Beiträge von TheBlakeBox

    Ich bin in jedem Spiel schlecht.


    Also ist jedes meiner Let's Plays ein Spiel, in dem ich schlecht bin. :D


    Ich finde das eigentlich cool, sobald man es nicht übertreibt. Es gibt natürlich für alles eine Grenze, aber ich glaube ich habe die Videos anderer Let's Player am meisten genossen, wo man nach Herzenslust facepalmen konnte. Wenn man aber so überhaupt nicht weiterkommt oder eine Stelle dann partout nicht schaffen will, sollte man aber kritisch sein und ab und an Stelle einen Schnitt erwägen.


    Ich erzähle ja immer gerne die Geschichte eines Let's Players, der immer am gleichen Endboss scheiterte und 15 Folgen (á 20 Minuten) immer und immer wieder den gleichen Bosskampf absolvierte. Für die ersten zehn Minuten ist es sicherlich lustig zu sehen, wie derjenige langsam in den Wahnsinn gleitet, aber dann sollte man auch wirklich überlegen, ob das noch Entertainment Value hat.

    Ich finde es eigentlich ganz cool, Leuten beim Spielen zugucken zu können.


    Voraussetzung ist natürlich, dass du mit der Kamera spielst, bzw. nicht wie ein Stein vor dem Rechner sitzt, sondern eben mithilfe von Mimik und Gestik das Spielgeschehen unterstreichst.


    Das finde ich dann persönlich immer so ein wenig unglücklich, wenn der Spieler kaum mit der Wimper zuckt und du quasi ein fast statisches Bild zu sehen hast.


    Was den Zeitpunkt anbelangt, das sehe ich überhaupt nicht kritisch. Ich habe nach ungefähr einem Jahr YouTube ein erstes Projekt mit Facecam hochgeladen. Davon abgesehen, dass es mir – meiner Dummheit sei Dank – in der Nachbearbeitung große Synchronisitätsprobleme beschert hat (und den Aufwand exorbitant hat ansteigen lassen), mag ich das eigentlich ganz gerne.


    Und wie alles ist das auch Übungssache, ich würde einfach mal eine Testaufnahme machen und schauen, wie das wirkt. Vielleicht auch mal nicht gelistet bei YouTube hochladen und herumzeigen. Aber du packst das schon! :)

    Nun gut, betrachtet es doch mal so:
    Die reichweitenstärksten YouTuber erreichen jede Woche ein Millionenpublikum, von denen manch anderes Medium (Print) nur träumen kann. Allein aus dieser Warte heraus muss man sie als Teil des öffentlichen Diskurses absolut ernst nehmen.


    Diesen YouTubern gelingt etwas, was den meisten 'etablierten' Medien und Politikern nicht gelingt: Sie erreichen eine Zielgruppe im jungen Teenager-Alter. Deswegen führt auch eine Angela Merkel ein Interview mit LeFloid. Ihr Interesse an ihm als Gesprächspartner geht gegen 0 – genau wie der Erkenntnisgewinn aus diesem Interview – aber sie ist absolut scharf auf die Zielgruppe, die LeFloid anspricht und die sie sich mit anderen Mitteln sonst nicht erschließen könnte.


    Viele YouTube-Stars sind (wenn überhaupt) gerade mal Anfang 20 und somit selbst noch in ihrer Findungsphase. Man könnte jetzt argumentieren: Gut, die sind halt noch jung und unerfahren, was sollen wir ihnen da einen Strick draus drehen? Aber genau dieser Welpenschutz gilt nicht. De facto handelt es sich nämlich bei ihnen um absolute Schwergewichte in der politischen und gesellschaftlichen Meinungsbildung und als solche müssen sie behandelt werden.


