Hallo!
Ich dachte mir, ich gebe auch mal meinen Senf zu dem interessanten Thema dazu. Bin ja selbst ein absoluter Le'ts Play-Frischling und habe hier interessiert mitgelesen.
Ich glaube relevant sind hier zwei Komponenten:
Was für Möglichkeiten und Voraussetzungen bietet das Spiel?
Was für ein Typ ist man überhaupt?
Was für Möglichkeiten und Voraussetzungen bietet das Spiel?
Spiele mit wenig Action und weniger Story (also die klassischen Aufbau- und Simulationsspiele) erfordern es meiner Meinung nach, dass man ein bisschen mehr quatscht als bei anderen Spielen. Bei sehr ruhigen Spielen kann zu viel Schweigen einfach fad wirken. Zumindest auf mich.
Jeder Zuschauer ist auch anders, das darf man auch nicht vergessen. Aber wenn jemand 30 Minuten zum Beispiel überwiegend schweigend Minecraft, City Skylines usw. spielt, frage ich mich als Zuschauer, warum ich nicht gleich selber spiele, wenn das Let's Play keinen Zusatzentertainmentbonus, wie einen Audiokommentar anbietet.
Bei storylastigen Spielen hingegen wäre es wohl sehr unangebracht, wenn man über Gott und die Welt faselt, obwohl doch eher die Story im Vordergrund bleiben sollte.
Bei ruhigen, vielleicht leicht dramatischen Storyspielen ist ein fröhliches, aufgedrehtes Geschnattere verkehrt. Bei Bastelspielen eintönige Stille fad. Bei aufregenden Actionspielen finde ich es schade, wenn der Let's Player auf der anderen Seite des Bildschirms sich nicht auch mitreißen lässt und sich beinahe emotionslos durchs Spiel treiben lässt.
Aber wie gesagt: Das ist meine persönliche Zuschauermeinung und -einschätzung. Bin ja bisher hauptsächlich Konsument.
Ich denke, man muss sich sehr an die Stimmung und das Tempo des Spiels anpassen und flexibel auf das Spiel reagieren. Ich finde es generell schade, dass, wenn ich ein Let's Play schaue, nicht spüre, dass hinter Maus und Tastatur oder Controller ein Spielkind sitzt, weil das Spielgeschen zu trocken, emotionslos und unbegeistert kommentiert wird. Wenn ich als Zuschauer in das Spiel eintauchen und mitgerissen werden soll, dann sollte auch der Zocker ins Spiel eintauchen und sich von der Stimmung, dem Spielprinzip und der Story mitreißen lassen.
Der Ursprung des heutigen Let's Plays sind doch gemeinsame Spielemomente, die man früher mit Freunden geteilt hat. Ich für meinen Teil saß damals als Kind viel gemeinsam mit meinem Bruder, Freunden und auch meinen Eltern (beide leidenschaftliche Zockeralthasen) vor PC und Konsole und wir haben gemeinsam gerätselt, uns geärgert, gefreut und mitgefiebert. So etwas möchte ich dann auch als Zuschauer, wenn ich mal wieder Youtube nach einem netten Let's Play abgrase.
Was für ein Typ ist man überhaupt?
Was für ein Typ Mensch ist man überhaupt? Welchen Charakter hat man eigentlich? Was passt zu dir?
Wenn man grundsätzlich auch im realen Leben eher viel Quasselt und Erzählt, ist es wohl einfacher bei jedem Spiel drauf los zu reden und viele Themen und Anhaltspunkte aus dem Spiel zu finden und zum Erzählen aufzugreifen. Alle Versuche da krampfhaft weniger zu Labern können nur scheitern.
Wenn man umgekehrt eher ruhiger ist und einem die Worte nicht auf Anhieb von der Zunge springen wollen, warum sollte man dann zwanghaft versuchen sich um Kopf und Kragen zu labern?
Da finde ich, sollte man sich selbst einfach treu bleiben und ohne Druck und all zu viele Erwartungen einfach loslegen und einfach mal machen. Wenn man entspannt an die Sache rangeht, wird man wohl auch seinen Stil finden und damit glücklich werden.
Vielleicht in dem Fall einfach mit einem Spiel anfangen, dass man ganz besonders gut kennt und sehr gerne spielt.
Grundsätzlich sollte aber mal erwähnt werden, dass das Sprechen ins Mikrofon komisch ist und dass man anfänglich einfach Lampenfieber hat. Ich für meinen Teil komme aus einer Familie mit chronischer Quatscheritis. Kurzum: Uns fällt es einfach nicht schwer, in egal welcher Situation mit wem auch immer über was auch immer einfach drauf los zu quasseln.
Aber in dem Moment als ich zum ersten Mal das Mikrofon angeschaltet habe, verwandelte sich mein Wortschatz ganz plötzlich in die Wüste Gobi und außer einem unsicherem "Ääääähm ..." blieb nicht mehr viel übrig.
Es ist einfach komisch ohne aktiven Gesprächspartner einen Monolog oder Pseudo-Dialog aus den Rippen zu leiern. Und das Einzige, das gegen dieses Lampenfieber hilft, ist, meiner Meinung nach, ins kalte Wasser zu springen und zu machen. Auch wenn man mehrere Anläufe und viel Übung braucht. Man muss ja nicht jedes Video hochladen.
Für den Anfang sind ganz grobe Stichpunkte als Ankerpunkte zum Reden vielleicht auch ganz hilfreich. Einfach ausprobieren!
Hast Du schon das allererste Video vom guten alten Onkel Gronkhkel gesehen? Das beginnt mit "Blaaa Blablaaa ..." und ich wette, dass der vor diesem Video schon mehrere Testaufnahmen gemacht und hin und her experimentiert hat. Das würde ich auch dir empfehlen @franzii25 aka Zonny: Einfach mal machen und aufnehmen. Dann nochmal. Schauen, wie zufrieden du selbst bist. Schließlich heißt es doch so schön: Probieren geht über Studieren!
Und am Ende ist es doch so: Wenn es Mist war, muss ja niemand davon erfahren. 
Liebe Grüße
Phoenyx