Let's Plays als Ersatz für das eigene spielen?

  • Halloo meine Let's Plays liebenden leidenschaftlichen Lieblingsforumslieblinge,


    spielt ihr noch, oder schaut ihr schon?
    Haben Let's Plays für euch mittlerweile einen höheren "Stellenwert" als das eigentliche selbstständige Spielen eingenommen?
    Ist das schauen von Let's Plays vielleicht bis zu einem bestimmten Punkt ein Ersatz für's "Selbst spielen" geworden?


    Wobei das vielleicht eher eine Frage für die Leute hier ist, die selber keine Let's Plays produzieren, denn wer sich hier Let's Player nennt und selbst welche erstellt, spielt ja zwangsläufig selber.
    Ich für meinen Teil kann sagen, dass das Ansehen von Let's Plays und Walkthroughs das selbstständige Spielen zu einem großen Teil ersetzt hat.
    Bei mir liegt es einfach daran, dass ich viel unterwegs und oft spät zu Hause bin, und dann meistens zu geschafft, um mich noch entspannt an ein Spiel zu setzen oder ein neues Spiel zu beginnen. Die einzige Ausnahme bildet bei mir die Abendliche Runde Guild Wars 2 mit einem Internetfreund. Ich schaue Let's Plays zu einem großen Teil, weil ich selbst also keine Zeit und/oder keine Lust habe, selbst zu spielen. Im Gegensatz zum eigenen Spielen habe ich die Möglichkeit, während eines Let's Plays oder auch Walkthroughs meine Wohnung aufzuräumen, zu Kochen (Würstchen in die Mikrowelle schieben IST kochen!), Papierkram zu erledigen oder einzuschlafen (tatsächlich laufen Let's Plays bei mir nämlich zum Teil 'nur' nebenbei als Tonspur). Für mich ist es sehr viel einfacher und auch kaum weniger Spaßig, mir ein Let's Play zu einem Spiel anzusehen, das ich selbst schon einmal gespielt habe und mir denke "Eigentlich müsstest du mal wieder XYZ spielen, da war doch die Stelle 123 extrem gut".


    EDIT:
    Oder mal andersrum gefragt, weil @sem da eine passende Antwort verfasst hat:


    macht ihr nur noch Let's Plays? Spielt ihr noch ohne Aufnahme 'für euch selbst'? Oder nehmt ihr konsequent alles auf, was ihr spielt?


    Und Ihr so?

  • Danke für den Thread. Erfrischende Diskussion, die ich erstmal falsch herum verstanden habe.^^


    Deswegen nehme ich mir die Freiheit heraus, erstmal von meiner falschen Ansicht aus zu antworten um dann einen Bogen zum eigentlichen Thema zu schlagen, um den berüchtigten Tellerrand zumindest zu betreten.


    Viele Let's Player haben sich schon so geäußert und auch ich schließe mich ihnen an, dass ich kaum noch ohne Aufnahme spiele. Man könnte schon sagen, dass ich seit 2010 auf fast gar keine Spielstunden mehr komme. Habe grade erst sogar meine restlichen Konsolen (Nintendo Wii + Game Boy) mit allen Spielen verkauft; für Let's Plays benötige ich nur den PC.
    Es widerfährt mir das Gefühl, dass ohne Aufnahme das Zocken "sinnlos" erscheint. Die Aufnahme läuft nicht? Ich will doch nicht umsonst spielen. Als wenn eine stundenlange Aufnahme hinterher plötzlich verloren geht.
    So hat sich das Spielen als solches für mich gewandelt in ein Spielen zu Präsentationszwecken, verbunden mit anderen Motiven, die Let's Plays so mit sich bringen.


    Vielleicht stelle ich mir auch unterbewusst vor, das Spiel will ich sowieso irgendwann Let's Playen. Warum sollte ich es dann zweimal spielen, wenn ich es doch sofort aufnehmen kann. Der "Blind"-Faktor bei neuen Spielen verstärkt den Gedanken noch, da viele vor allem das Erst-Spielerlebnis als Freude beim Zuschauen empfinden.
    Persönlich spiele ich allerdings vor allem ältere Spiele, die ich bereits kenne und schon öfter gespielt habe. Mit Let's Plays beende ich dieses Verhalten sogesehen, da ich nach der Aufnahme diese Spiele wohl nicht, oder nicht mehr so schnell, anfassen werde (abgesehen von ein paar Wiederholungs-LPs). Sogesehen kann ich mit meiner Kindheit, aus der diese Spiele großteils kommen, abschließen und mich einer ungewissen Zukunft stellen.
    Als großer Gamer habe ich mich nie bezeichnet und Let's Playen scheint mir erst recht das Spielen selbst abzugewöhnen. Ob dadurch meine Leidenschaft am Zusehen der Let's Plays anderer gebremst wird, dazu komme ich gleich.



