Beiträge von Dr. Strangelove

    Das Neewer NW 7000 USB würde sich da anbeten. Ist als Set sehr günstig. Sollte für den Zweck voll ausreichen.

    Ein Audio-Interface ist durchaus ein Weg, so lange man nicht die billigsten Einsteigergeräte nimmt. Ab dem UMC202HD solltest du eigentlich keine Treiber-Gain-Probleme mehr haben. Ansonsten würde ich statt dem UR12 lieber das Scarlett Solo oder Komplete Audio 1 nehmen. Die haben afaik bessere Rauschabstände. Das UMC202HD soll aber ebenfalls sehr gut abschneiden (siehe dazu z.B. die Testberichte von "Julian Krause" auf YT.


    Der genannte Rauschabstand spielt aber eigentlich nur bei dynamischen Mikrofonen eine Rolle, die dem Interface aufgrund der "passiven" Bauweise sehr viel Gain (Verstärkung) abverlangen. Die "aktiven" Kondensatormikrofone mit 48V Phantomspeisung haben normalerweise deutlich weniger Pegelprobleme. Der Vorverstärker des Interfaces muss hier nämlich nicht auf Anschlag arbeiten, weil das Mikrofon selbst schon einen Teil der Verstärkung übernimmt. Die größte Rauschquelle wäre in dem Fall (also beim phantomgespeisten Kondensator) die im Mikrofon verbaute Elektronik. Mikrofone mit um die 15 dB Eigenrauschen kann man in der Praxis schon als ziemlich rauscharm bezeichnen. In einem normalen Wohnraum reichen diese Werte (wenn sie denn wirklich eingehalten wurden und kein frisiertes Datenblatt vorliegt - leider ein rieseiges Problem bei den ganzen Billigmikrofonen) vollkommen aus. Noch geringere Werte machen eigentlich nur Sinn, wenn man sich in einem sehr ruhigen (akustisch optimierten) Raum befindet oder man sehr schwache Pegel aufnehmen möchte.


    Nichts gegen den TechBoss, aber seine Urteile sind oft nur Momentaufnahmen eines subjektiven Eindrucks.


    Das Auna ist übrigens ein billiges Klon-Mikrofon für naive Amazon-Kunden. Das gleiche Zeug kriegst du bei anderen Brandings (mit lediglich anderem Aufdruck) oft um einiges günstiger. Siehe zum Beispiel die Hausmarke "Fame" von Music Store. Kommt alles vom gleichen OEM.


    Zum MXL kann ich leider nicht viel sagen.
    Ich würde mir an deiner Stelle das Fame CM1 oder CM2 ansehen.


    Eigentlich solltest du mit diesen Mikrofonen kein überschwängliches Rauschen hervorbringen können. Wenn doch, dann bist du vermutlich zu weit weg (-> zu hohe Verstärkung), sprichst zu leise oder wendest zu viel Kompression an.

    Das Mikrofon selber hat kaum Eigenrauschen, da es sich um ein dynamisches Mikrofon (Tauchspule) handelt. In dem Fall hängt die ganze Last am Vorverstärker, der für das angeschlossene Mic ausreichend rauschfreien Gain zur Verfügung stellen muss. Das XM 8500 ist dahingehend leider etwas schwierig, da es einen sehr geringen Wirkungsgrad besitzt. Heißt, du musst den Vorverstärker des neuen Interfaces ebenso weit aufdrehen, wie den Slider deines Auna. Ohne zusätzlichen InLine PreAmp (FetHead, Cloudlifter, Dynamite DM1,...) könntest du auch hier wieder Pegelprobleme kriegen.


    Das UM2 ist in meinen Augen billiges Plastikspielzeug. Unter das UMC22 oder besser UMC202HD würde ich bei Behringer nicht gehen. Das UM2 und UMC22 hätten übrigens beide den Nachteil, dass sie keine dedizierten Treiber bekommen und daher ebenso wie dein Auna über den generischen Windows-Treiber laufen. Das kann wiederum zu den genannten Problemen mit der Verstärkung führen. Daher gilt mein Rat an der Stelle eher dem UMC202HD.


    Wegen dem Mic musst du schauen, ob du mit der geringen Empfindlichkeit zurechtkommst. In der Praxis wird es wahrscheinlich auf einen sehr geringen Arbeitsabstand zur Membran hinauslaufen. Das ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, liefert andererseits jedoch den positiven Nebeneffekt der besseren Geräuschisolation.


