Das ist nicht "Käse", das ist meine Meinung. Ich kann dir versichern, die beiden Sachen haben nichts miteinander gemein. ICH stehe nicht auf Kinder und deren TV, wenn du das tust, gut für dich und die Kinder. Ich habe nie erwähnt, dass ihre Qualität nicht mindestens genauso gut sein kann, wie die der älteren Kollegen, falls du meinen Beitrag aufmerksam gelesen hast. Vermutlich nicht, sonst hätten wir diesen Punkt nun nicht abzuhaken. Wieder nicht mitgedacht, Ninchen!
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Deine Meinung streitet dir keiner ab. Mir geht es da in erster Linie um den Satz "Ich will natürlich nicht die jüngere Let's Playerschaft diffamieren, um Himmels willen. Aber eigentlich doch schon. God damnit." Und den, das darfst du auch gerne als meine Einzelmeinung verstehen, bezeichne ich einfach als Käse, weil er die Diskussion nicht weiterbringt.
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Ich interessiere mich auch nicht vordergründig für Unterhaltung, die auf Kinder oder junge Teenager zugeschnitten ist. Da sind wir also schon mal zwei. Was mich an (nicht nur) deiner Aussage einfach stört, ist die Generalisierung.
Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass man zu einem YouTuber der eigenen Altersklasse eher einen Draht hat als zu einem weit jüngeren. Natürlich ist das Material möglicherweise interessanter, Humor und Lebensphilosophie ähnlicher. Das stellt doch niemand in Abrede.
Aber statt jeden YouTuber individuell zu bewerten, sperrst du dich von vorne herein gegenüber 'YouTubern jünger als x'. Und da bin ich einfach der Meinung, dass das eine willkürlich gezogene Grenze ist. Wie bereits gesagt: Hätte Lillyaja ihr Alter nicht explizit erwähnt – ich bin mir sicher, sie wäre weit älter geschätzt worden. Das muss dann ja immer noch nicht deinen Geschmack treffen. Dennoch: Einem Kanal von vorne herein aufgrund des bloßen Alters die Chance zu verwehren, das stört mich eben.
Es trifft schlicht und ergreifend nicht meinen Geschmack und ja, auf die 12-14 Jährigen mit denen ich so in meinem Leben in Kontakt gekommen bin, trifft das mit dem Niveauunterschied und anderen nicht überwindbaren Differenzen sehr genau zu. Damit stelle ich mich nicht als jemand mit besonders hohen Ansprüchen da oder Ähnlichem, es ist simpel ausgedrückt einfach nicht mein Geschmack. Ich hoffe, ich darf da einen eigenen haben? Schließlich fragte die Threaderstellerin, ob wir jemanden in dem Alter überhaupt sehen wollen würden. Meine ehrliche Antwort: nein.
Das habe ich schon so verstanden. Ich beharre aber auf meinem Standpunkt: Ich finde es problematisch, alle Menschen eines bestimmten Alters über einen Kamm zu scheren. Und das ist der Kern meiner Kritik.
Ich hoffe, dass das Raffen jetzt leichter von statten ging.
Danke. Die Polemik erleichtert die Diskussion ungemein.
Nein, das ist ja interessant! Nur mal so ein Szenario: Du bist 13 und dir wird, während du versuchst dein eigenes Ding zu machen, deine eigenen Ideen umzusetzen, vielleicht dabei auch noch dein eigenes Gesicht gezeigt hast, ständig vorgeworfen wie talentlos, unreif, hässlich und insgesamt unberechtigt du doch bist überhaupt die selbe Luft zu atmen. [...]
Auch das stellt niemand in Abrede. Und natürlich kann man den Kopf nicht einfach abstellen, gerade wenn man eine vernichtende, beledigende, einfach destruktive Resonanz erhalten hat.
Ich habe die Erfahrung gemacht (korrigiere mich da gerne, wenn du das anders siehst), dass man als Kreativschaffender (da zähle ich YouTuber zu) sehr eng mit dem eigenen Projekt verbunden ist. Distanz zu schaffen zwischen dem Erzeugnis und dem Erzeuger – also dieses "Der kritisiert nicht mich, sondern das, was ich geschaffen habe" – fällt vielen schwer. Mir übrigens auch. Im Übrigen auch den angesprochenen Hatern, sonst würde ja das Video kritisiert und nicht etwa der Erschaffer in der Dreck gezogen werden.