    Um die eigentliche Frage zu beantworten: das selbstständige Spielen würde für mich niemals ersetzt werden können durch die Let's Plays von anderen. Doch grade habe ich erwähnt, dass ich ohnehin immer weniger spiele. Deswegen besehen wir uns kurz meine bisherigen Präferenzen bei Let's Plays. Diese erstrecken sich in erster Linie wie auch meine eigenen Let's Plays auf die Spiele meiner Kindheit; also kenne ich sie selbst meist sehr gut und möchte sehen, wie sie andere meistern. Meine Haupt-Let's Player waren lange Zeit nur hasew+Dake und Emero, die jetzt alle nicht mehr wirklich aktiv sind oder sich stark verändert haben. Kleine, meist neue Let's Player (1-2 Jahre erst dabei) spielen aber immer mal wieder meine Sparte an Spielen und wissen es, wie man unterhält ohne zu sehr dem trendigen Zeitgeist hinterherzuhecheln.
    Daraus ergibt sich, dass ich selbst nach dem Ende meiner eigenen Let's Play Karriere (geplant für 2020) weiterhin die Let's Plays ansehen werde, die mich auch heute interessieren (würden).
    Jedoch keine neueren (aktuelle) Spiele, die ich selbst noch nicht kenne. Überkommt mich die Lust auf ein neues Spiel, würde ich es zuerst selbst spielen (ohne Aufnahme, falls ich der Versuchung widerstehen kann), und mir anschließend angucken, wie mir sympathische Let's Player das Spiel meisterten.
    Hierbei bin ich froh über die Archivmöglichkeit von YouTube, um auch alte Videos ansehen zu können, auch wenn viele Zuschauer scheinbar ein Video für wertlos halten, wenn es älter als 8 Stunden ist. Die Neuklicks für ältere Videos scheinen enorm niedrig zu sein (guckt nicht auf meinen untypischen Kanal, da gibts Gegenbeispiele) und Neukommentare stellen eine bedrohte Erscheinung dar.


    Zusammenfassend über mich bleibt also: Ohne Aufnahme kein Spielen, auch wenn ich mit dem Aufnehmen gänzlich aufhöre. Let's Plays zu bekannten Spielen werde ich immer ansehen, solange mir der Kommentar gefällt.



    Nun bin ich ja nicht repräsentativ, denke aber, dass es Unterschiede in den Generationen gibt. Die mittlere und ältere Generation (aus unserer jungen Sicht 20er und 40er) weiß bestimmt immer ein schönes Spiel zu schätzen und wird es selbst erleben wollen.
    Bei der jüngeren Generation könnte ich mir vorstellen, dass im Moment durch Let's Plays der Idole noch schnell über den Ref-Link das Spiel gekauft, aber recht schnell im überfüllten Steam-Archiv abgelegt wird und man lieber dem Let's Player beim Spielen zusieht. Ob es so weit geht, dass der Spielkauf ausbleibt, darüber lässt sich nur spekulieren.
    Als noch jeder Let's Player oder Streamer werden wollte wie sein Idol, gab das noch mehr Anlass, auch zu investieren und sich Gedanken über Spielauswahl zu machen. Mir scheint, als hätte die Berieselung aus der TV-Zone auch das interaktive Internet erfasst und will uns weismachen, man könnte keine neuen Räder erfinden. Dabei wissen wir inzwischen, dass man selbst aus Einsen und Nullen zweckdienliche Räder bauen kann, die sich auch super fürs eigene Image eignen.

  • Ganz kurz, da ich gerade eigentlich keine Zeit habe, aber das Thema ziemlich interessant finde.