    Wenn du ein dynamisches Mic mit höherem Wirkungsgrad ausprobieren möchtest, dann würde ich mal das Samson Q2U oder t.bone MB 85 BETA testen. Oder ein frontadressiertes Instrumentenmikro wie das Pronomic SCM-1 oder Behringer B5. Die sind für solche Zwecke ebenfalls geeignet und haben eigentlich keinerlei Probleme mit der Verstärkung.

    Das ist ein Grafiktreiber. Du brauchst einen für den Chipsatz:
    https://downloadcenter.intel.c…-Windows-10?product=90591
    Wenn der nicht funktioniert, probier es mit dem Download-Tool von Intel:
    https://www.intel.de/content/www/de/de/support/detect.html


    UEFI ist so zu sagen das moderne Pendant zu "BIOS". Dieses hat eine Firmware, die du unter Umständen mal updaten solltest. Kann in manchen Situationen helfen. Gerade da, wo es um die Energieversorgung (das Power Management) geht.

    Die Chipsatztreiber von Intel sind in der Regel aktueller. Die Mainboard-Hersteller pflegen ihre Datenbanken auch nicht bis in alle Ewigkeit.
    Welches Board besitzt du genau? Und welchen Chipsatz-Treiber hast du versucht zu installieren?


    Die Einstellungen zur Bit- und Samplingrate findest du im Sound-Manager von Windows. Dort das jeweilige Aufnahme- bzw. Wiedergabegerät anklicken > Eigenschaften und dann ganz rechts unter "Erweitert". Standard wäre 16 Bit und 44,1 kHz.


    Wenn das Prolem nur in Mortal Kombat auftritt, dann dürfte es an der miserablen Leistungsoptimierung des Spiels liegen. Gegebenenfalls lässt sich das Symptom lindern, wenn man die Energiespareinstellungen überarbeitet. Dazu am besten unter Windows auf Höchstleistung schalten. Im nächsten Schritt dann die Settings im UEFI überprüfen. Dort findet sich idR. noch eine Hand voller Energiesparoptionen, die die Leistungs des Systems dynamisch anpassen. In Verbindung mit Audioanwendungen und einer starken Auslastung der Hardware kann es da schonmal zu Problemen kommen.

    Klingt so, als würde der Audio-Buffer von Windows nicht mehr hinterherkommen.
    Welche Bit- und Samplingrate hast du bei deinen Aufnahme-, Wiedergabegeräten und deinem Stream eingestellt? Lässt sich das Symptom beinflussen, wenn du dort etwas heruntertaktest?


    Mal mit einem Hardware-Monitor zeitsynchron abgeglichen, was dein Rechner in genau diesen Momenten macht?
    Ein On-Screen-Display (z.B. von Afterburner bzw. Rivatuner) könnte helfen.


    Mal alle anderen USB-Geräte am Bus getrennt und das Prozedere wiederholt?


    Würde zur Sicherheit mal Chipset, Grafikkarte und UEFI treiber- bzw. firmwareseitig aktualisieren.

    Ich bin davon ausgegangen, dass das "ein paar meiner aktuellen Preisleistungsfavoriten" eindeutig genug war :D
    Angesichts der Position, direkt an zweiter Stelle nach dem Eingangspost, können wir von mir aus aber gerne eine allgemeine Empfehlungsliste draus machen.


    Sicherlich ist das NT1-A ein gutes Mikrofon. Gerade die rauschfreie Elektronik, die mit dem NT1 (schon fast sinnloserweise) sogar noch mal übertrumpft wird, spricht da wirklich für sich.
    Andererseits ist die etwas badewannige Abstimmung und Tendenz zu schärferen Höhen nicht jedermanns Sache. Das ist denke ich auch der Grund, warum die meisten Foristen mittlerweile dem AT2035 den Vorzug geben. Es ist einfach zahmer in der Handhabung.


    Rode ist im bezahlbaren Einsteigerbereich zweifelsohne eine Koryphäe.
    Wenn ich mir die Reviews und Bestenlisten auf so manchen Plattformen so ansehe, bekomme ich streckenweise allerdings das Gefühl, dass sich in dem Milieu ein ziemlicher Tunnelblick herausbildet. Als wäre Rode die einzige ernstzunehmende Marke auf diesem Markt.
    Und eben deswegen halte ich gerne selektiv dagegen und weise darauf hin, dass es sehr wohl auch noch Konkurrenzprodukte gibt ... die zum Teil (im gehobenen Preisbereich sogar recht häufig) ja sogar besser sind.