    Ich habe mal von irgendeinem populären deutschen YouTuber (ich weiß nicht mehr genau, welchem) ein Video gesehen, in der er einfach blindlings irgendeine Verschwörungstheorie (ich glaube, es war '9/11 was an inside job') wiederholt hat. Jetzt die Frage: Wie viele Heranwachsende unterscheiden zwischen "Gut, ich gucke halt gerne seine Let's Plays, aber das ist jetzt absoluter Käse" und "Mein YouTube-Idol sagt das, also muss das stimmen!"? Und da wünsche ich mir halt einfach, dass YouTuber mit den gleichen Maßstäben gemessen werden, die beispielsweise auch Fußballer zu erfüllen haben. Denn jeder Bundesligaspieler bekommt heutzutage Medientraining und wird von der Öffentlichkeit zerrissen, wenn er trotz Vorbildfunktion irgendeine Scheiße baut. YouTuber hingegen machen auf ihrem Kanal, was sie wollen – ohne großes mediales Echo. Da wird mit zweierlei Maß gemessen.


    Zwei Sachen sehe ich als besonders wichtig an:
    Eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts besteht meiner Meinung nach darin, Kindern und Jugendlichen in Sachen Medienkompetenz zu schulen. Welche Quellen/Informationen als seriös zu bewerten sind, wie ein Medium wie das Internet Menschen beeinflussen kann und wie man sich vor dieser Manipulation schützt – all das sind Dinge, die unfassbar wichtig sind. Andererseits dürfen wir YouTuber in ihrer Meinungsführerrolle nicht immer mit einem Augenzwinkern abtun. Ihr Einfluss ist nicht zu unterschätzen. Das hat die Werbeindustrie ja bereits erkannt. Wenn man Produkte in YouTube-Videos platzieren kann, um sie bei einer jungen Zielgruppe zu bewerben, warum soll das nicht auch mit politischen Meinungen funktionieren?


    Ich empfehle dazu auch dieses Interview mit Jan Böhmermann:
    https://www.youtube.com/watch?v=fgevJ-mJZFs

    wie hast du denn davon profitiert wenn ich fragen darf?


    Ich habe das möglicherweise falsch ausgedrückt. Profitieren ist nicht das richtige Wort.


    Der Vorteil der Anonymität liegt meiner Meinung nach darin, dass eine geringere Hemmschwelle vorliegt. Manche Dinge gehen einem eben einfacher von den Lippen, wenn man nicht mit Gesicht und Namen erkennbar ist.


    Mit Stimme und Pseudonym fällt es schwerer, Rückschlüsse auf die Person hinter dem YouTuber zu ziehen. Man macht sich so auch weniger angreifbar.


    Alles in allem habe ich abgewägt und mich dafür entschieden, das 'Risiko' in Kauf zu nehmen.

    Ich habe lange damit gerungen, mich dann aber letztendlich dazu entschieden, bei neuen/passenden Projekten mein Gesicht in Form einer Facecam einzubinden.


    Lange gerungen nicht deswegen, weil ich irgendwie kamerascheu bin – dadurch, dass ich Musik mache, gibt's auch andere Videos mit meiner Visage in der Öffentlichkeit – sondern weil ich der Ansicht bin, dass eine Facecam oder Ähnliches zur Selbstzensur führen könnte.


    Habe daher am Anfang darauf gesetzt, alles komplett anonym zu machen. Natürlich wussten meine Freunde und Bekannten, dass ich dahinter stecke, aber so kann man doch noch ein wenig vom Deckmantel der Anonymität profitieren. So langsam lässt sich, durch Facecam und Homepage, auch ganz gut rekonstruieren welche Person sich dahinter verbirgt.


    Es gibt für alles Vor- oder Nachteile. Ich fand eine Facecam im Endeffekt persönlicher und habe mich dafür dann entschieden. Dokumentation meines Real-Lifes, Vlogs, Hauls, Unboxings etc. würde ich aber wohl nicht machen, das muss schon einen Bezug zu Videospielen und meinen Projekten haben.

    Sehe das genau so wie Ninchen. Gerade weil wir anderer Meinung sind, ist die Diskussion doch spannend. Und es geht ja um genau das angesprochene Thema. Ist ja keine Umfrage, sondern ein Thema in einem Diskussionsforum.


