Ich geh mal davon aus, dass du deinen damaligen Lohn nicht rausgeben möchtest, allerdings würde es mich interessieren, als was du genau angestellt warst. Könntest du mir das beantworten?
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Gelernter Bürokaufmann, als solcher Angestellt in einem großen Autohaus mit mehreren Filialen in Deutschland. Ab dem 2. Lehrjahr schon nur noch EDV gemacht, übernommen worden, dann wurde Karosserie/Lackierei neu gebaut und ich wurde dort als Leitung installiert da ich alle Bereiche des Autohauses kannte weil ich im 1. Lehrjahr Kundenannahme, Lager und Buchhaltung gemacht habe. War von den Rechten her gleich gestellt wie der Meister, musste den Laden da am Laufen halten und alles überblicken und dafür sorgen das Ersatzteile pünktlich kamen, Termine eingehalten werden, koordinieren welche internen Fahrzeuge wann gemacht werden und und und. Also recht viel. Nachdem ich übernommen wurde nach der Ausbildung blieben mir nach Abzug aller Kosten ca. 1250 Moneten wenn ich es recht in Erinnerung habe. Nachdem ich dann den neuen Posten da übernehmen durfte blieben mir am Monatsende ziemlich genau 1375 Euro ![]()
Verhandeln hat in dem Laden immer nur dazu geführt das der Seniochef einem wochenlang auf den Sack ging mit undankbaren Aufgaben, der Junio war eigentlich ganz ok, aber viel zu holen war nicht.
Zu den Zeiten hab ich schon angefangen mir meinen eigenen Kundenkreis aufzubauen, 2004 habe ich ein Kleingewerbe angemeldet und dann PC und Notebooks repariert und verkauft. Musste dann mit Ende 25 zum Zivildienst was ich eine bodenlose Frechheit fand. Hab alles gegeben bei der Musterung und wahrscheinlich wurde ich genau deshalb als T2 mit Einschränkung gemustert. Dagegen vorgegangen, zum Gesundheitsamt für weitere Untersuchungen geschickt und da, damit es glaubwürdig wird und man mir meinen nervösen Magen abkauft und das ich mit so einem Stress wie im Zivildienst nicht umgehen könnte, erstmal vor die Eingangstür gegöbelt
Ich bewundere mich bis heute dafür das ich auf Kommando dahinreiern konnte, auch wenns mir scheiße ging danach
Half aber nichts. Also Altenpfleger gemacht. Nach nem halben jahr Post vom Kreiswehrersatzamt bekommen - ich wurde ausgemustert! Man hat nach einem halben jahr festgestellt das ich mit den angegebenen Rückenproblemen ja gar keine schweren Sachen heben darf, und somit schon gar mal gar nicht irgendwelche Leute in oder aus einem Rollstuhl heraus. Dann hab ich mich mal erkundigt was so möglich ist, und den Verein dann erstmal dazu aufgefordert mir ne Abfindung zu zahlen - und ich hab sie zu meinem Verwundern sogar problemlos bekommen.
Da mein alter Arbeitgeber es hinbekommen hat mich nicht weiter beschäftigen zu müssen (im Vorfeld wurde dieser Antrag auf Unabdingbarkeit bereits mehrfach abgelehnt - ich hab nur ein Schreiben gesehen und glaube die haben das gar nicht wirklich groß versucht), hatte ich jetzt quasi Zeit. Um die zu überbrücken hab ich mich bei einer lokalen Tankstellenkette beworben. Wurde genommen und die waren dann so angetan von meinem Lebenslauf (das Gespräch lief einfach zu gut, ich hätte stutzig werden sollen) das sie mir die Übernahme der Tanke hier im Ort in Aussicht gestellt haben, wenn ich mich gut anstelle. Zum Lernen dann in die Tanke in einer anderen Stadt geschickt worden. Zwei Monate alles mal kennen gelernt, durchaus Spaß gehabt an der Arbeit und immer wieder bekräftigt worden das ich die Tanke wirklich bekommen kann. Also voll reingekniet und alle anderen Pläne verworfen. Der Sommer kam und plötzlich wurde ich nur noch für die Schichten vor der Waschstraße eingeteilt. Vorwäsche, manuelle Felgenreinigung, Auto abledern nachdem (!) es durch das Gebläse gefahren ist. Pausen wurden nicht gern gesehen. Meine Stundenzettel wiesen nicht selten zwischen 230 und 250 Stunden im Monat auf, abzüglich allem blieben mir jeden Monat 1100-1200 Euro, zzgl. rund 10 Euro Trinkgeld am Tag wenns Wetter gut war.
