Was genau meinst du mit dem "unbereinigten"? Welche Faktoren sind das?
Und die Faktoren, die man ändern kann, welche sind das? Wenn es etwas ist wie "Keine Kinder bekommen", dann ist das ziemlich inakzeptabel.
"und unberechtigterweise" stört mich. Welche Unterschiede wären denn berechtigt?
Stimme zu. Genauso Sexismus. Und darum geht es hier.
Um beim Vergleich zum Rassismus zu bleiben: Nehmen wir also an, ein Nazi schreibt einen Aufsatz (also keiner von den Mitläufernazis, sondern die wirklich bösen, die wissen, dass das was sie tun moralisch verwerflich ist) und schreibt über Martin Luther King und die Rechte für Schwarze in den vereinigten Staaten. Und lässt dabei ab und an ein paar der Schimpfworte fallen, die früher nicht als solche galten, hält sich aber an alle Fakten... wäre das dann okay?
Es würde nur die Verpackung ändern.
Ich bin nicht für das Gendern auf diese Art. Aber der Sinn dahinter ist für mich absolut schlüssig, da die "Verpackung" absolut etwas ausmachen kann, wenn sich Leute dadurch attackiert fühlen.
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Zu Punkt 1 und 2:
Unbereinigt Faktoren sind z.B. Berufswahl, Teilzeit, usw.
Beim unbereinigten Gap wird ja grob gesagt einfach nur die Summe des Erwerbs beider Geschlechter hergenommen und der Durchschnitt auf eine Person heruntergerechnet. Dann fällt dann halt auf dass mehr Männer in höherbezahlten Berufen arbeiten, mehr Stundenwochen im Schnitt usw. Also ist dann auch logisch dass der Verdienst entsprechend ausfällt.
Nur wenn eine Frau entscheidet sich in einen Pflegeberuf zu begeben, beispielsweise, dann tut Sie das ja trotz des Wissens dass dort die Bezahlung unter aller Sau ist. Wenn Geld ein oder der entscheidente Faktor wäre, täte sie dies nicht. Das rechtfertigt dann aber keinen Vergleich mit einem Mann in einer gehobenen Position in der Industrie. Natürlich verdient der dann X Prozent mehr.
Gleiches gilt für den Wunsch nur Teilzeit zu arbeiten, dies nehmen deutlich mehr Frauen wahr als Männer. Also auch wieder etwas was Frauen freiwillig tun und somit ihren Gehaltsschnitt nach unten drücken.
Ich stelle hier keine Bewertung über Berufsgruppen an, natürlich und gerade Pfleger sind extrem wichtige Berufe, die aber in unserer Gesellschaft nicht die notwendige Anerkennung bekommen und auch nicht die selbe Lobby wie andere Berufszweige haben. Aber wie gesagt, hier stecken Faktoren drin, die Frau selbst entgegen wirken könnte. (Da ja auch Männer in dieser Branche die selben niedrigen Löhne erzielen ist somit auch keine Geschlechterungerechtigkeit gegeben)
Gehaltsverhandlungsgeschick ist übrigens auch unterschiedlich gut ausgeprägt.
Wenn am Ende des Tages bei gleichem Beruf, gleicher Arbeit und gleichen geleisteten Stunden ein gleicher Lohn herauskommt, gibt es keine Ungleichbehandlung zwischen Mann und Frau und das zeigt der bereinigte Paygap eben auch weitestgehend. Am Ende sind es halt die vielen "schlechten" Einzelentscheidungen die den größten Teil des Unterschiedes ausmachen.
Wo ich auch wieder zum Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichmachung komme. Wenn beide Geschlechter die selben Chancen haben - und das Gegenteil ist meines Wissens nicht der Fall - dann liegt es an jedem selbst nach bestem Wissen und Gewissen seine Berufslaufbahn aufzubauen.
Zu Punkt 3:
Das "N" Wort ist definitiv eine rote Linie, gar keine Frage.
Aber auch der Begriff "Schwarzer" ist ja schon eigentlich nicht mehr gewünscht in vielen Bereichen weil dies als negativ aufgefasst wird, gewünscht wird doch heute vielmehr "People of Color".
Bei diesem würde ich persönlich aber kein Problem sehen, denn das Wort selbst beschreibt nur ein Attribut der Hautfarbe, genauso wie ich ein "Weißer" bin ohne dass das für mich eine tiefere Bedeutung hat. Für andere ist das vielleicht wieder ein Problem, wo wir aber eben genau zu den Punkt kommen, dass manche Menschen Begriffe mit Befindlichkeiten aufladen. Nur sind die Befindlichkeiten (Denkweisen) das Problem (und wandern auch mit der Zeit zu neueren Begriffen) und nicht der Begriff ansich.
Einfacher, weil es mir spontan einfällt (hoffe ich mache damit kein unnötiges Fass auf): Warum ist der Begriff "Flüchtling" schlimmer als "Mensch mit Migrationshintergrund"? Beides beschreibt doch exakt das Selbe ohne dass die Begriffe Schimpfwörter sind. Sollte ich also in einer Uniarbeit für den Begriff "Flüchtling" abgestraft werden können?
Und zum Abschlusssatz:
Sich beleidigt "fühlen" ist aus meiner Sicht etwas sehr sehr subjektives und leider auch ein wenig ein Totschlagargument. Es ist einfach sich hinzustellen und zu sagen "ich fühl mich jetzt aber beledigt!" unabhängig vom Kontext oder Wertung von etwas Gesagtem.
Womit ich nicht sagen will, dass jegliche Diskussion sinnlos ist, nur wird heutzutage viel zu einfach und viel zu gern überall die Opferrolle eingenommen und sich empört ("mit einer halben Pizza im Viertelfinale").
Könnte mich doch beispielsweise auch beleidigt fühlen warum Begriffe wie die Sonne "die" Sonne heißt (oder "die" Erde). Warum wird ein so wohlwollender und lebensbejahender Begriff nur dem weiblichen Geschlecht zugeschrieben?
Oder mal drüber nachdenken warum der Begriff "Jude" auch als Schimpfwort Verwendung findet, aber "Christ" z.B. nicht. Wo ist jetzt bei beiden Wörtern ein Unterschied außer die dahinterliegende Denke? Beides beschreibt im Grunde aber nur einen Angehörigen einer Religionsgemeinschaft.
Ergänzung, weil es mir Gerade noch einfällt: Ein Messer ist zuallererst auch einmal ein Werkzeug, kann aber auch als Waffe eingesetzt werden. Ist das Messer für sich betrachtet jetzt schlimm oder derjenige der diesen Gegenstand aus welchen Gründen auch immer als Waffe einsetzt? Muss ich jetzt alle Messer verbieten weil sie offensichtlich "auch" eine Rolle als Waffe einnehmen können? Im Zweifel tuts da aber auch ein Besen oder fast jeder andere beliebige Haushaltsgegenstand. Und so verhält es sich aus meiner Sicht eben auch mit Sprache oder Worten (zualler erst einmal ein Werkzeug zur Kommunikation).