Halboffene Kopfhörer

  • Hallo zusammen,


    ich habe ein Anliegen, über das ich im ganzen Internet (ja, ich habe alle Seiten gelesen :p) nichts finden kann.
    Ich möchte mit dem Streamen/Aufnehmen anfangen. Dies sehe ich als Gelegenheit, mein "Gaming-Headset" durch qualitative Kopfhörer zu ersetzen.
    Da (mir) geschlossene Kopfhörer ein klaustrophobisches Gefühl vermitteln, hatte ich angedacht halboffene anzuschaffen.
    Leider habe ich keine Erfahrung, wie sehr ein Großmembran-Kondensatormikrofon davon beeinflusst wird. Sprich, ob das in der Aufnahme hörbar ist. Natürlich davon ausgehend, dass der Sound auf angemessener Lautstärke gehört wird (Kann man bei Kopfhörern Zimmerlautstärke sagen? :P).
    Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand über seine Erfahrung berichten kann, oder die Möglichkeit hat das Szenario zu testen.


    Vielen Dank im voraus


    PlsDontHitMe

  • Das ist normalerweise kein Problem. Klar, man hört auch von außen bedingt, was du da hörst. In der Aufnahme landet davon bei normaler Lautstärke vernachlässigenswert wenig. Zudem nimmt man ja ohnehin meist auch das auf, was man da selber hört. Und gerade dann, ginge das, sofern man es hören würde, komplett in der Aufnahme unter.


    Kopfhörer gibt es im Preisbereich von billig bis Ende offen. Es gibt aber eine große Empfehlung aus dem günstigen Bereich: Das Superlux HD-681. Das Ding ist nicht nur ein optischer Klon teurer AKG-Kopfhörer, sondern liegt auch klanglich dicht dran.

  • Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand über seine Erfahrung berichten kann, oder die Möglichkeit hat das Szenario zu testen.

    Halboffen oder sogar offen ist kein Problem für die Aufnahme an sich. Wenn die Lautstärke auf den Kopfhörern sehr hoch ist, könnte ein Großmembran vielleicht etwas mit aufnehmen, aber das wäre dann immer noch sehr sehr leise im Mikro. Wie @Obli sagte wird das von der direkten Aufnahme des Tons, der ja auch aus dem Kopfhörer kommt völlig überdeckt. Du kannst sogar mit Boxen statt Kopfhörern spielen, wenn man es richtig einstellt und aufbaut. Man schaue sich hier z.B. Rahmschnitzel an, der hat in seinen Videos meistens Boxen an. Die Art der Kopfhörer ist für dich als Zuhörer wichtiger. Je offener, je mehr hörst du von außen (Tastatur, Umgebung etc.) und je mehr verpasst du feine Klänge. Du kannst dir bedenkenlos halboffene oder offene holen. Meiner Erfahrung nach würde ich von expliziten "Gaming-Headsets" abraten und eher in Richtung Dj/Studiokopfhörer gehen.


    Gibt ja auch diesen Thread: Der-ultimative-Kopfhörervergleich

  • Dass er Zuschauer den Sound ja eh hört ist ein guter Einwand, daran habe ich nicht gedacht. Aber dass Lautsprecher auch funktionieren, hätte ich nicht gedacht.
    Inzwischen bin ich gegen "Gaming-Headsets" auch abgeneigt, sogar als Nicht-Streamer würde ich lieber ein günstiges Mikro + Kopfhörer nehmen.
    Entschieden habe ich mich für das 880 von BD, damit habe ich eine Qualität die auch in 10 Jahren noch was wert ist.
    Ich danke euch auf jeden fall für eure Antworten, die haben mich beruhigt :)

  • Ich verwende einen offenen Kopfhöhrer, aber auch ein dynamisches Mikrofon. Ich denke halboffen geht klar. Ich empfehle die Marke Beyerdynamics. Was besseres wirst du nie wieder auf den Ohren haben ;) Halboffen wäre dann der DT-880.

  • Also den DT990 hört man schon deutlich im Mikrofon. Schon wie ein Lautsprecher. Da muss man dann schon wirklich leise hören. Kann ich eher nicht empfehlen. Also mein Rode NT2-A hat sich daran des Lebens erfreut.
    Halboffen kann ich nichts zu sagen, aber ich würde es ähnlich vermuten. Wenn du laut hören möchtest, sollte es schon ein geschlossenes System sein.
    Hat natürlich auch deutliche Klangunterschiede. Während offen eine größere Bühne und somit Ortung von Geräuschen dienen kann, find ich den Bassdruck bei offen ziemlich mies. Der 990 hat da wesentlich weniger Punch als ein DT770 der mit seinem geschlossenen Container auch entsprechend knackigen Bass liefern kann.