Dann wurde es still um meine Aufstiegschancen, niemand von den Chefs war zu erreichen für mich und ich nach sechs Monaten schuften körperlich und vor allem kopfmäßig völlig fertig. Brötchen und Kakao gekauft und mich vor das Chefbüro in der Zentrale gesetzt. Die Autos standen draußen, auch wenn man mir sagte die waren nicht da - irgendwann mussten sie rauskommen. Drei Stunden hab ich da gesessen und gewartet bis die Chefin mich dann mal reinholte. Ich kürze an dieser Stelle mal ab weil es eh schon viel zu lang ist: Die Story das man ne Tanke bekommt erzählen sie so gut wie jedem (bestätigten mir auch andere ehemalige hinterher), gesucht haben sie im Grunde nur Leute die die Sommermonate über schufften an den Waschanlagen. Hab ihr dann deutlich aber relativ freundlich meine Meinung gesagt und sie dann immerhin dazu bekommen das wir so auseinandergehen, dass ich direkt zum Amt kann und Arbeitslosengeld beantragen kann ohne Sperre. Ich hatte die nächsten zwei Monate dann auch einfach keine Energie mehr irgendwas zu machen, ich war einfach alle. Und in der Zeit hab ich mir dann überlegt ich riskiere das mit dem selbstständig werden einfach. Hab mir von der Gemeinde Hilfe und Unterstützung geholt, diverse Fördermöglichkeiten abgegriffen (keine finanziellen, hab nie was auf pump gemacht) und jetzt kann ich davon gut leben. Die bisherigen Gehälter zu übertreffen war zwar in den ersten Jahren kaum möglich, aber als sich alles rumsprach und man wusste was gut ankommt und funktioniert lief das dann schon.
Solche Ideen selbstständig zu werden hatte ich tatsächlich schon vor und während meiner Ausbildung. Ich würde es wahrscheinlich auch wieder machen, würde mir aber meinen Erfahrungsschatz von heute wünschen ![]()
Vielleicht würde ich dann mal Motivation zum Arbeiten haben, wenn ich für mich selbst arbeite.
Im Moment gehe ich arbeiten, weil ich eben das Geld brauche.
Hm, ja und nein. Das was ich mache macht mir Spaß, insofern fällt es mir nicht schwer Motivation zu finden. Das schöne ist, dass ich für Sachen die mir grundlegend Freude bereiten Geld bekomme. Allerdings gibt es Tage/Wochen wo auch ich mich schwer tue und dann gibt es auch Tage, wo ich eben arbeite weil ich das Geld brauche. Hätte ja jederzeit die Freiheit zu sagen "Och, nö heute mal nicht", aber da wo ein Angestellter dann halt mal ne Grippe vortäuscht und ne Woche blau macht kommt bei mir ne Woche lang nichts rein und es kommt bei den Kunden nicht gut an wenn sich alles verzögert oder man nicht erreichbar ist. Der Druck als Selbstständiger ist immens höher als bei dir. Du wirst vom System erstmal weich abgefedert selbst wenn man dir morgen kündigt, mir wirft man eher Steine in den Weg. Am Ende gleicht sich alles irgendwo aus, ich hab mehr Druck aber auch viel mehr Freiheiten mich zu verwirklichen oder Dinge zu riskieren. Dafür hab ich mehr Risiken und du musst dir über einen Großteil der Dinge keine Gedanken machen. Motivation kommt und geht, da geht es mir nicht groß anders als dir - ich hab nur nicht mehr diese Dauertiefs wie zu Zeiten als Angestellter. Außerdem muss ich niemandem bescheid sagen wenn ich Bock habe mir ein Eis zu kaufen während ich eigentlich arbeiten sollte. Ich geh dann einfach ![]()