Beiträge von Phoenyx

    Albtraum / Alptrau


    Dies sind tatsächlich zwei gleichwertige Schreibweisen, wovon mal die eine, mal die andere bevorzugt wurde.


    Ein Fehler den ich tatsächlich immer wieder mache, ist zum Beispiel: "Ich muss noch nach [beliebige Supermarktkette einfügen]".
    Das ist aber durch den Ruhrpottdialekt begründet, dem ich mal mehr, mal weniger stark ausgeliefert bin.


    Was mich persönlich - gerade im Internet - stört, sind Klassiker wie fehlende Satzzeichen, keine korrekte Klein- und Großschreibung und Semantikfehler (seit/seid).


    Und ja, "einzig" ist schon ein Superlativ und kann darum nicht gesteigert werden. Sätze wie "das ist das einzigste ..." machen mich wahnsinnig.


    Ich glaube, ich wäre der perfekte Grammar-Nazi, wenn ich nicht gelernt hätte, solche Fehler ganz schnell zu übersehen.
    Allerdings finde ich es tatsächlich schade, dass so wenige in der Lage sind, sich schriftlich verständlich auszudrücken. Da blutet mir ein wenig das Herz.


    Opfer der Rechtschreibreform

    Geht mir genauso. Ich finde übrigens, dass so manche Reformen auch ausgemachter Schwachsinn sind. "Delphin" sieht meiner Meinung besser aus als das reformierte "Delfin" und gegen ein "daß" hab ich auch nichts einzuwenden.
    Gerade deshalb nehme ich ältere Schreibweisen nicht unbedingt als Fehler wahr.

    Auf jeden Fall verändert man sich ein wenig.
    Ich habe auch eine ganz andere Stimme und Betonung wenn ich ganz normal mit Freunden rede, als wenn ich wirklich versuche zu unterhalten. Das ist glaube ich Natur der Sache. Man passt seine Präsentation ja an den Umständen an und das ist meiner Meinung nach komplett normal.
    Das ist genauso wenn man auf der Bühne stehen und schauspielern soll. Man bekommt (vielleicht ohne es genauer zu bemerken) eine andere, etwas selbstbewusstere Körperhaltung wenn man auf die Bühne tritt, bevor man auch nur ein bisschen geschauspielert hat.
    Das muss aber zwangsläufig nicht bedeuten, dass man nicht auch dann authentisch wäre.
    Wenn ich in Schluffiklamotten auf der Couch rumgammel und ein wenig ruhiger mit Freunden quatsche, wenn ich ein wenig aufgedonnert auf ner Party zum Clown mutiere, wenn ich mit raumfüllenderer Körperhaltung auf der Bühne stehe um eine Rolle zu präsentieren ODER aber mit sehr viel lebendigerer Tonlage und Rhetorik ein Let's Play aufnehme dann sind das alles verschiedene Facetten meiner Persönlichkeit und darum ja immer noch authentisch. Und diese einzelnen Facetten verschmelzen hier und da auch miteinander.

    Ich glaube, woran man beim Start eines Youtube-Kanals am meisten achten sollte, sind die eigenen Beweggründe, warum man dies tut und die eigenen Erwartungen an das neue Projekt.


    Wenn man nun erwartet, dass man mit einem Let's Play-Kanal sofort eine Flut an Abonnenten und Klicks bekommt und den ganz großen etablierten Let's Playern bald schon auf die Pelle rücken kann, ist das Projekt schon fast zum Scheitern verurteilt. Denn Erfolg stellt sich bei diesem betäubenden Überangebot an Let's Plays nun mal nicht so schnell ein und Wachstum erfolgt nur sehr gemächlich und schleppend. Bei zu hohen Erwartungen setzt dann natürlich ganz schnell die Enttäuschung ein und im schlimmsten Fall hängt man das Hobby, das man vor kurzer Zeit noch mit Begeisterung gestartet hat, sehr bald wieder an den Nagel.


    Ich gestehe, ich habe mir bei meinem Kanalstart so gar keine großen Gedanken gemacht und erst recht keine Erwartungen. Ich hatte einfach nur Lust mich auf das Experiment Let's Play einzulassen und dann mal schauen, wohin die Reise geht.
    Und wie bei jedem anderen Hobby auch, wächst man auch bei Let's Plays erst Stück für Stück in die Materie hinein. Ich glaube, niemand beginnt einfach so mit einem neuen Hobby und kennt sich sofort mit allen Hintergründen des neuen Hobbys sofort aus. Tricks und Tipps sammelt man sich dann nach und nach zusammen, man setzt sich mit verschiedener Hardware und Software auseinander und beschäftigt sich immer intensiver mit der Gestaltung seines Kanals. Das reine Zocken ist tatsächlich nur ein ganz kleiner Baustein dieses Hobbys.


