Beiträge von Dr. Strangelove

    Basotect ist ne teure Angelegenheit und wirkt leider kaum im Bass. Um richtig breitbandig zu absorbieren, brauchst du bei dem Zeug mindestens 15cm Dicke. Das wird kostentechnisch schnell unangenehm. Je nach verfügbarer Tiefe (je dicker, desto besser) würde ich eher mit Mineralwolle mit niedrigem bis hohem Strömungswiderstand arbeiten. Genauere Infos dazu gibt es zum Beispiel in den Sammelthreads auf recording.de.


    Behandeln sollte man zunächst die Erstreflexionsflächen links und rechts, oben und hinter einem. Vor einem hinter dem Monitor ginge auch. Ist aufgrund der Richtcharakteristik aber nicht ganz so entscheidend.


    Wichtig wäre jedenfalls, dass du mit breitbandig absorbierendem Material arbeitest und dir nicht irgendwelche Eierkartons oder Schaumstoffmatten an die Wand hängst. Die sind für solche Zwecke ziemlich ungeeignet.
    Den Wirkungsgrad von Absorbern kannst du im Übrigen erhöhen, indem du sie ein Stück von der Wand abrückst (Abdecken des Schnellemaximums).
    Je dicker das Material, desto breiter in der Regel das absorbierte Spektrum (desto mehr Bass wird bedämpft - die Höhen sind nicht das Problem, werden sogar eher zu schnell überdämpft).

    Solche Räume bieten sich auch bei Kleinmembranern nicht an. Es sei denn, du willst einen Kirchenchor aufnehmen :D


    Ich würde mal versuchen, den Schreibtisch genau in die Mitte an der Wand zu schieben und zusätzlich so weit wie möglich in den Raum reinzuziehen (Wandabstand erhöhen). Dort in der Ecke hast du viel zu viele Überschneidungen von Diffusschall.


    Bezüglich akustischer Maßnahmen bzw. einer weiteren Auslegung deines Recording-Setups würde ich dir dringend raten, dich mal an die Experten von recording.de oder musiker-board.de zu weden. Die Raumverhältnisse scheinen mir nämlich relativ komplex.
    https://www.musiker-board.de/forum/raumakustik.373/
    https://recording.de/forum/raumakustik-daemmung.47/

    Probeaufnahmen bitte immer ohne Bearbeitung! Sonst kann man den "Schaden" nicht klar ausmachen ;)


    Was mir zu deinen Schilderungen grundsätzlich einfällt:


    1.) Das Rode Podcaster wird per USB gespeist, hat mit einem externen Interface, geschweige denn PreAmp, also erstmal nichts zu tun. Solltest du ein Procaster besitzen, dann würde ich bezüglich des Grundrauschens mal über ein hochwertigeres Interface mit mehr Gain-Range nachdenken. Wenn du den Regler voll aufdrehst, ist es klar, dass es höllisch rauscht. Gerade bei den günstigen Behringers. Für etwas mehr Gain könntest du ansonsten etwas wie einen Fethead oder CloudLifter nehmen. Die greifen deine Phantomspeisung ab und konvertieren sie ihn in (weitestgehend rauschfreien) Gain für dynamische Mikros. Weiß allerdings nicht, ob das beim Xenyx 302 funktionieren würde, da dieses anstatt der normierten 48V nur 15V auf der Leitung hat...