  • @DrWolfsherz das sind ja genau die, die ich mir holen möchte :p


    Mein NT-USB hört halt auch ziemlich gut zu, deshalb hatte ich die bedenken geäußert. Wenn ich halt im Discord o.ä bin, was der Zuschauer nicht unbedingt hören muss spielt das eine Rolle.
    Aber ich werde mit den DT-880 mal bestellen und das ganze testen.

  • Der DT880 ist IMO der einzige Kopfhörer aus der Riege, der wirklich gut ist. Damit meine ich, dass man ihn auch zum Musikhören abseits von Hipf-Hüpf oder elektronischem UmtzUmtzUmtz verwenden kann. Für mich ist das einer der besten KH überhaupt auf dem Markt unterhalb der viel teureren Luxusklasse.


    Der DT770 ist halt ein typischer Spaßkopfhörer für die Jugend. Radikale Badewannen-Abstimmung, d.h. angehobene Bässe und Höhen. Für's Zocken und Film schauen durchaus OK, aber wirklich ernst nehmen kann ich das Ding nicht. Da gibt's billigere Alternativen die ähnlich abgestimmt sind (aber oftmals mit schlechterem Tragekomfort). Mit dem DT990 und dem übertriebenen Matschbass kann ich persönlich gar nichts anfangen, dann lieber doch den DT770.


    Die Abschirmung ist natürlich irgendwo ein Punkt, besonders wenn man unvernünftigerweise kein dynamisches Mikrofon verwendet. Der DT880 schirmt vermutlich besser ab als der DT990, aber andererseits wollen neutralere Kopfhörer gerne etwas lauter bespielt werden... muss man halt ausprobieren.


    Der von Obli erwähnte Superlux HD-681 ist natürlich der Preiskracher schlechthin, für 20 Euro verdammt gut und klanglich bevorzuge ich diesen KH gegenüber dem DT770. Leider ist der Tragekomfort alles andere als toll. Der lässt sich zwar mit der Verwendung von anderen Ohrpolstern stark verbessern (z.B. mit den Shure HPAEC940), aber damit verdoppelt sich der Preis gleich mal (die Ohrpolster sind so teuer wie der ganze KH).

  • Der DT770 ist halt ein typischer Spaßkopfhörer für die Jugend. Radikale Badewannen-Abstimmung, d.h. angehobene Bässe und Höhen. Für's Zocken und Film schauen durchaus OK, aber wirklich ernst nehmen kann ich das Ding nicht. Da gibt's billigere Alternativen die ähnlich abgestimmt sind (aber oftmals mit schlechterem Tragekomfort)

    V Abstimmung klingt astrein bei Metal. Da bevorzuge ich erhöhten Bass und Hochton. Mit 30 bin ich jetzt auch kein Jugendlicher mehr^^ Ist halt Geschmackssache.

    Mit dem DT990 und dem übertriebenen Matschbass kann ich persönlich gar nichts anfangen, dann lieber doch den DT770.

    Der DT990 hat Tiefbass? Der entfleucht mit dem offenen System doch komplett nach außen weshalb Tiefbass zu Midbass mutiert. Ansonsten aber ein guter Kopfhörer. Keine Frage.
    Hab den DT770 in 80 Ohm und den DT990 in 600 Ohm. Vllt ist ja bei 600 Ohm der Bass zusätzlich etwas schwächer?

  • Der DT990 hat Tiefbass? Der entfleucht mit dem offenen System doch komplett nach außen weshalb Tiefbass zu Midbass mutiert. Ansonsten aber ein guter Kopfhörer. Keine Frage.
    Hab den DT770 in 80 Ohm und den DT990 in 600 Ohm. Vllt ist ja bei 600 Ohm der Bass zusätzlich etwas schwächer?


    Ich habe Matschbass geschrieben, nicht Tiefbass. Die tiefen Frequenzen sind beim DT990 zu breitbandig angehoben, so dass der Bass weniger knackig wirkt als beim DT770. Die Bauart mag da reinspielen, muss aber nicht. Ich kann dem Klang vom DT990 generell überhaupt nichts abgewinnen und würde diesen KH auch niemandem empfehlen.


    Bzgl. dem DT770... ich mag geschlossene KHs in der Regel nicht, weil diese für mich drückend und klaustrophobisch klingen. Es fehlt jegliche Luftigkeit und mit der Bühne ist es meist auch nicht weit her. Bässe wirken meist überhöht und lassen die Mitten absaufen. Es mag wirklich gut abgestimmte geschlossene KHs geben (z.B. diverse Fostex, der DT770 gehört da ganz sicher nicht dazu), aber im Allgemeinen scheint diese Bauform unter audiophilen Gesichtspunkten eher suboptimal. Geschlossene Systeme haben halt oftmals den Vorteil, besser zu isolieren bzgl. Umweltgeräuschen bzw. sie lassen weniger Geräusche nach außen dringen.