    Bonustipp: Eine brauchbare Stimme und Ausdrucksweise oder auch einen soliden Humor sollte man am besten schon vorher mitbringen. Immer wieder stolper ich über Kanäle, bei denen man sich fragt, ob sich die Youtuber bewusst sind, wie grauenhaft sie sich was zusammenstammeln und nuscheln. Man kann sich entwickeln, aber eben auch nur bis zu einem gewissen Punkt. Manche werden nie eine angenehme Dynamik in der Stimme entwickeln, einige nie schaffen anständig unterhaltsam zu sein.

    Das was DaddelZeit! hier anspricht ist tatsächlich auch ein wichtiger Baustein des Hobbys "Let's Play", der - so erscheint es mir - oftmals unterschätzt wird.


    Und ich finde, man darf sich am Anfang ruhig die Zeit und die Gelassenheit geben, in Ruhe zu Lernen und sich in die verschiedenen kleinen Bausteine einzuarbeiten. Und das Lernen funktioniert am Besten, wenn man sich eben nicht durch zu hohe Erwartungen und der zwangsweise darauffolgenden Enttäuschung blenden und demotivieren lässt.


    Je länger man sich mit einem Hobby schließlich auseinandersetzt, desto eher wird auch klar, welche Richtung man mit diesem Hobby einschlagen möchte. Welche Mittel, Methoden und Strategien möchte man nutzen, inwiefern möchte man sich über die Dauer des Hobbys technisch weiter ausbauen, möchte man sich an ein Genre binden oder lieber ein wenig freier bleiben, eventuell auch auf Kosten von Zuschauerzahlen?


    Warum ich von diesem Hobby so fasziniert bin? Weil es viele verschieden Kompetenzen und Thematiken miteinander verbindet, die ich in der Kombination ganz, ganz spannend finde.
    Da ist das reine Zocken, die Videobearbeitung, die Bildbearbeitung bei Thumbnails, der Kontakt zu meiner kleinen Zuschauerschaft, die Möglichkeit und den Spaß daran meine Mitmenschen zu unterhalten, meine Quasselsucht, die ich ungehemmt ausleben kann, das Vergnügen an meiner Hardware und Marketingstrategien.


    In all das muss man sich erst einarbeiten und all das macht dieses Hobby zu einer komplexen und arbeitsintensiven Tätigkeit.
    Und mit der nötigen Spur Realismus, Pragmatik, Gelassenheit und Selbstironie schafft man es auch, meiner Meinung nach, dauerhaft am Ball zu bleiben, so dass aus dem Hobby "Let's Play" und dem eigenen Kanal nicht nur eine kleine Stichflamme, sondern auch ein beständig prasselndes kleines Feuerchen werden kann.


    Mein Meilenstein ist wirklich ein sehr persönlicher: Ich habe, seitdem ich nun Ende September mit Let's Plays begonnen habe, es geschafft rund 100 Videos hochzuladen und regelmäßig Content zu bieten. Ich bin tatsächlich super stolz auf meine Konsequenz. :D


    Wenn man ein neues Hobby beginnt und sich da ahnungslos reinstürzt, weiß man ja vorher nie genau, wie das Ganze laufen wird.
    Aber bis auf die Weihnachtsflaute vor den Feiertagen, schauen meine Zuschauer immer noch fleißig mit und den ein oder anderen Zuwachs habe ich auch schon wieder bekommen, sodass ich zwar kleine aber feine 70 Abonnenten zählen darf, was mich immer noch ein wenig sprachlos macht - ich hab doch grad erst angefangen, Mensch! =O


    Was mich persönlich auch extrem freut ist, dass ich nun ein neues Mikrofon mein Eigen nennen kann - endlich guter Sound! YES! :D

    Das für mich persönlich schwerstes Spiel bisher ist gleichzeitig ein Spiel, dass ich echt wahnsinnig liebe und suchte: The Long Journey Home.
    In diesem Spiel gelingt es mir nur persönliche Meilensteine zu sammeln, ob ich weiter als das letzte Mal gekommen bin. Nach Hause hat es meine liebe Crew leider nie geschafft.