    Zitat von Ninchen


    Japp, ich bin mir sicher, 13 Jährige wissen ganz genau, worauf sie sich einlassen, wie unumkehrbar ihre Entscheidung ist und können ohne Bedenken mit den vorher schon errechneten Konsequenzen leben... Ihr
    stellt die Jugend alle so da, als wären sie schon kleine Erwachsene, die einen Weitblick besitzen, mit denen selbst die meisten 20-30 Jährigen nicht konkurrieren können.


    Mir ist das wirklich wichtig, dass das ankommt: Es geht mir nicht darum, diesen Weitblick jedem Dreizehnjährigen zuzusprechen. Ein überwiegender Anteil aller Dreizehnjährigen besitzt diese geistige Reife nicht. Da widerspreche ich dir nicht. Nur möchte ich es eben im Gegensatz zu dir nicht kategorisch ausschließen, dass es Menschen diesen Alters gibt, die dazu imstande sind.


    Und aus diesem Grund erachte ich es eben als falsch, Leuten aufgrund ihres Alters (nochmals: kategorisch) YouTube madig machen zu wollen. Vor den Folgen und Gefahren muss man sie selbstverständlich warnen und sie dafür sensibilisieren. Das habe ich (siehe unten) getan.


    Zitat von Ninchen


    Aber das Argument zieht nicht, wenn du wieder mit Utopia anfängst, wo alle 13 Jährigen verantwortungsbewusst ohne Ende sind, ALLES ihren Eltern erzählen, den PC einfach abschalten, wenn man nicht mag, was da steht, sich nichts zu Herzen nehmen und wenn doch, daraus ihre Schlüsse ziehen und getrost weitermachen, in der Youtube eine Traumfabrik von Ideen und Selbstverwirklichung ist und Hater nur zu 0,5% vorkommen, es keine Shitstörme (yay, denglisch) gibt und jeder eigentlich nur konstruktive Kritik üben möchte, auch wenn manchmal vielleicht ungeschickt formuliert.


    Wenn du in deiner Traumwelt leben willst, bitte. Tu das, ich möchte dir da wirklich nicht im Weg stehen. Aber mir ans Bein zu pinkeln, wenn ich einem Kind raten möchte, sich die Sache aus schon 10x genannten Gründen
    noch mal genau zu überlegen, grenzt schon an einer Rücksichtslosigkeit, die den meisten Eltern mit pubertierendem Anhang den Atem verschlagen würde.


    Ich zitiere:

    Zitat von TheBlakeBox


    Eine Sache solltest du dir aber zu Herzen nehmen: Du bist als YouTuber schonungsloser, manchmal unfairer Kritik bis hin zu persönlichen, verletzenden Beleidigungen ausgeliefert. 95 % aller YouTube-User sind freundlich und konstruktiv, der Rest allerdings leider oft am Lautesten – das kann einem durchaus mal die Laune versauen. Du brauchst also ein dickes Fell. Wenn du der Ansicht bist, auch Kritik, Dislikes und Trolle verkraften zu können, sehe ich da keinen Grund, nicht schon in deinem Alter anzufangen.


    YouTube ist ein Milliardengeschäft und so etwas zieht dubiose/unlautere Geschöpfe an. Daher ist ebenfalls wichtig, dass du mit einer gesunden Skepsis an irgendwelche verlockenden Angebote, Deals und Werbemails reagierst. In dem konkreten Fall solltest du tatsächlich mit deinen Eltern sprechen.


    Zitat von TheBlakeBox


    Und natürlich kann man den Kopf nicht einfach abstellen, gerade wenn man eine vernichtende, beledigende, einfach destruktive Resonanz erhalten hat.
    Ich habe die Erfahrung gemacht (korrigiere mich da gerne, wenn du das anders siehst), dass man als Kreativschaffender (da zähle ich YouTuber zu) sehr eng mit dem eigenen Projekt verbunden ist. Distanz zu schaffen zwischen dem Erzeugnis und dem Erzeuger – also dieses "Der kritisiert nicht mich, sondern das, was ich geschaffen habe" – fällt vielen schwer.


    Zitat von TheBlakeBox


    In jeder Art von kreativer Arbeit, ob nun Videos, Musik, Kunst, Literatur oder weiß der Geier was, wird man im Laufe des Lebens Kritik begegnen. Und ein Großteil der Kritik ist unberechtigt, unfair und demotivierend. Dennoch muss man genau damit lernen, umzugehen.