    Beim AT2020 bin ich vom Zubehör auch nicht wirklich überzeugt.
    Das Dreibein ist wirklich Mist. Ist mir damals sogar noch kurz vor dem Verkauf gebrochen. Da ich aber in fast jedem Fall zum Einsatz von richtigen Stativen rate, die der Klangqualität durch die Verbesserung der Positionierung sehr förderlich sind, kann ich persönlich darüber hinwegsehen.


    Die Klangqualität erscheint mir beim AT2020 - anhand der Vergleiche, die ich bisher gehört habe - etwas reifer. Jedenfalls hat es nicht diese Anhebung in den Höhen, die im ersten Moment zwar viel Transparenz verspricht, auf lange Frist aber auch recht ermüdend (Anhebung von Sibilanzen + Raumhall) wirken kann. Aber das empfindet womöglich jeder anders.


    Ich sehe eigentlich keine direkte Relation zwischen der Größe der Kapsel und der Qualität eines Mikrofons.
    Größere Membranen liefern mehr Pegel, kleinere Membranen hingegen mehr Impulstreue. Das ist - zumindest in diesem Einsatzfeld - aber völlig egal. Viel wichtiger ist es, dass der Hersteller seine Fertigung im Griff hat und nicht an falscher Stelle spart.

    Bei Geizhals (siehe obige Empfehlung von sem) liegt das NT1 schon seit Mitte 2018 auf der 200-Euro-Schwelle. Für konjunkturell Schwankungen mache ich jetzt nicht extra eine 220 Euro Kategorie auf ;)


    Das NT1-A ist doch schon in rund 90% aller Online-Bestenlisten aufgelistet. Da muss ich es hier nicht noch einmal wiederholen.
    Der hohe Rauschabstand ist zwar nice-to-have, in der Praxis aber nur selten relevant. In der Arbeitsumgebung eines Streamers gibt es für gewöhnlich ganz andere Probleme.
    Ich empfehle lieber das AT2035, das nunmal das ausgewogenere Mikrofon darstellt.


    Auch beim NT USB ziehe ich lieber das Äquivalent von Audio Technica vor, da es ausgewogener klingt. Das NT USB halte ich angesichts der starken Höhenanhebung (die nicht nur für schneidende Sibilanzen sorgt, sondern auch den Raumhall betont) für keinen guten Allrounder.
    Die beigelegten Dreibeine kriegen von mir ohnehin keine Empfehlung. Ich empfehle in jedem Fall ein Stativ, mit dem man das Mikro auf Kopfhöhe bringen kann. Dann stimmt auch die Klangqualität. Warum du die Kapselgröße als pauschales Qualitätsmerkmal ins Spiel bringst, erschließt sich mir nicht.

    Vom BM bzw. NW 700/800/7000 ausgehend wäre das Fame CM2 in meinen Augen ein spürbares Upgrade.


    Das CM2 kommt vom selben OEM der auch hinter den Aunas steckt:


    http://www.alctron-audio.com/English/contents/94/451.html
    http://www.alctron-audio.com/English/contents/94/452.html


    Das CM2 bzw. "MC410" scheint dem Äußeren nach zu urteilen auch von Audioprobe unter dem Namen "Lias 1" vertrieben zu werden. Hier ein Review dazu: https://www.professional-audio…oprobe-lisa-1-und-lisa-9/


    Die Preisleistung ist zur Zeit denke ich kaum zu schlagen.


    Edit:
    Gerade gesehen, dass es das "Alctron UM900" - welches von Auna für rund 80 Euro als MIC-900B vertrieben wird - auch von Fame gibt. Und zwar als "CU2 USB" für gerade mal 44 Euro: https://www.musicstore.de/de_D…io-CU2/art-REC0008045-000
    Gleiches beim "Auna CM001" aka "Alctron MC001": https://www.musicstore.de/de_D…io-CM1/art-REC0004714-000
    Auch hier ist Fame wieder erheblich günstiger.


    Das bestätigt mich wieder in meiner Annahme, dass Auna ein preislich gesalzenes Branding für Amazon-Kunden ist. Damit sind deren Produkte für mich endgültig raus. Ich habe die obige Liste dementsprechend aktualisiert. Dort sind nun auch die Pendants von t.bone gelistet.

    Hast du dich mal bei Thomann umgesehen? Dort gibt es zu vielen Lavaliermikrofonen Hörproben.
    Leider merkt man dabei schnell, dass gute Elektretmikrofone richtig teuer werden können.


    Vielleicht kann @MaxxPuzzles demnächst was zu seinem bestellten EM172 Clippy Micriphone sagen. Das basiert nämlich auf einer sehr beliebten Elektretkapsel von Primo. Leider nur Omni (also Kugel), von der Preisleistung her aber top.