    2.) Dein Problem liegt zum Großteil wohl an den ungünstigen Raumverhältnissen. Daran kann auch die Wahl des Mikrofons grundlegend nichts ändern.
    Du könntest jetzt noch was mit Superniere nehmen. Allerdings wird deine Bewegungsfreiheit dann noch drastischer eingeschränkt.
    Ich würde mir - von deinen Umschreibungen ausgehend - eigentlich eher Gedanken darüber machen, ob das Aufnehmen in dieser Räumlichkeit so überhaupt Sinn macht. Man könnte jetzt hingehen und akustische Maßnahmen ergreifen, z.B. Absorberpanele oder Bassfallen aufhängen (Dämpfung, nicht Dämmung!!!). Bei sehr großen und halligen Räumen wird das allerdings kein leichtes Unterfangen und mit sowohl finanziellen als auch praktischen Einschränkungen verbunden sein. Wenn möglich, würde ich mit dem ganzen Setup in einen Raum umziehen, der von sich aus besser klingt. Wenn auch hier nichts zu machen ist, dann könntest du für den Anfang vielleicht versuchen, dir eine Kabine um den gesamten Aufnahmeplatz zu spannen. Man könnte zum Beispiel ein Metall- oder Kunststoffgerüst nehmen und über dieses dann ein paar schwere Decken spannen. Nicht gerade professionell - für die Bedämpfung des kritischen Halls kann es mit etwas Glück aber schon ausreichen.


    Von der Grundidee her meine ich sowas:
    https://www.vocalboothtogo.com…015/08/AVB63-Open1550.jpg


    Nicht gerade praktisch.
    Aber so ist das nunmal in der Akustik ;)


    Rayxin:
    Dynamische Mikros, oder genauer "Tauchspulenmikrofone", brauchen keine aktive Phantomspeisung!

    Mechanische Tastaturen kann man auch dämpfen. Die Switches bzw. Tasten zum Beispiel per O-Ringen oder Landing-Pads, das Gehäuse selbst mit Gummifüßen. Dadurch werden die Anschläge deutlich erträglicher.


    Ansonsten hilft nur näher ran und Gain runter.

    Onboard-Soundkarten liefern in der Regel deutlich zu wenig Vorspannung. Sprich, dein Mikro bekommt einfach nicht genügend Power und der Pegel ist zu gering. Hebst du die Lautstärke dann digital (per Software-Boost) an, dann verstärkst du auch die Inteferenzen sowie das Eigenrauschen.


    Groteskerweise performen selbst die meisten USB-Adapter für ein paar Euro schon deutlich besser als die gängigen Onboards.
    Einfach mal bei Amazon umsehen (ein paar Hersteller: Sabrent, Ugreen, TeckNet,...). Ist aber manchmal eine heikle Sache, weil man nie weiß, welcher Chip nun konkret verbaut ist. Da gibt es durchaus qualitative Schwankungen (je nach Verfügbarkeit und Fertigungszeitpunkt).


    Für 3,5mm Klinken-Mikros kann ich ansonsten auch das Behringer Xenyx 302 USB empfehlen.
    Zieht aus den 5V der USB-Leistung immerhin 4,5V und bietet auch noch ein passables Eigenrauschen. Die üblichen "Gaming-Soundkarten" sind da auch nich wirklich besser. Den qualitativen Sprung würde ich denn erst wieder bei XLR in Verbindung mit einem Audio-Interface erwarten.


    Für ein Headset tuts wie gesagt aber schon ein günstiger USB-Adapter.
    Belege finden sich massenaft bei YouTube. Zum Beispiel in Verbindung mit dem Antlion ModMic.

    Klingt für mich fast so, als hättest du ein Mikrofon im Raum stehen... :D


    Wäre vielleicht sinnvoll gewesen, mal reinzusprechen, damit man einen Referenzpegel hat. Auch wissen wir immer noch nicht so genau, wie nun der konkrete Arbeitsabstand zwischen Mund und Mikro aussieht.


    Wegen Atmen:
    Die Luft sollte an der Kapsel vorbeigehen! Versuch mal, leicht seitlich daran vorbeizusprechen.


    Wegen Hintergrundgeräuschen:
    Mal über ein Noise Gate oder Ähnliches nachgedacht? Gibt auch einige "intelligente" VST-Plugins, die dir bestimmte Muster rausfiltern können.

    Das Yeti ist ein Modemikro, genau wie das NT1-A.
    Von der Auflösung her ist das in etwa gleich teure AT 2020 meines Erachtens jedoch überlegen. Hat ganz nebenbei übrigens auch den Vorteil, dass es etwas weniger Nebengeräusche aufzeichnet, die Stimme linearer wiedergibt und nicht so extrem klobig gebaut ist.


    Hier übrigens mal ein Vergleich zwischen einem 50 Euro Samson Meteor und dem 130-140 Euro Blue Yeti:



    Höre den Aufpreis ehrlich gesagt kaum raus.


    Aber soll jeder selbst entscheiden:


    Best USB Microphones For Recording: The Ultimate Guide

    Soweit ich weiß, ist der obere Slider (wo "Mikrofon" dransteht) bei USB-Mikrofonen für die Justierung des Gain zuständig.
    Der untere wäre wenn, dann für die softwareseitige Anhebung von bis zu 30 dB. Die sollte man wenn möglich aber unbedingt meiden, da man die Lautstärke damit nicht analog sondern lediglich digital anhebt. Sprich, damit würdest du auch ungewünschte Dinge wie etwas das Eigenrauschen in gleichem Maße wie die Stimme anheben.



    Passiert denn überhaupt etwas, wenn du den oberen Slider bewegst?


    Bezüglich der Hintergrundgeräusche:
    wie nah bist du beim Sprechen am Mikrofon?

    Ohne frequenzabhängige Messungen (die Richtcharakteristik ist stark frequenzabhängig!) in Form von Polardiagrammen kannst du auf solche Angaben wirklich nichts geben. Und selbst dann verharrt man immernoch in der Theorie.
    Nur weil auf Amazon irgendwo "Hyperniere" steht, heißt das leider noch lange nicht, dass das Mikro weniger empfindlich für Nebengeräusche ist. Solche Eigenschaften haben schließlich nicht nur technisch komplexere Bedingungen, sondern hängen auch stark davon ab, wo und wie du das Mikrofon benutzt. Am entscheidensten ist zum Beispiel der Umstand, wie nah du am Mikrofon dran hängst. Je näher du dich an der Membran befindest, desto lauter wird deine Stimme im Verhältnis zur Umgebung...


    Und wie gesagt, wenn du wirklich sparen willst, dann wäre der vernüftigste Weg der des Neewer.
    Schau dir zum Beispiel das Review von Bandrew auf Podcastage an. Der testet viele Mikrofone unter (fast) gleichen Bedingungen und hat bereits eine Menge Erfahrung mit der Beurteilung günstiger Einsteiger-Mikros.
    Die knapp 40 Euro sind wirklich ein Spottpreis.

    Die Richtcharakteristik beschreibt, wie empfindlich das Mikrofon um im dreidimensionalen Raum um die Kapsel herum aufnimmt. Niere ist für Gesang und Sprache so zu sagen der Standard, wobei vereinfacht gesagt die Vorderseite, welche auf deinen Mund zeigt, am empfindlichsten ist. Empfindlich, im Sinne von "am lautesten". Was sich auf der Hinterseite befindet, ist vergleichsweise einfach dumpfer bzw. leiser.
    Solch eine Nierencharakteristik kann eher breit oder schmal gefechert sein. Hyper- oder Supernieren sind die extremeren Varianten, die einen nach vorne hin stärker eingeengten Aufnahmebreich besitzen.
    Hier das Ganze einmal veranschaulicht:
    https://esbsolutions.de/cms/wp…6/richtcharakteristik.jpg


    Da es auf beiden Seiten jedoch nicht mal technische Dokumentationen gibt (wer hätte es gedacht), würde ich diese Angaben erst mal mit Vorsicht genießen und mich aufs Wesentliche konzentrieren.


    Wenn du meine Meinung bescheidene hören möchtest:
    Beides sind Billigmikrofone. Egal, was irgendwelche vermeintlich seriösen Rezensionen auf Amazon oder Reviewer auf YouTube dir auch weiß machen wollen; in beiden Fällen handelt es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um umgelabelte OEM-Ware. Das ist allein anhand der Gehäuse und des Zubehörs zu erkennen, welche in dieser Preisklasse bei so ziemlich allen Anbietern zu verzeichnen sind.


    Wenn du nicht unnötig viel ausgeben, aber dennoch ein grundsolides Einsteigerpaket haben möchtest, dann nimm einfach das günstigste Gesamtpaket. Zur Zeit kommt dieses wie gesagt von Neewer:
    https://smile.amazon.de/Neewer…onaufnahmen/dp/B06XJ2DZ64


    Mehr für den Euro kriegst du erst, wenn du in einschlägige Marken investierst, welche auch im professionellen Recording vertreten sind. Da liegt man dann bei etwa 120 Euro aufwärts.


    Die Optionen zwischen 50-100 Euro sind meist weder Fisch noch Fleisch.
    Wenn die mehr zu bieten hätten, dann würden sie dies auch in Form von technischen Dokumentationen oder zumindest netten Bildchen zur verbauten Elektronik kund tun. Bei Pronomic gibt es jedoch nichtmal eine eigene Homepage. Von daher...

    Zieh doch mal die Kosten für Popschutz, Spinne und Schwenkarm ab und dann sag mir mal wo das AUNA teuer ist.Und komm mir nicht mit schlechtem Klang, dann hätte ich gerne mal gewusst wo sich das bei mir schlecht anhört :)


    Kriegst du alles für 40 Euro auch schon bei Neewer:
    https://www.amazon.de/Neewer-P…onaufnahmen/dp/B06XJ2DZ64
    Sind alles Mikrofone mit 16mm Elektretkapsel und exakt dem gleichen Zubehör. Lediglich Äußerlichkeiten wie etwa der Body werden mal variiert. Die Elektronik ist in den meisten Fällen die selbe.


    Ist wie gesagt alles billige OEM-Ware. Das Zeug wird in Shenzhen auf Masse gefertigt und unter hunderten von Labels weltweit auf den Markt gebracht. Ob vorne nun Pronomic, Auna, Neewer, Tonor, t.bone oder sonst wer draufsteht, ist völlig egal. In dem Preisbereich wirst du kaum einen Hersteller finden, der eine eigene Entwicklungsabteilung unterhält, geschweige denn die Teile selbst fertigt. Bei den Endpreisen ist außer Großaufträgen in China einfach nicht mehr drin.


    Problem bei der Geschichte ist im Weiteren, dass der Anbieter selbst keine Kontrolle über die Fertigungsgüte hat, sowie, dass die verschiedenen aufgedruckten Marken den Eindruck erwecken, man hätte es mit voneinander unabhängigen Produkten zu tun. Tatsächlich kommen die meisten dieser Mikrofone jedoch aus ein und derselben Fabrik.


    Dass Auna nun hingeht und diesem Bausatz offenbar nur ein abgewandeltes Äußeres verleiht, zugleich aber einen Aufpreis von ganzen 50 Euro verlangt, finde ich schon etwas dreist. Genau da haben wir es dann nämlich auch mit dem verschrienen "Markenaufpreis" zu tun ;)
    Hersteller wie beispielsweise Audio Technica oder Rode hingegen unterhalten deutlich mehr eigenes Personal, welches in der Entwicklung, Fertigung und schließlich auch QC tätig ist. Auch das zahlt man mit. Vor allem aber investiert man für eine deutlich höhere Fertigungskonstanz und technisch ausgereiftere Produkte, deren Komponenten sich nicht aus dem Billigsten zusammensetzen, was der Markt hergibt.


    Wie viel einem ein Mikro wert ist, muss letztlich aber natürlich jeder selbst entscheiden.

    Auch dazu gibts glücklicherweise ein Review von Podcastage :D



    Denke mal, dass das Mikro nicht viel besser als die Gattung BM-800 sein wird. Von daher würde ich für das Gesamtpaket auch hier nicht mehr als 50 Euro ausgeben.


    Im Low-Budget ist es leider auch immer nur schwer nachvollziehbar, wer die Teile wirklich fertigt und ob es ggf. sogar eine Eigenproduktion ist.
    Gibt leider viele schwarze Schafe, die einfach nur günstigste Massenware umlabeln und ihr Zeug dann für 60+ Euro bei Amazon verticken.