    Die Ohmzahl der KHs sollte für den Bass eher egal sein. Eventuell kannst Du mit hochohmigen KHs ein klein wenig Feindetail rauskitzeln, aber bei einer Bass- und Höhenschleuder wie dem DT990 ist das doch sowieso witzlos.


    Ein guter KH zum Musikhören sollte IMO möglichst neutral sein und da sticht der DT880 einfach seine beiden Geschwister meilenweit aus. Auch klingen die Mitten beim DT880 deutlich detailreicher und differenzierter, das ist gar kein Vergleich zu den beiden Badewannen DT770/990. Trotz aller technischen Ähnlichkeit spielt der DT880 IMO in einer ganz anderen Liga und da der DT880 in den letzten Monaten massiv im Preis gefallen ist, gibt's eigentlich keinen zwingenden Grund mehr, einen DT770 bzw. DT990 zu kaufen. Vor ein paar Monaten, als der DT880 noch 80-90 Euro teurer war als der DT770, mag das noch anders gewesen sein.

  • Die Bauart mag da reinspielen, muss aber nicht

    Da dort der gleiche Treiber drin ist wie beim 770, liegts an der Bauart. Für mich ist das auch ziemlich logisch^^


    Der DT770 klingt mir absolut fantastisch. Starke Mitten brauch ich bei Metal eh nicht. Die können gerne auf Neutralstellung bleiben. V Abstimmung ist für mich absolut optimal. Und gerade diesen staubtrockenen Bass mag ich an dem. Und vernünftige hoher Hochtonbereich. Bin mit dem mega happy.

  • Da dort der gleiche Treiber drin ist wie beim 770, liegts an der Bauart. Für mich ist das auch ziemlich logisch^^
    Der DT770 klingt mir absolut fantastisch. Starke Mitten brauch ich bei Metal eh nicht. Die können gerne auf Neutralstellung bleiben. V Abstimmung ist für mich absolut optimal. Und gerade diesen staubtrockenen Bass mag ich an dem. Und vernünftige hoher Hochtonbereich. Bin mit dem mega happy.


    Dass ein KH mit gleichem Treiber radikal anders abgestimmt sein kann, sieht man am DT880. Der klingt auch nicht wie ein DT770, wenn man die Hände über die Rückseite der Gehäuse legt...


    Und Metal kannst Du nicht über einen Kamm schweren, zumal E-Gitarren doch eher in den Mitten stattfinden. OK, vielleicht nicht bei Grindcore, da gibt's eh nur Bass-Schrubben und Becken - hier ist die Badewanne sicher OK. Gerade für Rock und Metal mag ich die Badewanne eigentlich nicht unbedingt. Wobei es eventuell einen Unterschied macht, ob man eher Sachen wie Dream Theater und ältere Iron Maiden hört oder neuere Produktionen, bei denen eh alles im Loudness-Sumpf zu einem einzigen Brei zusammengematscht wurde.


    Es ist ja prima, wenn Du den Klang Deines DT770 magst. Es soll jeder nach Seiner eigenen Façon seelig werden. Aber sorry, ein differenziertes Klangbild bekommst Du mit dem DT770 definitiv nicht, dazu ist dieser KH viel zu extrem abgestimmt.

  • Joa, aber ich glaube nicht das man jemals einen Bassdruck wie bei 'nem DT770 hinkriegt mit 'nem offenen^^


    Der DT770 Pro klingt an dem Fostex HP-A8 mir zumindest absolut fantastisch. Kann mich da komplett nicht beschweren. Mich stört hier absolut nichts. Der DT990 hatte mehr Ortung und guten Detail, nützt mir aber alles nichts, wenn mir der Bass komplett gegen den Strich geht. Den 880 würd ich aber gerne mal hören, wenn du so von begeistert bist. Sollte er aber keine V Abstimmung haben wird er vermutlich mir nicht zusagen.

  • Der DT880 klingt sehr analytisch/neutral und bietet eine differenzierte und detaillierte Klangdarstellung über das gesamte Spektrum hinweg. Was man hört ist im Vergleich zu den "Spaßkopfhörern" deutlich näher an dem, was im Studio produziert wurde. Wer ein Bassmonster möchte, liegt hier sicherlich falsch.


    Wer einen Geldscheisser hat, kann sich ja mal den Fostex TH610 anhören. Ich hatte mal für ein Stündchen die Freude... ist ein feines Teil.

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