    Interessanterweise stört das aber meine Motivation nicht - irgendwann schaffe ich es ... bestimmt - na ja, vielleicht ... möglicherweise ... (oder auch nie :D )

    Tatsächlich finde ich diese geschnittenen Szenen am Anfang eines Videos als Zuschauer einfach nur nervig.
    Ich möchte nicht abstreiten, dass dieser kleine Zusammenschnitt am Anfang nicht sinnvoll sei. Das mag durchaus zu sein.
    Aber ich als Zuschauer werde real davon einfach abgeschreckt. Dies passiert bei mir vor allem, wenn ich durch Kanäle zappe, die ich noch nicht kenne und dabei mal ein Video anschaue und sofort mit Eindrücken, Filmmaterial und Gelaber zugebombt werde, bevor ich zum Video überhaupt begrüßt werde. Da schalte ich dann tatsächlich ganz schnell ab.


    Kann aber auch sein, dass ich für diesen Video-Schnitt-Trend auch ein zu alter Zuschauer bin und diese Methode bei jüngeren sehr viel besser funktioniert.

    Bei mir ist ebenfalls das Zeit-Problemchen ganz fett oben auf der Problemskala. Wenn ich nur könnte, wie ich wollte ...


    Aber auch das gibt sich mit der Zeit. Bisher ist mehr einfach nicht drin. Da bin ich dann schon froh, nicht all zu viele Abonnenten zu haben, die ich im schlimmsten Fall enttäuschen könnte. Obwohl ich umgekehrt sehr stolz bin, fast von Anfang an ein Video pro Tag raushauen zu können ohne Aussetzer. Keine Ahnung, wie ich das bisher angestellt habe und ich hätte von mir selbst nicht gedacht, dass ich so zuverlässig sein würde. Und das obwohl ich vorher auf meinem Blog auch 2 lange Beiträge pro Woche geschafft hab. Anscheinend bin ich ein kleines Arbeitstierchen.


    Das halte ich auch für mein größtes Problem: ich kreische nicht, ich übertreibe eher seltener, meine Ausdrucksstilmittel sind Sarkasmus und Ironie, ich benehme mich nicht auf Knopfdruck albern, nur um jemandem gefallen zu wollen. Diesen hyperaufgeregten, jeden-Kleinscheiß-hypenden Kommentarstil so vieler erfolgreicherer Youtuber kann ich schlicht nicht nachmachen und will es auch gar nicht - es heißt ja, dass man sich, um unterhaltsam zu sein, zumindest grundlegend verstellen können muss, aber gerade eine Verstellung in diese Richtung geht so gar nicht an mich.

    Das zum Beispiel mag ich sehr an Dir und Deinen Let's Plays. Die unaufgeregte und leicht sarkastische Art gefällt mir total. Gerade in Kombination mit Deiner eher tieferen Stimme finde ich es äußerst angenehm und Du hast ja dennoch Betonung in Deiner Stimme.
    Man kann manchmal eben einfach nicht aus seiner Haut und seinen eigenen Typ völlig verdrehen.
    Ich habe es in meinen ersten Folgen auch noch sehr ruhig versucht und gezwungen ruhig und unaufgeregt zu sprechen - das konnte ich auch nur ein paar Folgen hindurch aushalten. Und jetzt hab ich den Eindruck, dass ich hier und da zu fipsig bin.
    Aber vielleicht sieht man sich selbst immer im kritischsten Licht.


    Was soll ich Spielen -> Wie viel arbeit soll Ich in das Edit stecken? -> Nach stunden von editieren -> motivations einbruch weil es nur 100 Leute sehen.

    Ich wäre ja schon glücklich über 100 Views. Aber ja, das ist ganz unbestritten frustrierend hier und da. Mir ging es erst gestern so. Da war ich wider besseren Vorsatzes auch total frustriert.

    Es gibt nichts zu bemängeln.

    Wooooah - das sind, finde ich große Worte! Und es freut mich natürlich sehr, dass ich meinen kleinen Job zu unterhalten, offenbar gut mache. Ich strahle wie ein Glücksbärchi :D


    Am Anfang ist es ein wenig langweilig, aber das ist nicht deine Schuld. Im Spiel passiert halt einfach sehr wenig. Und du hast die Zeit gut überbrückt. Der Bruder mit der Taschenlampe läuft im Kreis und das geht dann erstmal 10 Minuten so weiter.

