Hallo Leute :)!
Jeder Gamer kennt sie, aber sie ist so beliebt wie ein Kühlschrank am Nordpol - die Rede ist von der USK. Wer musste noch nicht seinen Ausweis an der Kasse vorzeigen, zumindest einmal? Eigentlich ist der Grundgedanke gar nicht schlecht: sollte jede Art Inhalt jedermann zugänglich sein? Das hier der Staat zumindest mit einem Modell Präsenz zeigt, scheint alles andere als verwerflich zu sein. Jahrelang hat dieses System zumindest oberflächlich funktioniert - eine Alterskontrolle hier, eine Frage nach dem Ausweis dort. Im Zeitalter von Playstation1 und co. sicherlich nicht das schlechteste Mittel. Natürlich waren auch schon zu diesem Zeitpunkt Spiele nicht nur über Geschäfte verfügbar, denn wir alle wissen ja, wie leicht sich die Spiele auf der erfolgreichen Konsole aus dem Hause Sony vervielfachen ließen. Trotzdem - irgendwo war immerhin war noch der oberflächliche Anschein einer Kontrolle gegeben. Games ab 18 kaufen...welche Eltern haben sich darüber schon wirklich Gedanken gemacht? Hey, das Thema war bis bis dahin als Massenphänomen den meisten Eltern so vertraut wie ein Marsmensch auf dem Mond. Was die Kinder nebenbei so anstellten, vor dem PC, an der Konsole...war das wirklich wichtig? Schlussendlich muss man auch hier zugeben, dass die Einstufung der USK das Papier nicht wert ist, auf dem es gedruckt wurde. Mehr als diese Einstufung habe zumindest ich in meinem ganzen Leben nie von dieser Organisation gehört.
Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2014. Es hat sich einiges geändert. Spiele sind omnipräsent, überall und immer reichhaltig verfügbar. Gibt es noch so etwas wie eine Alterskontrolle? Hat die USK ihre Daseinsberechtigung komplett verloren?
Fakt ist: Alterskontrollen sind wirkungslos. Wirksame Kontrollmechanismen im Sinne der USK existieren nicht und haben niemals existiert.
In Zeiten von [lexicon]Steam[/lexicon], schnellem Internet und findigen Jung-Gamern erst recht nicht. Das es den Damen und Herren der USK nicht um sinnvollen Jugendschutz gehen kann, beweist der jüngste Vorstoß des Gaming-Riesen [lexicon]Steam[/lexicon]. Seit geraumer Zeit lassen sich Prepaidkarten für das beliebte Online-[lexicon]Portal[/lexicon] frei und ohne Altersbeschränkung kaufen. Sollte hier der deutsche Jugendschutz im Eigeninteresse nicht schon lange gehandelt haben? Diese Karten müssen "ab 18" erhältlich sein, eröffnen sie doch jedem Publikum uneingeschränkten Zugang zu dem kompletten Angebot, und damit auch den 18er Titeln. Alterskontrollen bei [lexicon]Steam[/lexicon] sind weder möglich, noch erstrebenswert. Woran liegt es, dass hier nicht eingeschritten wird?
Worum geht es hier wirklich? Betrachtet man einmal die andere Seite, dann wird man feststellen, dass es eine Einstufung im Rahmen der USK geben MUSS, möchte ich als Spielehersteller mein Produkt auf dem deutschen Markt anbieten - zumindest mit einem Karton, einer Disc und einer gedruckten Anleitung (ja, so etwas gibt es im Jahre 2014 auch noch, unfassbar!). Das kostet natürlich eine Stange Geld, denn noch nicht einmal der Tod ist umsonst zu haben. Aber was hat das mit Jugendschutz zu tun?
Am Ende bleibt festzustellen, dass eine Alterseinstufung mit dem Hintergrund des Jugendschutzes in Deutschland grundsätzlich keinerlei Sinn ergibt. Über das Internet und diverse Dienste wie [lexicon]Steam[/lexicon], Uplay, [lexicon]Origin[/lexicon] und co. sind Spiele nahezu unkontrolliert breit aufgestellt und dadurch unbegrenzt verfügbar. Zwar kann die USK natürlich Spiele mit schwer gewalttätigem Inhalt kürzen lassen, doch auch hier bleibt nur eines festzustellen - der Gamer ist nicht dumm. Uncut Patches sind mindestens so schwer zu installieren wie einen Schuh anzuziehen.
Danke für das Lesen.