Ich habe hier einen sehr langen Text geschrieben, daher packe ich den mal in einen Spoiler.
Im Text erkläre ich mit ein paar Beispielen, warum ein paar Dinge, die du im Ausgangspost beschreibst, nicht so empfehlenswert sind, bzw. deine Annahmen evtl. falsch sind.
Hoffe, der Post hilft ein bisschen weiter, auch wenn ich keinen konkreten Tipp geben kann, wie du deine Aufnahmen besser machst. ![]()
Auf der Renderseite von Youtube steht, dass Youtube empfiehlt mit max. 24 Mbits pro Sekunde zu rendern
Diese Seite ist leider nicht sonderlich sinnvoll.
Um das mal ein bisschen greifbar zu machen: die "Von YouTube empfohlene Einstellungen für die Upload-Codierung" könnte man ungefähr damit vergleichen, wenn VW eine Website veröffentlichen würde "Von VW empfohlenes Auto und Konfiguration für eine Autobahnfahrt".
Und da steht dann einfach "Fahr einen Passat mit vollem Tank und Klimaautomatik". Das ist ja an sich nicht falsch - mit nem Passat darf man auf jeden Fall auf die Autobahn, der kann ja mindestens 60 km/h erreichen. Bloß ist es eben so, dass die Familie Papa, Mama, 3 Kindern und 2 Großeltern sieben Sitzplätze braucht, und die hat ein Passat nicht. Dafür braucht man ein größeres Auto. Dem Typen, der alleine fährt, reicht auch ein Polo und ein Supermarkt braucht für die Lieferung eher nen Lastwagen und keinen Passat.
Am Ende des Tages wäre so eine Seite von VW lediglich eine Garantie, dass ein Passat definitiv auf die Autobahn darf. Das sagt aber nichts darüber aus, was denn für die einzelnen Fahrer das ideale Auto für ihre spezifische Reise über die Autobahn wäre. Dafür könnten dann andere Autos wieder sinnvoller sein.
Genauso ist es mit dieser Seite von Youtube. Es gibt tausende verschiedene Arten von Videos, und alle brauchen unterschiedliche Einstellungen, um gut auszusehen und (im Idealfall) nicht zu viel Speicherplatz zu belegen. Ein Video, das nur ein CD-Cover zeigt und 3 Minuten lang ein Lied von der CD abspielt, braucht praktisch keine Bitrate für ein perfektes Videobild. Ein Video, das von irgendeinem extrem actionreichen Shooter mit höchster Detailstufe aufgenommen wurde, würde mit 100 Mbit/s noch schlecht aussehen. Youtube kann gar keine Empfehlung aussprechen, die für alle Videos gut aussieht.
Diese Seite ist daher nur hilfreich, wenn du ein Video hochlädst und Youtube es dann nicht verarbeiten kann. Die Einstellungen auf der Seite sind in jedem Schnittprogramm verfügbar und Youtube kann solche Videos definitiv verarbeiten.
Was entspricht denn in etwa eine CQP von 18-20 im Vergleich zu CBR?
Das kann man leider nicht vergleichen.
Das große Problem von CBR ist, dass alle Bitraten praktisch immer falsch sind: entweder mehr als nötig, oder zu wenig. Stell dir mal vor, du willst ein Video in mittlerer Qualität (subjektiv) kodieren. Es ist 20 Sekunden lang: die ersten 10 Sekunden passiert relativ wenig, aber die nachfolgenden 20 Sekunden ist aber richtig Action. Nehmen wir mal an, dass für die ersten 10 Sekunden 30 MBit/s eine "mittlere Qualität" erzeugen würden, weil nicht so viel passiert. In den letzten 10 Sekunden passiert aber viel mehr, deswegen bräuchte man dafür dann 60 Mbit/s für diese gewünschte "mittlere Qualität". Welche Bitrate nimmst du jetzt?
- 30 Mbit/s: die ersten 10 Sekunden haben genau die gewünschte Qualität, die letzten 10 Sekunden sehen richtig schlecht aus.