    Das stimmt natürlich. Am Anfang ist es sehr, sehr ruhig und es passiert bis auf ein wenig Nachtwanderung durch den Wald nicht viel. Beim Spielen baut sich allerdings immer mehr und mehr die Spannung auf, weil man sich fragt, was im Dunkeln lauern könnte.
    Grundsätzlich hätte der Anfang des Spiels auch ein wenig kürzer gestaltet werden können, da gebe ich Dir Recht.


    Ich persönlich finde es mal interessant einen schwedischen Titel zu zocken und ich bin gespannt, ob das Spiel am Ende überzeugen kann. Das ist bei Horrorspielen immer so eine Sache. Wenn die Story keinen runden Abschluss findet, hat sowas ja auch immer einen faden Beigeschmack. Aber mal sehen.


    Facecam ist natürlich bei Horror Spielen immer besser aber gerade bei diesem habe ich den Eindruck ist sie gar nicht zwingend von Nöten, denn das Spiel scheint eher langsam zu sein und zumindest von dem was ich gesehen habe, keine krassen Shock Momente zu haben. Ich find das grundsätzlich auch ganz gut. Mir sagt unterschwelliger Horror besser zu.

    Ich hatte auch beim Gegenschauen den Eindruck (ich wäge immer erst danach ab, ob ich das neue Projekt dann auch hochladen soll), dass dieses Spiel ohne Facecam auch funktioniert. Zumindest besser als erwartet, sodass ich das Wagnis dann doch eingegangen bin.


    Ist eine Facecam eigentlich mittlerweile eher gewünscht?
    Also, nicht nur bei Horrorspielen.
    Denn ich sehe immer Videos mit Facecam.

    Auch wenn ich dieses Mal ohne Facecam ein Horrorspiel let's playe, bin ich dennoch der Meinung, dass zu Horrorspielen eine Facecam ein absoluter Mehrgewinn darstellt.


    Für alle anderen Spiele würde ich dies allerdings nicht pauschal so sagen.
    Klar, es gibt einige, die ihre Visage in jedes Video reinhauen - für mich persönlich muss es allerdings passen.
    Beispiel: Einige zocken auch Sims mit Facecam. Aber was will ich da im Bild?
    Ich habe zwar eine recht abwechslungsreiche Mimik, aber was ich bei diesem Spiel damit in einer Facecam anstellen sollte, ist mir schleierhaft. Bei einem Horrorspiel ist es wieder eine ganz andere Sache, weil man viele verschiedene Stufen der Anspannung von der Mimik ablesen kann.
    Und es gibt sicherlich auch andere Spiele, außerhalb des Horrorgenres, bei denen eine Facecam wirkungsvoll sein kann.
    Allerdings nicht bei jedem Spiel.


    Und umgekehrt finde ich es auch mal ganz schön, wenn die Stimme nur für sich allein wirkt. Wie zum Beispiel bei eher ruhigeren Spielen.


    Hinzu kommt der Punkt, dass ich mich dann als Spieler auch mit der Facecam wohlfühlen muss. Wenn ich bei einem Spiel keine Ideen habe, wie ich wirkungs- und sinnvoll mit der Kamera interagieren kann, ist eine Facecam dann definitiv fehl am Platz. Denn zu filmen, wie ich mimikleer auf meinen Bildschirm starre nur damit meine Zuschauer einen Blick auf mein hübsches Gesicht werfen können, ist irgendwie auch sinnfrei. ?(

    Hallo, da bin ich wieder mit der Bitte um eine kleine Rückmeldung!

    Dieses Mal wage ich mich an ein Horror Let's Play und da ich Padawan ja noch in der Ausbildung bin, hätte ich gerne dazu ein paar Rückmeldungen und Meinungen.


    Ich spiele den schwedischen Indie Survival Horror Titel Unforgiving - A Northern Hymn.


    Ich möchte in Zukunft gerne mehr Horror Spiele bringen, einfach weil ich dieses Genre grundsätzlich genial finde und hier vor allen Dingen der Indie-Bereich einen für mich interessanten Titel nach dem anderen bereit hält. Allerdings kann ich schlecht beurteilen, ob mein Kommentarstil dazu passt.
    Das ist schließlich das erste Horrorspiel, das ich zocke und während dessen quatsche. Mir ist beim Gegenschauen aufgefallen, dass ich recht viel zu plappern scheine und vor Nervosität sogar das Singen anfange. :D
    Da würde es mich einfach insgesamt interessieren, wie denn der Eindruck als Zuschauer ist.


