl was die Kanalgrösse angeht, als auch die Ausrichtung des Kanals. Wenn ich mir die Aufrufzahlen der neusten Videos anschaue kann ich damit nicht zufrieden sein (mit Ausnahmen). Aber aus irgendeinem Grund legen die Lets Plays erst richtig zu wenn das Projekt schon ein halbes Jahr beendet ist. Ich habe mich auch schon gefragt, was ich mit meinem Kanal erreichen will.

      Meine Antwort für mich ist: Ich mache die Videos primär für mich, so dass ich später darauf zurück blicken kann, was ich alles gemacht habe. Ein digitales Fotoalbum sozusagen. Einfach mit Videos. Trotzdem ist es mir aber wichtig, dass meine Videos langfristig geschaut und gemocht werden. Ich habe mich mittlerweile verabschiedet von der Vorstellung, dass jedes neue Video hunderte von Clicks erhält. Aber wenn das Video nach ein paar Jahren gut da steht bin ich zufrieden.

      Dir reicht das wahrscheinlich nicht aus, so wie ich deinen Post deute und ich denke wenn du wirklich aktive Zuschauer willst, dann wirst du um einen Radikalumbau von deinem Kanal (oder alternativ einen neuen Kanal) nicht herumkommen. Selbst grosse Let's Player haben auf ihren neuen Videos verhältnismässig nur wenig Clickzahlen wenn man die Kanalgrösse betrachtet.

      Ich denke das wichtigste was du dir erstmal überlegen möchtest ist: Was willst du? Was ist dir wichtig? Und was bist du bereit zu tun? Setze dir Ziele, brich diese runter in Subziele und überleg dir für jedes kleine Subziel wie du das erreichen kannst. :)
      Mein Let's Play Channel

      Gute Musik gefällig? Hier gehts zu meinem Heavy Metal Channel. :evil: