Betrachtet man lange Zeiträume von vielen tausend Jahren, so finden eine Mondfinsternis mit gleicher Häufigkeit an jedem beliebigen Kalendertag des Jahres statt. Somit liegt die Wahrscheinlichkeit, dass an einem bestimmten Datum, z.B. am 27. Juli, eine MoFi eintritt, bei 1/365. Zwischen 2 Marsoppositionen vergehen allerdings 780 Tage und somit beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass eine MoFi und eine Marsopposition zusammenfallen, lediglich 1/780. Jede 780. MoFi wird also auf den gleichen Tag fallen wie eine Marsopposition. Da im Schnitt pro Jahr 2.4 Mondfinsternisse eintreten, beträgt die Wartezeit auf die Kombination MoFi + Marsopposition 780/2.4 = 325 Jahre. Allerdings sind nur 29% aller MoFis total, womit sich die Wartezeit auf 325/0.29 = 1121 Jahre verlängert. Nun ist nur jede 7. oder 8. Marsopposition so günstig (= erdnah) wie die am 27.07.2018. Folglich verlängert sich unsere Wartezeit weiter auf etwa 1121*7.5 = 8408 Jahre. Schließlich müssen wir noch die Länge der Totalität berücksichtigen. Hier haben wir nur die eingangs erwähnte Angabe, dass die MoFi vom 27.07.2018 zu den 8% längsten des 3. Jahrtausends zählt. Wie es für noch deutlich größere Zeiträume aussieht, ließe sich nur mit einigem Aufwand klären. Fordern wir daher der Einfachheit halber, dass eine Totale MoFi, welche zu den längsten 8% zählt, mit einer besonders günstigen Marsopposition zusammenfällt, so müssen wir im Durchschnitt etwa 105000 Jahre warten, bis sich ein Ereignis, wie wir es jetzt erleben werden, wiederholt.
Die Mondfinsternis vom 27.07.2018 ist also weniger ein "Once in a lifetime" als ein "Once in a mankind"-Event.