    Von meinem ollen Headset habe ich mich seit dem letzten Feedback hier gegen ein anderes Mikrofon ausgetauscht, das allerdings auch erst einmal eine kleine Überbrückungslösung ist. Allerdings habe ich schon den Eindruck, dass der Ton schon sehr viel besser klingt als meine Anfangsvideos auf meinem Kanal.


    In zukünftigen Horror Let's Plays möchte ich auch unbedingt mit Facecam aufnehmen. Dieses Let's Play läuft allerding noch ohne Facecam. Natürlich weiß ich, dass damit der Reiz flöten geht, sich über das erschrockene Gesichtchen zu beömmeln, aber ich war einfach so ungeduldig um länger auf dieses Projekt zu warten und hab es trotzdem ohne Cam gewagt, da ich mir diese erst noch zulegen muss.


    Das Video für's Feedback: Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald #01 • UNFORGIVING: A Northern Hymn


    [Externes Medium: https://youtu.be/TdVHayNnq-c]


    Und wie beim letzten mal eine kleine Anmerkung:
    Ich erstelle diesen Post wirklich, um etwas zu lernen und bin auch schon ein großes Mädchen, dass mit konstruktiver Kritik umgehen kann, deswegen braucht ihr euch nicht davor zu scheuen, eure ehrliche Meinungen und Bedenken zu äußern.



    Vielen Dank im Voraus!


    Liebste Grüße


    Phoenyx

    Ich persönlich mag beide Genres sehr gerne. Bei Story-Games besteht allerdings die Gefahr, dass Zuschauer extra nicht reinschauen, weil sie das Spiel selbst zocken möchten und sich nicht spoilern lassen wollen.
    Bei Multiplayer-Games kommt es widerrum stark auf den Charakter des Let's Players an, da man ohne bzw. kaum Story komplett allein unterhalten muss und das muss man können. Kommen dann noch mitquasselnde Mitspieler hinzu, muss auch noch diese Chemie stimmen.

    Hallo Sarafina,

    ich weiß, das ist wahnsinnig viel Text - bitte erschrick nicht. Ich bin leider ein Mensch vieler Worte und da dies das erste Feedback ist, das ich hier erstelle, möchte ich natürlich meine Gedankengänge und Hintergründe plausibel erklären um ein hoffentlich hilfreiches Feedback zu geben.


    Ich möchte an dieser Stell auch noch mal betonen, dass ich selbst noch eine Anfängerin bin. Daher kann ich mit Tipps und Tricks bezüglich Technik und Youtube speziell eher weniger dienen und bin mir sicher, dass erfahrenere Forenmitglieder hier konkreter helfen können, als ich. Daher lege ich bei meinem Feedback den Schwerpunkt auf meinen Eindruck als Zuschauer.


    Allerdings habe ich vielfältige Erfahrungen bezüglich des Auftretens vor realem Publikum. Privat während meines Hobbys beim Theater und beruflich nun durch unzählige Vorträge. Dahingehend möchte ich auch ganz im Allgemeinen meine Erfahrungen, Tricks, Tipps und Denkanstöße zum Thema Unterhaltung teilen, über die man sich vielleicht nicht so gezielt Gedanken macht, wenn man damit vorab noch nicht konfrontiert wurde.


    Meine persönliche Erfahrung zum Abonnentenwachstum als Anfänger:

    Du bist ja auch noch, genau wie ich, noch recht am Anfang mit diesem Hobby. Da ist das Abonnenten-Wachstum eben einfach schleppend. Als Anfänger ist man für Youtube eben einfach zu klein und zu unbedeutend, um gute Chancen zu haben, von neugierigen Zuschauern gefunden zu werden. Da schleppt man sich eben dann mühsam von Abonnenten zu Abonnenten. Die einzige Chance, die man da alsAnfänger hat, ist es gemessen an den eigenen Erfahrungen die bestmöglichsten Videos zu produzieren, um, wenn man dann gefunden wird, zu überzeugen.


    Let’s Playen auf Youtube scheint mir definitiv ein langwieriges und ausdauerndes Hobby zu sein.


    Videolänge:


    Mir ist aufgefallen, dass Deine Videos ganz erheblich in ihrer Länge variieren. Die Länge deiner einzelnen Videos pendeln zwischen 35 Minuten bis hin zu 1 Stunde oder gar länger. Gerade für Neulinge, die Deinen Kanal noch nicht kennen, können durch 1-Stündige Videos abgeschreckt werden, diese überhaupt erst anzusehen, oder klicken im schlimmsten Fall weg.


    Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, wie die Watchtime Deiner Videos aussieht. Werden Sie auch bis zum Schluss geschaut oder ab einem Punkt einfach abgeschalten?


    Grundsätzlich ist Konstanz ein für mich als Zuschauer nicht unerheblicher Faktor. Wenn die Videos alle gleich lang sind, kann ich das als Zuschauer einplanen. So nach dem Motto: „Oh – eine neue Folge. Da mache ich mir jetzt einen Kaffee für 20 Minuten Entspannung.“


    Außerdem fällt es mir als Zuschauer einfacher 20 Minuten meines Alltags abzunabeln und ein Youtube-Video zu schauen, anstatt mir 1 Stunde aus den Rippen schneiden zu müssen. Und im besten Fall bin ich so angefixt, dass ich auf’s nächste Video klicke. Für Neueinsteiger sind kürzere Videos auch reizvoller, weil ich dann als neuer Zuschauer mir ein Video nach dem anderen vornehmen kann in der Playlist und das Gefühl habe schnell aufzuholen.


    Kurzweile ist grundsätzlich besser als Langeweile. Lieber kürzer und knackiger unterhalten, als dass während der Länge hindurch die Puste ausgeht.


    Unterhaltung:


    Auch hier spielt die Länge des Videos eine Rolle. Am Anfang bist Du noch sehr gesprächig und wirst im Laufe des Videos immer wortkarger.


    Dasselbe habe ich übrigens auch bei mir anfänglich festgestellt. Ich schaue mir tatsächlich jedes meiner Videos an. Nicht nur, um den Spielsound und die Aufnahme zu kontrollieren, sondern auch um meine Sprache, meinen Redefluss und Varianz in der Betonung und sprachliche Ausdrücke zu analysieren.


    Während man spielt, ist man ja gedanklich ständig beschäftigt und das Spielen kommt mir als Spieler selbst sehr kurzweilig vor. Ich habe zum Beispiel am Anfang bei meinem Sims Let’s Play kleine Textschnippsel nur kurz für mich im Kopf überflogen. Das war mir während des Spielens gar nicht aufgefallen. Beim Gegengucken stell ich dann fest: für mehrere Sekunden gähnende Stille.
    Solche Dinge fallen beim Spielen nicht auf, aber beim Gegenschauen springen mir solche Momente dann negativ ins Auge.


    Ich würde Dir empfehlen, wirklich zu analysieren, ab welcher Stelle du schweigst oder leiser wirst um während der Aufnahme gezielt gegenzusteuern.


    Und hab keine Angst vor ein wenig Übertreibung. Wenn man viel mit der Stimme variiert und darin noch nicht geübt ist, kommt dies am Anfang subjektiv schnell ein wenig komisch rüber. Als würde man total übertreiben und viel zu affektiert sprechen. Aber in der Aufnahme hört sich das beim Gegengucken dann ganz anders an als erwartet und viel weniger aufgesetzt als befürchtet.


    Ich habe privat und beruflich schon viel vor anderen Leuten sprechen müssen. Sei es nun im Theater oder bei Vorträgen. Und es gibt nichts Schlimmeres, als vor einer Meute zu stehen und zu sehen, wie sich offensichtliche Langeweile in den Gesichtern breit macht. Mit dem Zeitalter des Smartphones ist das gelangweilte Gähnen dann dem leeren Blick aufs Handy-Display gewichen. Auch nicht viel besser und einen direkteren Daumen runter gibt es gar nicht.


    Du hast eine sehr schöne Stimmfarbe, wunderbar angenehm warm und nicht zu hoch. Gerade bei Frauenstimmen besteht immer das Problemchen, dass die Stimme zu hoch ist für ein dauerhaftes Zuhören. Das ist bei Dir nicht der Fall. Du hast stimmlich eine sehr gute Grundlage.


    Allerdings schleicht es sich gerade bei tieferen und warmen Stimmen gerne mal die Angewohnheit ein, beim Sprechen in derselben Tonlage zu verbleiben. Dem würde ich gezielt entgegenarbeiten. Man kann noch eine so schöne Stimmfarbe habe, bei gleicher Alltagssprechbetonung verliert man die Aufmerksamkeit des Publikums. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die Aufmerksamkeitsspanne beim Zuhören auf maximal 15 Minuten begrenzt ist. Wenn man sehr gleichmäßig und eintönig spricht, kann man diese Aufmerksamkeitsspanne noch verkürzen. Umgekehrt kann man die Aufmerksamkeitsspanne bei gezielter Betonung und absichtlich eingesetzter stimmlichen Abwechslung erhöhen.


    Auch aus diesem Aspekt heraus bietet es sich an, kürzere Folgen zu machen. Du kannst Dir zum Beispiel 20 oder 30 Minuten Aufnahme vornehmen, konzentriert stimmlich arbeiten und variieren und dann eine Pause einlegen, bevor Du weiter loslegst.


    Niemand fällt als Entertainer vom Himmel und man muss viel an der eigenen Präsenz arbeiten. Der Vorteil bei Let’s Plays ist ja (sofern man ohne Cam spielt), dass man nur an seiner stimmlichen Präsenz arbeiten muss und keine körperliche Präsenz und Ausstrahlung demonstrieren muss.


    Übrigens: Auch wenn ich schon oft vor anderen Leuten stand und mich gezielt zum Affen gemacht habe, vergesse ich selbst im entscheidenden Moment die Tricks und Kniffe, die ich bislang gelernt hab. Da hilft am Anfang nur wieder: Analysieren, Üben und Probieren. Irgendwann spielt sich das Ganze dann sicherer ein.


    Eine kleine Übung, die ich immer wieder gerne mache und sich gerade für all jene eignet, die ein wenig Hemmung haben, aus sich heraus zu kommen (wie ich zum Beispiel) ist tatsächlich, sich vor den Spiegel zu stellen und mal komplett zu übertreiben und extrem überspitzte Bewegungen, Mimiken und Betonungen zu machen. Sich einfach mal so richtig zum Clown machen. So überspitzt, muss man natürlich auf keinen Fall aufnehmen. Aber durch diese Übung sieht man sich in der eigenen Darstellungen und sieht sofort, welchen Effekt, welche Bewegung, Mimik und Betonung haben können und man kann diese dann gezielter dezent umsetzen.


    Klingt komisch, ich weiß. Aber einfach mal gepflegt ausrasten, befreit körperlich, stimmlich und geistig.


    Zu den Sims:

    Eine Möglichkeit Zuschauer für die Sims zu erreichen, sind spezielle Foren zu diesem Spiel. Ich bin jahrelang Mitglied in diversen Sims-Foren und habe dadurch sofort eine Zuschauerschaft bekommen, als ich meine verrückte Idee geteilt habe, nicht mehr nur zu bloggen, sondern zu let's playen. Du kannst dort sogar einen eigenen Thread für Deine Geschichten eröffenen (schau Dir nur vorab, wie bei jedem Forum auch, die Forenregeln an). Die Simsspieler sind meist auch sehr kommunikativ und es macht Freude gemeinsam mit ihnen zu spielen.


    Durch die TAB-Taste kannst Du im Spielmodus die Kamera übrigens sehr viel freier bewegen. So kannst Du schöne Schnappschüsse durch diese Kamerafahrt einfangen und zum Beispiel mit dem VLC-Mediaplayer nach der Aufnahme Videoschnappschüsse machen, die Du dann als Grundlage für Deine Thumbnailerstellung hernehmen kannst.


    Thumbnails:

    Schau Dir gegebenenfalls noch ein paar Tutorials darüber bei Youtube an. Denn ein Thumbnail ist ja nichts anderes wie ein einladendes Cover. Auf dem ersten Blick sollte das Wesentlichste erkennbar sein. Da die Vorschaubilder bei Youtube recht klein angezeigt werden, sollte man grundsätzlich auf zu viele kleine Details verzichten, eine große, klare und möglichst dicke Schrift benutzen. Im Internet findest Du zum Beispiel viele Logos zu Spielen mit transparentem Hintergrund zum einfachen Einfügen oder aber auch Schriftarten z.B. zu den Sims.


    Ich hoffe, ich habe Dich durch so viel Text nicht demotiviert.

    Wie bereits eingangs erwähnt, wollte ich wirklich konstruktive Tipps vermitteln und habe mich nur auf spezielle Themen, in denen ich mich mittlerweile ein wenig auskenne, beschränkt.