    Vor 2-3 Jahren ging's mir tatsächlich genauso wie beschrieben. Ich hatte selbst nicht mehr gespielt, dafür LPs angesehen. War für mich erst ein willkommener Ersatz, da ich einfach keinen Spaß mehr daran hatte, alleine in meinem Zimmer zu sitzen und nur für mich zu zocken. Mehrspieler fand ich meistens auch blöd, oder eher nur für zwischendurch (dann aber nur Mario Kart oder SSB o.ä.) und mich hat allerdings trotzdem die Story von einigen Spielen interessiert. Was bleibt also übrig? LPs anschauen. Dadurch kann man sich auch mit Leuten austauschen und ich bekomme trotzdem diese ganzen genialen Geschichten mit. Allerdings hat das LPs schauen bei mir auch immer wieder den Drang geweckt selbst zu spielen. Aber wie, wenn mir das alleine zocken doch keine Freude mehr bereitet hat? Also hab ich selbst mit LPs angefangen und dadurch wieder meinen Spaß am (selber) zocken entdeckt. :)

  • dass ich kaum noch ohne Aufnahme spiele.

    Interessanter Einwand - zum Thema "Spielen nur der Aufnahme wegen" wollte ich eigentlich ein eigenes Thema aufmachen, aber so brauche ich das nicht mehr.
    Ich bin zwar selbst kein Let's Player, aber ich kann mir gut vorstellen, dass man durch das Hobby und Gedanken wie

    Ich will doch nicht umsonst spielen

    einfach seltener bis gar nicht mehr "für sich selbst" spielt.

  • Wenn ich selbst spiele, dann meistens mit Aufnahme. Ich kann mittlerweile kaum noch anders, als während des Spielens vor mich hin zu labern, also wäre es ja fast schon schade, wenn ich meine grandiosen Sprüche nicht auch veröffentlichen würde. :P


    Wenn ich bei anderen Leuten zuschaue, dann kann ich halt währenddessen noch was anderes machen und muss mich nicht so sehr konzentrieren wie beim Selbstspielen. Das ist zum Ausklang des Tages wirklich sehr entspannend, und je nach LPer auch sehr erheiternd.


    Allerdings kann es durchaus vorkommen, dass ich ein Spiel bei jemandem sehe und mir denke: Darauf hätte ich auch Lust. Dann installiere ich es halt und drehe selbst ein paar Runden, so lange wie es mir Spaß macht. Insofern würde ich eher behaupten, dass LPs kein Ersatz für das eigene Spielen sind, sondern vielmehr eine entspannende Alternative und gleichzeitig ein Katalysator für das eigene Spielen. 8)

  • Ich habe immer ein, zwei Games, die vom Entspannungsfaktor her ganz weit vorn stehen, die ich nicht LPe, ansonsten aber läuft neben dem Zocken her die Aufnahme. Es gibt einfach Momente, in denen ich absolut kienen Bock drauf habe, mit anderen Menschen zu kommunizieren, egal ob direkt oder indirekt, und dann ziehe ich so Dauerbrenner wie Slime Rancher heraus, oder momentan ganz aktuell Oxygen not Included, weil ich da sehr viel tüfteln kann und muss, darin verliere ich mich dann ein zwei Stunden und alles ist danach wieder gut ;) in solchen Stimmungen würde ich auch nicht Let's Playen wollen, weil dann nichts gutes dabei heraus käme ..


    Oder SW:ToR - das spiele ich eigentlich fast jeden Abend, allerdings kein PvE, sondern Rollenspiel im MMORPG. Dabei eine Aufnahme laufen zu lassen, würde mir das Spiel ziemlich versauen und mich vom Schreiben schöner Text-Emotes eher ablenken :)
    Genau deswegen bin ich auch nur in Ausnahmefällen ein Konsument - beispielsweise, wenn mich ein Spiel interessiert, ich es aber nicht selbst spielen will, weil es mir zu stressig wäre (zB Hellblade, die Kämpfe gehen echt garnicht!) oder aus reiner Nostalgie, wenn ich ein Spiel vor Jahren gezockt habe und es dann bei einem LPer oder einer LPerin, die ich sympathisch finde, wieder entdecke und gucke, wie er/sie sich darin schlägt.

  • Wenn ich Let's Plays anschaue, dann meistens erst, wenn ich das Spiel selber schon durch habe, weil ich es selbst erleben möchte. Ausnahmen sind Spiele, die nicht storylastig sind oder die ich nicht so wirklich auf dem Zettel habe bzw. wo ich skeptisch bin. Da verschaffe ich mir mit Let's Plays gerne einen Eindruck und lege dann gegebenenfalls selbst los ^^


    Seitdem ich mit den Let's Plays angefangen habe, spiele ich meistens nur noch während ich auch aufnehme. Ich möchte ungern Spielmomente und meine Reaktionen nicht auf Band haben :/


    Aber selbst vor meiner Zeit als Let's Player habe ich mir Let's Plays erst angesehen, wenn ich es selbst durchhatte oder mindestens genauso weit wie in der letzten Folge war.