    Ich mache mal den Anfang und nenne ein paar meiner aktuellen Preisleistungsfavoriten:


    XLR-Mikrofone


    ... bis 50 Euro
    BM-800 / NW-700 / NW-800
    Behringer XM8500
    Superlux E205
    t.bone SC400
    Pronomic SCM-1
    Fame Studio CM1
    Fame Studio CM2


    ... bis 100 Euro
    Marantz MPM1000
    Auna CM001 (siehe Studio CM1)


    ... bis 200 Euro
    Audio Technica AT2035
    Rode NT1(-A)


    ... ab 200 Euro:
    Sennheiser MK4
    Aston Origin
    Blue Baby Bottle SL


    Spätestens hier wird allerdings eine individuelle Beratung fällig!


    USB-Mikrofone


    t.bone SC440 USB / Fame Studio CU1
    Auna MIC-900B / Fame Studio CU2
    Marantz MPM1000U
    Audio Technica AT2020 USB+

    Also in allen Vergleichen die ich mal gehört habe, klingt das Podcaster noch muffiger als das Procaster. Das ist aber sicher Geschmacksfrage.

    Das Podcaster hat auch eine völlig überzogene Höhendarstellung.
    Dagegen klingt so ziemlich alles muffig, was obenrum nicht künstlich gehyped ist :rolleyes:


    Wenn man weniger "Muff" in der Aufnahme haben will, dann sollte man allerdings auch kein auf die Nahbesprechung ausgelegtes dynamisches Mikro nehmen.

    Sorry, aber ich kann dem Podcaster irgendwie gar nichts abgewinnen. Ich kenne kein Mikro in der Preisklasse, welches so lausig klingt :D


    Da würde ich lieber ein 15 Euro BM-800 nehmen und die Stimme mit dem Saturator aufdicken.


    Zur Sache mit den Hintergeräuschen möchte ich noch anmerken:
    du kannst ein Mikro mit sehr schmaler/spitzer Nierencharakteristik nehmen. Das wird allerdings auch nichts daran ändern können, dass deine Umgebung einfach zu laut ist.


    Den Vorteil der besseren Isolation bei dynamischen Mikrofonen halte ich für überschätzt. Der Abstand zwischen Mund und Mikro entscheidet:


    Klingt etwas hallig. Ich würde vielleicht den Hochton etwas zurücknehmen, der wird beim NT USB leider ziemlich stark betont (siehe Frequenzgang).
    Ansonsten klingts soweit eig. ganz gut. Würde die Stimme im Verhältnis zum Spiel vielleicht noch ein bischen leiser machen. Aber das ist Geschmackssache.

    Vor allem kriegen sie keinen Strom. Wäre mir zumindest neu, wenn ne normale Klinke ausreichend Strom für ein Großmembraner bereitstellt. Da würd ich immer auf USB oder XLR zurückgreifen.

    Gute Soundkarten (leider sehr selten) liefern um die 5V und liegen damit nominell mit USB gleichauf. Mikrofone mit hoher Empfindlichkeit lassen sich damit problemlos betreiben. Ob dann auch die Qualität der Kette (Schaltung von Vorverstärker und A/D-Wandler) stimmt, ist allerdings fraglich. Normalerweise bekleckern sich jedenfalls weder Gaming-Soundkarten noch Onboards sonderlich mit Ruhm. Auch nicht, wenn es in den gehobenen Preisbereich geht. Die Geräte sind einfach nicht für die anspruchsvolle Aufnahme optimiert. Von daher ist USB tedenziell schon überlegen, weil man dort ein abgestimmtes Gesamtpaket bekommt.

    Ich bin nur ein Laie, aber gibt es klanglich wirklich einen großen Unterschied zwischen USB, XLR und Klinke ... WENN die Mikros an sich gut verarbeitet sind?

    Wenn sich der Hersteller bei der Entwicklung Mühe gegeben hat und die Systemumgebung stimmt (z.B. Windows nicht dazwischenfunkt), dann sind die Unterschiede überschaubar. Qualitativ setzt eine gute XLR-Kombi meist noch mal eine Schippen obendrauf. Ob man das als Laie auf Anhieb wahrnimmt, sei aber mal dahingestellt.


    XLR wäre vor allem dann vorzuziehen, wenn man ein Freund modularer Systeme ist und sich für die Zukunft vielleicht noch Spielraum für ein Upgrade offen halten möchte. Dann macht ein gutes Interface als Grundlage schon Sinn.