- 45 Mbit/s: die ersten 10 Sekunden sehen besser aus, als die gewünschte Qualität, die letzten 10 Sekunden "nur noch" schlechter
- 60 Mbit/s: die ersten 10 Sekunden sehen viel zu gut aus, die letzten 10 Sekunden erreichen exakt die gewünschte Qualität. Dafür ist die Dateigröße unnötig groß.
Egal, was du machst, du kannst keine Bitrate setzen, die dir für beide Teile des Videos deine gewünschte Qualität bietet.
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Dafür gibt es CQP: wenn du diese Einstellung wählst, dann sagst du dem Encoder nicht mehr, wie viel Bitrate er in allen Sekunden des Videos gleich verwenden soll. Du sagst dem Encoder vereinfacht gesagt nur noch, dass das Video bitte mittlere Qualität haben soll, und dann geht der Encoder automatisch hin, und sucht für jede Sekunde die Bitrate, die diese gewünschte Qualität erreicht. In dem Beispiel würde der Encoder für "mittlere Qualität" dann eben 30 Mbit/s für die ersten 10 Sekunden vergeben, aber 60 Mbit/s für die letzten 10 Sekunden. Das Video hat dann also in unterschiedlichen Teilen unterschiedliche Bitraten.
In diesem einfachen Beispiel hätte das CQP-Video im Durchschnitt genau die gleiche Bitrate wie das CBR-Video mit 45 Mbit/s. Folglich hätten beide auch die exakt gleiche Dateigröße.
Dennoch würde das CQP-Video aber subjektiv besser aussehen: dadurch, dass die 45 Mbit/s für den ersten Teil zu viel sind und für den zweiten zu wenig, hättest du im Video eine Qualitätschwankung (von "sieht besser aus als mittel" zu "sieht schlechter aus als mittel"), die einem Zuschauer auffällt. Diese Schwankung gibt es bei CQP eben nicht, weil die Bitrate dort entsprechend angepasst wurde. Dadurch ist das CQP-Video einheitlicher und das hinterlässt subjektiv einen besseren Eindruck.
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Hoffe, das erklärt es ein bisschen. Welche Bitrate mit einem CQP-Wert vergleichbar ist, hängt zu 100% vom Video ab, daher gibt es keinen fixen Wert, den man einfach nennen kann.
Manche schreiben einfach 60000 zu nehmen aber dann haben meine Aufnahmen ziemlich schnell mehrere 100GB das ich ja dann am Ende wieder auf 24Mbits runter render und das wahrscheinlich ultralange dauert.
Ich bin etwas verwirrt:
Also du nimmst das Video schon mit CQP 20 auf (womit es theoretisch schon hochladebereit auf Youtube wäre?) und dann packst du es in ein Schnittprogramm, wo du es noch mal kodierst auf 24 Mbit/s? Gerne berichtigen, falls ich da falsch liege.
In diesem Falle wäre das eher schlecht für die Qualität. Normalerweise versucht man, das "speicherplatzreduzierende" verlustbehaftete Encoding erst ganz am Ende zu machen. Macht man es nämlich vorher schon, bzw. allgemein mehr als einmal, dann erzeugt man damit einen sogenannten Generationsverlust (Link führt zu Wikipedia).
Im Idealfall würdest du also entweder in OBS schon alle Einstellungen so treffen, dass du die Datei direkt hochladen kannst (falls du nichts schneidest, keine Effekte hinzufügst usw), oder in OBS verlustfrei aufnehmen (z. B. in eine AVI mit utvideo als Codec) und dann erst im Schnittprogramm so kodieren, dass die Datei klein und hochladefertig wird. In diesem Falle würde die Datei von OBS dann aber wirklich SEEEEEEEEHR groß werden. Das wäre aber relativ egal, falls du immer gleich wieder schneidest und hochlädst, weil danach kannst du die Datei dann ja schnell wieder löschen.