  • Haben Let's Plays für euch mittlerweile einen höheren "Stellenwert" als das eigentliche selbstständige Spielen eingenommen?

    Nö, sowas wird auch nie passieren. Ich schaue andere Let's Plays als reine Unterhaltung. So viele sind es tatsächlich auch gar nicht. Von Gronkh sein Minecraft Endlosprojekt sowie einige der HWSQ Folgen und WarOwls Counter-Strike Folgen. Ansonsten schaue ich nicht wirklich was, schalte auch bei Gronkh ab wenn er Starbound oder die ganzen anderen Sachen im Stream spielt.
    Selbst wenn ein YouTuber mir sehr sympathisch ist, würde das nicht reichen Sachen zu schauen, die ich nicht mag, bzw. mich nicht interessieren, bin da vielleicht ein Extremfall. Ich kann mir auch von anderen nicht angucken wie sie Rennspiele zocken, in der Regel rege ich mich dann auf über den Fahrstil und das nicht vorhandene technische Verständnis wieso der Wagen nun gerade das, und nicht das macht :D


    Insofern ist der Stellenwert des selber Spielens bei mir astronomisch höher, als Let's Plays schauen.

  • Ich find es interessant, wieviele Leute hier aussagen, dass sie eigentlich nur noch Aufnehmen und nicht mehr ohne Aufnahme spielen.


    Ich gehe davon aus, dass ihr entweder allein oder noch bei euren Eltern wohnt. Ich persönlich wohne mit meinem Partner zusammen und kann es mir gar nicht leisten, jeden Abend nach der Arbeit noch mehrere Stunden aufzunehmen. Da wäre mein Ehemann irgendwann mal extrem angepisst, weil ich gar keine Zeit mehr mit ihm verbringe.
    Deswegen haben wir einen Tag ausgemacht, wo er eh immer zu müde ist, was mit mir zu machen, und das ist mein genereller Aufnahmetag. Dazwischen gibt es auch noch andere Tage, z.B. wenn er weg ist, Fußball schaut oder wir etwas zusammen aufnehmen.


    Aber nicht nur deswegen spiele ich auch ohne Aufnahme. Es gibt manchmal auch einfach Spiele, die ich nicht aufnehmen will. Ich will sie erstmal für mich allein erleben oder regelmäßiger spielen. Außerdem muss man beim Aufnahmen durchgehend viel konzentrierter sein, wenn ich es einfach nur für mich spiele, ist das sehr sehr sehr viel entspannender.


    Nun zum eigentlichen Thema: Das Anschauen von LPs als Ersatz für das eigene Spielen.


    Ich schaue LPs, einige sogar. Eigentlich schaue ich mir täglich einen LP-Part an. Und zwar beim Essen, wenn ich eh nicht spielen kann, da meine Hände mit etwas anderem beschäftigt sind.
    Meistens schaue ich Spiele, die ich auch selber kenne, da ich die Reaktion der Spieler auf meine Lieblingsspiele sehen will und vielleicht noch ein paar mir unbekannte Tricks lerne.
    Ich schaue aber auch mal von Spielen, die ich nicht kenne und zwar, wenn ich dieses Spiel nicht spielen will. Das kann verschiedene Gründe haben wie z.B., dass das Spiel sehr alt ist und ich es deswegen nicht spielen mag, weil ich es persönlich zu schwer finde oder weil ich das Spiel storymäßig interessant finde, aber mit dem Gameplay nicht sonderlich warm werde.
    Auch ein Grund kann sein, dass ich mithalten will mit den beliebten Trends im Internet... Ich schau mir gern Fanart an und lese Fanfiction und folge Blogs und es kann gut passieren, dass sie eine neue Sache haben, die sie alle toll finden, die ich aber nicht kenne. Wenn ich nun das Spiel dazu nicht spielen will, sind LPs perfekt geeignet, um trotzdem zu verstehen, was die da alle wieder zeichnen und machen.


    Als Ersatz für das eigene Spielen seh ich LPs dafür aber nicht. Es kann gut passieren, dass ich das angeschaute Spiel dann auch selber doch noch spielen will und es mir kaufe und auf meine eigene Art erlebe.
    Ich bin mir auch sicher, dass LPs sowieso für mich dann vorbei sind, wenn ich mal ein Kind bekomme. Ich genieße die Zeit, die ich damit noch habe, sehe es aber nicht als meinen Lebensinhalt und sehe mich auch in 10 Jahren nicht mehr vor dem Mikrofon.