    Ich wäre auch gerne in einer Welt, wo jede Resonanz fair, konstruktiv und begründet ist. Leider ist das nicht der Fall. Daher sehe ich es gerade in der kreativen Arbeit als unbedingt erforderlich an, dass man lernt, mit einer solchen Kritik umgehen, sie einordnen und auch aus destruktiver Kritik etwas Konstruktives abgewinnen zu können.


    Ich fange hier mit keinerlei Utopia an. Im Gegenteil habe ich bereits vor den Gefahren von YouTube gewarnt, noch bevor du dich in diesem Thema geäußert hast. Mir jetzt zu unterstellen, ich würde allen Dreizehnjährigen ohne Bedenken und Zweifel die Reife zum Betreiben eines YouTube-Channel zuzusprechen, entspricht einfach nicht der Wahrheit. Das stimmt einfach nicht. Da kommen wir in der Diskussion auch nicht weiter, wenn du mir Dinge in den Mund legst, die ich so nicht gesagt habe.


    Die einzigen beiden Punkte, auf denen ich beharre, sind einfach zusammengefasst:
    1. Ich möchte nicht kategorisch ausschließen, dass ein Dreizehnjähriger reflektiert genug ist, einen YouTube-Kanal zu betreiben und sich der Gefahren/Risiken bewusst zu sein. Auch wenn ein überwiegender Anteil dazu mit Sicherheit nicht fähig ist.
    2. Es besteht ein Unterschied zwischen jemanden, der sich als Erschaffer eines YouTube-Videos in der Öffentlichkeit positioniert und damit angreifbar wird und jemandem, der anderweitig, entweder offline oder in teilöffentlichen Netzwerken wie z.B. [lexicon]Facebook[/lexicon] Opfer von Mobbing wird.

    :-D


    Ich persönlich habe kein Problem damit wenn alle Kinder wer Welt im Internet ihre Zeit vertreiben, nur kotzen mich solche Aussagen an, dass das Internet angeblich sicher gegen Mobbing ist und das man einfach sich aussuchen kann mit wem man kommunizieren will bzw Leute einfach blockieren kann wenn man deren Gegenwart nicht erträgt. So einfach ist das aber nicht ^^ Das Internet ist viel schlimmer oder mindestens genauso schlimm, wie die schöne, heile Außenwelt. Diese Gefahren kann man nicht ignorieren oder schönreden.


    Ich glaube es besteht kein Zweifel daran, dass auch das Internet einen verheerenden Einfluss auf die Psyche haben kann. Ich möchte das absolut nicht kleinreden. Wenn das so angekommen ist, hoffe ich, ich konnte das in meinem anderen Post klar stellen.


    Das schöne am Internet ist ja, dass es ein Sammelbegriff für lauter ganz unterschiedliche Dinge ist. Daher ist es mir eben wichtig, hier die Diskussion trennscharf zu halten. Ich rede nicht über das Internet generell in all seinen Formen und Ausprägungen, sondern konkret über YouTuber. Der mögliche Empfängerkreis eines YouTube-Videos ist zunächst einmal unbegrenzt. Wir reden hier ja nicht über 'nicht gelistete' oder 'private' Videos sondern über einen öffentlichen Kanal.


    Ein YouTube-Kanal ist zudem etwas, was ich aktiv betreibe, weil ich ein Sendungsbewusstsein habe. Sobald ich mein erstes Video hochlade, muss ich mir bewusst sein, dass ich und mein Erzeugnis auf den öffentlichen Pranger gestellt werden kann. Der einzige Unterschied in unser Philosophie ist, dass ich einer – nicht jeder! – 13-Jährigen zutraue, sich dieser Gefahr bewusst zu sein und entsprechend zu handeln.


    Und anders als im Real-Life ist gerade bei YouTube eben die Möglichkeit gegeben, den Stecker zu ziehen und den Kanal zu schließen. Damit wird das Gelesene nicht ungelesen und das Trauma nicht repariert, aber man kann zumindest verhindern, dass der Horrortrip weitergeht. Alles natürlich gesetzt dem Fall, dass man nicht zu viel von sich preisgibt – was ich in dem Alter eben tatsächlich als sehr schlechte Idee erachte.


    Das geht offline eben nicht.


    Das ist nicht "Käse", das ist meine Meinung. Ich kann dir versichern, die beiden Sachen haben nichts miteinander gemein. ICH stehe nicht auf Kinder und deren TV, wenn du das tust, gut für dich und die Kinder. Ich habe nie erwähnt, dass ihre Qualität nicht mindestens genauso gut sein kann, wie die der älteren Kollegen, falls du meinen Beitrag aufmerksam gelesen hast. Vermutlich nicht, sonst hätten wir diesen Punkt nun nicht abzuhaken. Wieder nicht mitgedacht, Ninchen!


    Damit wir uns nicht falsch verstehen: Deine Meinung streitet dir keiner ab. Mir geht es da in erster Linie um den Satz "Ich will natürlich nicht die jüngere Let's Playerschaft diffamieren, um Himmels willen. Aber eigentlich doch schon. God damnit." Und den, das darfst du auch gerne als meine Einzelmeinung verstehen, bezeichne ich einfach als Käse, weil er die Diskussion nicht weiterbringt.


    Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Ich interessiere mich auch nicht vordergründig für Unterhaltung, die auf Kinder oder junge Teenager zugeschnitten ist. Da sind wir also schon mal zwei. Was mich an (nicht nur) deiner Aussage einfach stört, ist die Generalisierung.


    Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass man zu einem YouTuber der eigenen Altersklasse eher einen Draht hat als zu einem weit jüngeren. Natürlich ist das Material möglicherweise interessanter, Humor und Lebensphilosophie ähnlicher. Das stellt doch niemand in Abrede.


    Aber statt jeden YouTuber individuell zu bewerten, sperrst du dich von vorne herein gegenüber 'YouTubern jünger als x'. Und da bin ich einfach der Meinung, dass das eine willkürlich gezogene Grenze ist. Wie bereits gesagt: Hätte Lillyaja ihr Alter nicht explizit erwähnt – ich bin mir sicher, sie wäre weit älter geschätzt worden. Das muss dann ja immer noch nicht deinen Geschmack treffen. Dennoch: Einem Kanal von vorne herein aufgrund des bloßen Alters die Chance zu verwehren, das stört mich eben.



    Es trifft schlicht und ergreifend nicht meinen Geschmack und ja, auf die 12-14 Jährigen mit denen ich so in meinem Leben in Kontakt gekommen bin, trifft das mit dem Niveauunterschied und anderen nicht überwindbaren Differenzen sehr genau zu. Damit stelle ich mich nicht als jemand mit besonders hohen Ansprüchen da oder Ähnlichem, es ist simpel ausgedrückt einfach nicht mein Geschmack. Ich hoffe, ich darf da einen eigenen haben? Schließlich fragte die Threaderstellerin, ob wir jemanden in dem Alter überhaupt sehen wollen würden. Meine ehrliche Antwort: nein.


    Das habe ich schon so verstanden. Ich beharre aber auf meinem Standpunkt: Ich finde es problematisch, alle Menschen eines bestimmten Alters über einen Kamm zu scheren. Und das ist der Kern meiner Kritik.



    Ich hoffe, dass das Raffen jetzt leichter von statten ging.


    Danke. Die Polemik erleichtert die Diskussion ungemein.



    Nein, das ist ja interessant! Nur mal so ein Szenario: Du bist 13 und dir wird, während du versuchst dein eigenes Ding zu machen, deine eigenen Ideen umzusetzen, vielleicht dabei auch noch dein eigenes Gesicht gezeigt hast, ständig vorgeworfen wie talentlos, unreif, hässlich und insgesamt unberechtigt du doch bist überhaupt die selbe Luft zu atmen. [...]


    Auch das stellt niemand in Abrede. Und natürlich kann man den Kopf nicht einfach abstellen, gerade wenn man eine vernichtende, beledigende, einfach destruktive Resonanz erhalten hat.
    Ich habe die Erfahrung gemacht (korrigiere mich da gerne, wenn du das anders siehst), dass man als Kreativschaffender (da zähle ich YouTuber zu) sehr eng mit dem eigenen Projekt verbunden ist. Distanz zu schaffen zwischen dem Erzeugnis und dem Erzeuger – also dieses "Der kritisiert nicht mich, sondern das, was ich geschaffen habe" – fällt vielen schwer. Mir übrigens auch. Im Übrigen auch den angesprochenen Hatern, sonst würde ja das Video kritisiert und nicht etwa der Erschaffer in der Dreck gezogen werden.


    Nur: YouTube ist eine Plattform, in der man willentlich und wissentlich partizipiert. Anders als vielleicht eine Schule oder eine Arbeitsstelle. In diesem Thema wurde an verschiedener Stelle bereits eindringlich vor möglichen Gefahren dieser Plattform gewarnt (unter anderem auch von mir). Dann liegt es an jedem Menschen selbst, zu entscheiden, ob man sich dieser 'Gefahr' aussetzt oder nicht.


    In diesem konkreten Beispiel: Die Entscheidung darüber, ob jemand wie Lillyaja reif genug ist, auf dieser Plattform und mit allen damit verbundenen Risiken und Gefahren zu partizipieren, maße ich mir nicht an. Das muss und kann sie nur selbst einschätzen.


    Ich bleibe weiterhin dabei: Das Alter ist nicht immer das beste (und bei Gott nicht das einzige) Kriterium, um das zu entscheiden.



    Ah, doch doch, auch im Real Live lässt es sich umgehen mit der Mobberei. Schulwechsel oder Arbeitsortwechsel würde mir spontan einfallen. Das Äquivalent zum Channelwechsel, i guess. Habe gehört, dass manche Leute es sogar schaffen anderen Menschen, die sie nicht mögen, aus dem Weg zu gehen, aber ich persönlich halte das ja für ein Gerücht.


    Das kann funktionieren, tut es in den meisten Fällen nicht. Viele Mobbingopfer sehnen sich nach Zugehörigkeit zu einem Sozialverbund. Diese aus dem bekannten sozialen Umfeld (z.B. einer Schulklasse) herauszuholen und in ein neues soziales Umfeld zu integrieren, kann das Problem sogar noch verstärken und zur weiteren Isolation führen. Wenn es überhaupt soweit kommt. Viele Mobbingopfer sind aus Scham oder aus Selbstzweifel gar nicht erst bereit oder imstande, über die eigene Situation zu sprechen. Nicht zu den Eltern, nicht zu einem Therapeuten.


    Ich möchte das Online-Mobbing auch gar nicht entwerten. Persönliche soziale Netzwerke wie [lexicon]Facebook[/lexicon] sehe ich da aber weit kritischer als z.B. YouTube. Um bei YouTube zu partizipieren und sich überhaupt 'angreifbar' zu machen, braucht man ja bereits eine Art Sendungsbewusstsein. Man lädt Videos hoch oder mischt aktiv bei der Diskussion mit. Ein rein soziales Netzwerk wie [lexicon]Facebook[/lexicon] funktioniert da anders.



    Ich will hier nicht das Thema "Mobbing" verharmlosen oder Ähnliches, aber dass ihr das Internet so unterschätzt finde ich fast lachhaft, wenn man bedenkt, wie viele erstellte Themen sich hier schon um das Thema "Hater" gedreht haben.
    [...]
    Was ein super Tipp. Schreib doch mal einen Erziehungsratgeber: Wie schaffe ich es aus meinem Frühpubertierenden so einen richtigen Gewalttäter zu machen? Setze ihm Gewalt aus, nur die Harten kommen in den Garten! Und wenn die Memme heult, dann gib ihm noch mal eine mit, denn bedenkt immer: Man muss Leid überwinden, um daran zu wachsen"


    Alles valide Punkte und ich würde dir in jedem anderen Fall jederzeit zustimmen, aber nochmal:


    Wir reden hier von Menschen, die willentlich und wissentlich ein Video auf einer global verfügbaren und weitestgehend unmoderierten Plattform hochgeladen haben. Wir reden hier nicht vom Sportunterricht, von der Familie oder dem Supermarkt. In jeder Art von kreativer Arbeit, ob nun Videos, Musik, Kunst, Literatur oder weiß der Geier was, wird man im Laufe des Lebens Kritik begegnen. Und ein Großteil der Kritik ist unberechtigt, unfair und demotivierend. Dennoch muss man genau damit lernen, umzugehen.


    Ich wäre auch gerne in einer Welt, wo jede Resonanz fair, konstruktiv und begründet ist. Leider ist das nicht der Fall. Daher sehe ich es gerade in der kreativen Arbeit als unbedingt erforderlich an, dass man lernt, mit einer solchen Kritik umgehen, sie einordnen und auch aus destruktiver Kritik etwas Konstruktives abgewinnen zu können.


    Wenn man das nicht kann, dann – und vielleicht kriegen wir ja wenigstens bei dem Punkt einen Konsens hin – ist man noch nicht reif genug für YouTube.

    Lillyaja: Ich habe ein wenig in deine Terraria-Let's Plays hereingeschaut. Das ist doch eine total runde Sache, insbesondere für dein Alter. Und wenn du es nicht explizit erwähnt hättest, hätte dir keiner der hier kommentierenden Kritiker attestieren können, dass du erst 13 bist.


    Hätte ich einen Euro für jedes gesehene Video, bei dem ein volljähriger Let's Player nicht einen geraden Satz herausbringt – ich könnte es wohl beruflich machen.


    Mit der Qualität deiner Let's Plays brauchst du dich nicht zu verstecken. Ich würde, wie oben empfohlen, dein Alter auch gar nicht erwähnen. Anders als dein Mitstreiter, der offensichtlich mitten im Stimmbruch ist, hört man dir dein Alter nämlich gar nicht an.


    Zitat

    Definitiv nein. Da ist mir auch egal, ob weiblich oder männlich. Die Spieleauswahl kann legalerweise schon nicht meinen Geschmack treffen und der Humor/Horizont dürfte auch andere Weiten kennen. Ich will natürlich nicht die jüngere Let's Playerschaft diffamieren, um Himmels willen. Aber eigentlich doch schon. God damnit.


    Ninchen: Nichts für ungut, aber das ist doch einfach Käse. Anstatt Let's Player an der Qualität ihrer Videos zu messen, wird das Alter als künstliches Filterkriterium hochgehalten. Als ob die Qualität der Videos plötzlich sprunghaft mit dem 18. Geburtstag zunimmt. Dass jüngere potentiell andere Interessen und einen anderen Humor haben, ist ja geschenkt. Da aber so einen harten Cut zu machen und jüngere Let's Player zu kritisieren, eben nur weil sie jung sind – das raff' ich ehrlich gesagt nicht.


    Und was die 'Gefahren' von YouTube und das Thema 'Mobbing' anbelangt: Das ist ein valides Risiko, ja. Aber gegenüber von 'Offline-Mobbing' gibt es einen entscheidenden Vorteil: Wenn einem das zu viel wird, kann man den YouTube-Kanal jederzeit schließen oder sich zurückziehen. Das geht im Real Life nicht. Da kann ich mich nicht entscheiden, einfach gar nicht mehr zur Schule zu gehen oder unerwünschte Personen aus meinem Leben auszublenden oder zu blockieren. Online geht das.


    Das ist ein Risiko, was man eben tragen muss. Sobald man sich bewusst ist, dass der Deckmantel der Anonymität Leute dazu verleitet, ihre schlechtesten Seiten zu präsentieren und es immer Menschen gibt, die andere (insbesondere jüngere) Menschen ausbeuten wollen (in welcher Form auch immer), ist doch alles safe. Diese 'Hausaufgaben' muss man machen, bevor man sich an die Öffentlichkeit wagt.


    davon von Gronkh: 0
    Keine Antwort.
    Finde ich persönlich sehr schade und würde ich so nicht machen.
    Und ich frage mich immer warum?
    Damit andere nicht neidisch werden?