Nur: YouTube ist eine Plattform, in der man willentlich und wissentlich partizipiert. Anders als vielleicht eine Schule oder eine Arbeitsstelle. In diesem Thema wurde an verschiedener Stelle bereits eindringlich vor möglichen Gefahren dieser Plattform gewarnt (unter anderem auch von mir). Dann liegt es an jedem Menschen selbst, zu entscheiden, ob man sich dieser 'Gefahr' aussetzt oder nicht.
In diesem konkreten Beispiel: Die Entscheidung darüber, ob jemand wie Lillyaja reif genug ist, auf dieser Plattform und mit allen damit verbundenen Risiken und Gefahren zu partizipieren, maße ich mir nicht an. Das muss und kann sie nur selbst einschätzen.
Ich bleibe weiterhin dabei: Das Alter ist nicht immer das beste (und bei Gott nicht das einzige) Kriterium, um das zu entscheiden.
Ah, doch doch, auch im Real Live lässt es sich umgehen mit der Mobberei. Schulwechsel oder Arbeitsortwechsel würde mir spontan einfallen. Das Äquivalent zum Channelwechsel, i guess. Habe gehört, dass manche Leute es sogar schaffen anderen Menschen, die sie nicht mögen, aus dem Weg zu gehen, aber ich persönlich halte das ja für ein Gerücht.
Das kann funktionieren, tut es in den meisten Fällen nicht. Viele Mobbingopfer sehnen sich nach Zugehörigkeit zu einem Sozialverbund. Diese aus dem bekannten sozialen Umfeld (z.B. einer Schulklasse) herauszuholen und in ein neues soziales Umfeld zu integrieren, kann das Problem sogar noch verstärken und zur weiteren Isolation führen. Wenn es überhaupt soweit kommt. Viele Mobbingopfer sind aus Scham oder aus Selbstzweifel gar nicht erst bereit oder imstande, über die eigene Situation zu sprechen. Nicht zu den Eltern, nicht zu einem Therapeuten.
Ich möchte das Online-Mobbing auch gar nicht entwerten. Persönliche soziale Netzwerke wie [lexicon]Facebook[/lexicon] sehe ich da aber weit kritischer als z.B. YouTube. Um bei YouTube zu partizipieren und sich überhaupt 'angreifbar' zu machen, braucht man ja bereits eine Art Sendungsbewusstsein. Man lädt Videos hoch oder mischt aktiv bei der Diskussion mit. Ein rein soziales Netzwerk wie [lexicon]Facebook[/lexicon] funktioniert da anders.
Ich will hier nicht das Thema "Mobbing" verharmlosen oder Ähnliches, aber dass ihr das Internet so unterschätzt finde ich fast lachhaft, wenn man bedenkt, wie viele erstellte Themen sich hier schon um das Thema "Hater" gedreht haben.
[...]
Was ein super Tipp. Schreib doch mal einen Erziehungsratgeber: Wie schaffe ich es aus meinem Frühpubertierenden so einen richtigen Gewalttäter zu machen? Setze ihm Gewalt aus, nur die Harten kommen in den Garten! Und wenn die Memme heult, dann gib ihm noch mal eine mit, denn bedenkt immer: Man muss Leid überwinden, um daran zu wachsen"
Alles valide Punkte und ich würde dir in jedem anderen Fall jederzeit zustimmen, aber nochmal:
Wir reden hier von Menschen, die willentlich und wissentlich ein Video auf einer global verfügbaren und weitestgehend unmoderierten Plattform hochgeladen haben. Wir reden hier nicht vom Sportunterricht, von der Familie oder dem Supermarkt. In jeder Art von kreativer Arbeit, ob nun Videos, Musik, Kunst, Literatur oder weiß der Geier was, wird man im Laufe des Lebens Kritik begegnen. Und ein Großteil der Kritik ist unberechtigt, unfair und demotivierend. Dennoch muss man genau damit lernen, umzugehen.
Ich wäre auch gerne in einer Welt, wo jede Resonanz fair, konstruktiv und begründet ist. Leider ist das nicht der Fall. Daher sehe ich es gerade in der kreativen Arbeit als unbedingt erforderlich an, dass man lernt, mit einer solchen Kritik umgehen, sie einordnen und auch aus destruktiver Kritik etwas Konstruktives abgewinnen zu können.
Wenn man das nicht kann, dann – und vielleicht kriegen wir ja wenigstens bei dem Punkt einen Konsens hin – ist man noch nicht reif genug für YouTube.