  • Witzige Annahme. Ich gehe davon aus, dass du noch zu unreif bist und deswegen noch Computerspiele spielst.^^


    Bei mir ist es, wie ich auch oben schrieb, dass ich prinzipiell kaum noch spiele und wenn es dann mal dazu kommt, nehme ich eben direkt auf.

    Ich bin dabei wirklich von täglichen Aufnahmen ausgegangen. Vielen Dank aber auch, mich unreif zu nennen. Ich hab doch danach erklärt, dass ich wegen meiner Beziehung nicht ständig zum Aufnehmen komme.

  • Spiele mit Story, die ich spannend fänd, für die ich aber absolut keine Zeit habe, schaue ich mir durchaus als LP an.
    Am liebsten immer dann, wenn grad ein eigenes Video brav vor sich hinrendert :-)
    Und dann auch bevorzugt bei kleineren Youtubern.


    Zur anderen Frage...
    In der Regel läuft die Aufnahme. Mit dem Hintergedanken, man könnte ja einen richtig geilen Moment erleben und hätte dann kein Videomaterial davon. Es kam aber auch durchaus schon vor, dass ich meinen gleichzeitig laufenden Privatsave doch noch zum LP umwandelte.
    Den Luxus kann man sich erlauben bei Sportspielen ;-)



    Zusatz:
    Ich lebe fast 15 Jahre mit meiner Partnerin zusammen und sehe da auch kein Problem drin alles unter einen Hut zu bekommen

  • Ich denke bei mir hält sich das die Waage. Ich spiele nicht viel und das was ich an Zeit finde, wird i.d.R. aufgenommen. Ein Spiel streame ich zum größten Teil auch, weil ich mir so den Tanz des kodierens (usw) nach der Aufnahme sparen kann und dafür gleich ein paar Stunden am Stück vertieft bin. Youtube nimmt halt für mich auf. Ohne „Kamera“ spiele ich derzeit nix.


    Anschauen tu ich auch gerne, meist wenn ich esse oder der Encoder läuft oder ich an der Nachbearbeitung bin und dann nebenbei einfach Geblubber zur Beschallung läuft. Was ich letztlich anschaue hängt von unterschiedlichen Zielen ab. Es kann etwas sein, dass ich interessant finde, selbst aber nie spielen werde. Etwas das ich schon kenne und ich jemand anderen dabei zusehen möchte, wie sie/er es erlebt. Oder ich habe Interesse an einem Spiel und will erst einmal rein schnuppern, nur um dann zu entscheiden, ob ich es selbst spiele oder nicht. Im Falle von Ja hör ich dann auch auf das Letˋs Play anzuschauen. Und dabei ist auch immer die Kommentatorin/der Kommentator wichtig. Ich hab zwar ein, zwei, bei denen ich am liebsten schaue, aber manchmal versuche ich auch neue Spieler zu finden, kombiniere quasi das Interesse an einem Spiel mit einem neuen Spielführer.

  • Wenn ein Spiel mich reizt, ich aber die Konsole dafür nicht hab oder schlichtweg nicht selbst spielen mag, wie zum Beispiel Resident Evil 7, schau ich mir in der Regel lieber Let's Plays an. Nur bei einem so storyintensiven Spiel wie Metal Gear Solid mag ich keinen Kommentar haben.


    Die für mich relevanten Spiele zock ich lieber für mich wie zum Beispiel Zelda: Breath of the Wild. An manchen Tagen fehlt mir schlichtweg die Motivation für Streams, will aber trotzdem weiterspielen - verträgt sich schlecht. Daher auch gerne Nebenbei- bzw. Immer-mal-wieder-Titel für den Stream wie Stardew Valley oder Binding of Isaac, wo es relativ egal ist, welche Fortschritte ich sozusagen offline mache.

  • Finde ich interessant, was @sem sagt - mir geht es manchmal genauso, dass ich "nichtaufgenommenes" Spielen als Verschwendung empfinde. "Das wäre ein super Video gewesen". Aber ich spiele dennoch weiterhin viel ohne Aufnahme. Ich habe sogar den gegenteiligen Effekt bemerkt - manchmal ist es geradezu entspannend, einfach mal drei Stunden beim Spielen die Schnauze zu halten und (repititive) Dinge in Spielen zu tun, die für Zuschauer langweilig wären.