    Übrigens: Habe jetzt soeben gesehen, dass auch Northgate schon auf Dich eingegangen ist. Da hab ich als langatmige Labertasche einfach Pech und bin zu spät dran. Aber vielleicht konnte ich doch ein wenig nützlich sein und durch meinen anderen Schwerpunkt andere interessante Denkansätze für Dich bieten. :)


    Liebste Grüße
    Phoenyx

    @PaSkull Ich habe mir auch mal ein paar Gedanken wegen Deinem Profilbild gemacht, da ich ganz ähnliche Gedanken diesbezüglich hatte wie @Northgate. Du hast ja schon den Totenkopf in Deinem Namen und würde daher vielleicht auch thematisch bleiben. Aber sehr viel entschärfter. Bei Deinem aktuellen Profilbild ist das Problem, dass Du mit Deiner Maske einfach nur vermummt aussiehst und da eher andere Assoziationen weckst als Gaming. Der Hintergrund (die offen stehende Buchenholztür) weckt auch keinen Zockereindruck.
    Ich persönlich würde vermutlich beim Totenkopf bleiben, aber eher im Comicstil gezeichnet - ein wenig witziger, vielleicht in Richtung Gameover-Zeichen.

    @StudioWinthor Ich habe Deinen Text wirklich sehr interessiert gelesen und finde ihn viel weniger böse als vielmehr direkt und auf den Punkt gebracht.
    Das Problemchen ist, dass Anfangen immer einfacher ist, als Durchziehen. Ich vermute mal, dass der Arbeitsaufwand, der in diesem Hobby steckt, auch unterschätzt wird. Für Leute, die ständig durch verschieden Aufgaben beschäftigt werden wollen ist das Hobby wunderbar. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Arbeitsaufwand auch schnell ernüchtert.
    Da stimmt die Aussage ja immer wieder: Von nichts kommt nichts.

    Die, die es mit YouTube als Hobby ernstmeinen, sind nämlich oft die, die schon in anderen Bereichen Erfahrungen als Entertainer gesammelt haben, sei es, weil sie "nur" der Klassenclown waren, weil sie Trainer oder Ausbilder sind oder in der Laientheatergruppe gespielt haben.

    Das liegt vermutlich daran, dass diese im Laufe der Zeit schon durch die Vorerfahrungen gelernt haben, ihr eigenes Auftreten und ihren Unterhaltungswert kritisch einzuschätzen. Eben weil sie schon mehrfach durch Publikum direkt bewertet wurden - und nein, das ist nicht immer einfach. Aber umso mehr schaut man dann sehr viel kritischer und ehrlicher auf sich selbst ohne sich ins Höschen zu lügen.

    Entertainment und Beständigkeit stehen bei Let's Plays nun einmal im Vordergrund und das unterschätzen viele, die damit anfangen,

    Ich habe persönlich irgendwie den Eindruck gewonnen, dass Entertainment irgendwie oftmals stiefmütterlich behandelt wird. Manchmal kommt mir hier beim Lesen als Anfänger der Eindruck auf, wenn ich nur die richtige Technik, die richtigen Tags und neue Konzepte ausprobiere klappt's auch automatisch mit mehr Abonnenten und mit mehr Views. Und das persönliche Potential zur Unterhaltung wird irgendwie unterm Tisch gekehrt ...

    Der Moderator macht das Let's Play, das Spiel ist zweitrangig.

    Genau das sehe ich nämlich auch so. Mein Gott, was hab ich mir schon für Schrott angesehen, nur weil der Moderator so geil ist!


    Und ja, warum gab es bei den oben genannten Kriterien keinen durchgestarteten Let's Player in den letzten 365 Tagen?
    Eben weil die Hürden überhaupt gefunden zu werden, sehr viel höher liegen, als noch vor sechs Jahren.
    Und wenn man dann mal gefunden wird, muss man auch sofort überzeugen - denn wegklicken ist viel einfacher als zu abonnieren. Gar nicht so einfach.

    Da stellt sich mir direkt als Anfänger eine andere Frage: An welchen Maßstäben erkenne ich denn ein erfolgreiches oder weniger erfolgreiches Wachstum überhaupt? Ganz ehrlich? Ich kann meine Werte null einschätzen und beurteilen.


    Und zum Thema: Ja, ich bin auch der Meinung, dass Let's Plays gemessen an früher nicht mehr so gefragt sind. Aber da ich als Zuschauer ein Fan von LPs bin, mache ich das was ich gerne schaue.
    Eine alte Schriftstellerweisheit: Schreib, was Du auch gerne liest/ lesen würdest! Das lässt sich meiner Meinung nach wunderbar auf Videos übertragen.