    Zudem gibt es verschiedene Gründe, die gegen eine Aufnahme sprechen können:


    - Das Spiel eignet sich nicht als LP. Das betrifft zum Beispiel Spiele, bei denen man immer und immer wieder dieselben Abschnitte spielt, um besser zu werden wie Rennspiele. Oder auch extrem dialoglastige Spiele oder solche mit sehr viel Bildschirmtext. Hier kommt der LPer kaum zum Zug, dann kann man sich auch einen Walkthrough ohne Kommentar anschauen.
    - Man spielt das Spiel mit anderen Leuten. Ich spiele viele Spiele mit Fokus auf Narration mit meiner Frau. Bei einem LP war sie auch schon dabei, aber ansonsten spielen wir dann halt sehr in unserem Tempo oder sprechen über ganz andere Dinge, machen lange Pausen und diskutieren, was gerade passiert ist. Das könnte auch unterhaltsam sein, aber manchmal will man auch Dinge nur für sich tun.
    - Man will nur mal schnell ein Spiel antesten, ohne sich gleich ranzubinden. Dazu gibt es zwar auch das "Let's Test"-Format", aber vieles eignet sich dann auch nicht wirklich.
    - Man ist zu platt zum Quatschen und will seine Ruhe. Oder man will nur eine kurze Runde spielen und nicht das Aufnahmeequipment anschmeißen.
    - Andere Leute sind mit im Raum und würden durch den Kommentar gestört werden. Ich spiele insbesondere viel 3DS abends im Bett oder nebenbei auf dem Wii U Gamepad oder der Switch ohne Ton.
    - Man LPt grundsätzlich zu zweit. Da man sich aber selten trifft, spielt man in der Zwischenzeit alleine.


    Was ich in der Tat gar nicht mehr mache, ist Videospiele mit meinem LP-Partner zu spielen und sie nicht aufzunehmen. Neulich haben wir eine Ausnahme gemacht und einfach mal ohne Aufnahme Mario Kart gespielt. Das war super. Danach haben wir dann allerdings ein anderes Spiel gespielt und so viel gelacht und Quatsch gemacht, dass wir uns geärgert haben und das Spiel abgebrochen haben, um es später nochmal aufzunehmen :)


    Unterm Strich ist es schon so, dass sich das LPen auf mein Spielverhalten auswirkt. Ich bin ein viel größerer Komplettierer geworden, ich spiele Spiele nicht, die ich potenziell LPen möchte und ich ärgere mich gelegentlich, wenn ich was nicht aufgenommen habe. Aber es gibt noch genug Spiele, die ich nur für mich spiele und das wird sich auch sicher nicht ändern.


    Für das regelhafte Schauen anderer LPs bleibt bei mir aber überhaupt keine Zeit. Ich gucke aus Interesse gelegentlich, was andere so tun und wie sie moderieren, aber ich habe noch nie ein komplettes LP von jemand anderem geschaut. Nur einzelne Folgen.

  • Haben Let's Plays für euch mittlerweile einen höheren "Stellenwert" als das eigentliche selbstständige Spielen eingenommen?
    Ist das schauen von Let's Plays vielleicht bis zu einem bestimmten Punkt ein Ersatz für's "Selbst spielen" geworden?

    Auf gar keinen Fall! Ich kann mir keine LPs anschauen oder nem Kumpel über die Schulter schauen, während er spielt, ich MUSS selbst spielen. Zuschauen ist lllllaaaangweilig ;D

  • Ich gehe davon aus, dass ihr entweder allein oder noch bei euren Eltern wohnt.

    Äääh...

    Witzige Annahme. Ich gehe davon aus, dass du noch zu unreif bist und deswegen noch Computerspiele spielst.^^
    Bei mir ist es, wie ich auch oben schrieb, dass ich prinzipiell kaum noch spiele und wenn es dann mal dazu kommt, nehme ich eben direkt auf.

    Ok, gut das @sem das geschrieben hat :D

    Vielen Dank aber auch, mich unreif zu nennen.

    Hat er nicht, er hat es nur ähnlich verpackt wie du deine eigene Aussage.

    Zuschauen ist lllllaaaangweilig ;D

    Für mich eben gar nicht :D

  • *seufz* Ich sollte die Aussage echt löschen. Das sollte nur bedeuten, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass jemand mit einem Vollzeitjob, der mit einem Partner oder Kindern zusammen wohnt täglich zum Aufnehmen oder Streamen kommt.

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