    Zeit.


    Neben der offensichtlichen Verpflichtung, jeden Tag Material an ansprechender Qualität hochzuladen, gibt es noch eine Reihe an anderen Dingen/Projekten, die einen für nicht einschätzbaren Zeitaufwand mit sich bringen.


    Du schreibst doch selbst: 824 Kommentare in einem Video, das gerade mal zwei Tage alt ist. Insgesamt eine vierstellige Videoanzahl im Channel... da sieht man doch, mit was für Zahlen man da konfrontiert wird. Man könnte jetzt argumentieren, "aber ein Kommentar wird doch wohl möglich sein", aber ehrlich gesagt: Wozu? Ich denke die Kommentarspalte bei YouTube eignet sich nur begrenzt zum Meinungsaustausch. Es wäre sicherlich ein nettes Signal. Aber ihm jetzt Arroganz vorzuwerfen, weil er nicht durch den Sumpf an Kommentaren waten möchte, halte ich für extrem weit hergeholt.


    Das ist genau so, als ob ich zu einem Konzert meiner Lieblingsband gehe und danach die Platten verbrenne, weil's keine Autogrammstunde nach der Show gab.

    Alter ist ein extrem schlechter Indikator für Qualität.


    Viel wichtiger ist der eigene Anspruch, gutes Material abzuliefern und selbstkritisch zu sein. Natürlich, so könnte man argumentieren, ist dafür eine gewisse 'Lebensreife' vom Vorteil, gerade wenn man ab und zu auch aus dem Nähkästchen plaudern oder die Let's Plays mit Fakten anreichern möchte. Dass ein höheres Alter aber auch nicht immer eine höhere Qualität oder einen höheren Anspruch mit sich bringt, sollte auf der Hand liegen. Ich habe Let's Plays von weit älteren Spielern als ich gesehen (und ich gehöre schon zum alten Eisen), die sowohl von Moderation als auch der technischen Umsetzung grauenhaft waren. Auf der anderen Seite gibt es einige Beispiele für minderjährige Let's Player, die das super raus haben.


    Ich denke da eher: Früh übt sich.


    Den Kommentar von @Pepperwood möchte ich aber noch mal aufgreifen, weil ein paar sehr valide Punkte anspricht. Ich zitiere mich dazu einfach mal selbst aus einem sehr ähnlichen Thread vor einigen Monaten:


    Zitat

    Eine Sache solltest du dir aber zu Herzen nehmen: Du bist als YouTuber schonungsloser, manchmal unfairer Kritik bis hin zu persönlichen, verletzenden Beleidigungen ausgeliefert. 95 % aller YouTube-User sind freundlich und konstruktiv, der Rest allerdings leider oft am Lautesten – das kann einem durchaus mal die Laune versauen. Du brauchst also ein dickes Fell. Wenn du der Ansicht bist, auch Kritik, Dislikes und Trolle verkraften zu können, sehe ich da keinen Grund, nicht schon in deinem Alter anzufangen.


    YouTube ist ein Milliardengeschäft und so etwas zieht dubiose/unlautere Geschöpfe an. Daher ist ebenfalls wichtig, dass du mit einer gesunden Skepsis an irgendwelche verlockenden Angebote, Deals und Werbemails reagierst. In dem konkreten Fall solltest du tatsächlich mit deinen Eltern sprechen.


    Wenn du das beachtest, sehe ich keine Hindernisse. Am Sichersten bist du sowieso, wenn du dein Alter nirgendwo erwähnst.

    Ich bin da nicht die richtige Zielgruppe für.


    Mir ging es nie, aber wirklich nie so, dass ich dachte: "Stimmt, ich wollte ja noch ein Like da lassen. Toll, dass er mich dran erinnert!"


    Entweder, ich habe während des Videos vor, das ganze zu liken/abonnieren/sharen – oder ich lasse es ganz bleiben. In jedem Fall schreckt mich so ein Call-to-Action eher ab, als dass es mich zu mehr Interaktion verleitet.


    Ganz furchtbar nervig finde ich Abonniert/Liked/Shared-mich-Bauchbinden, die mich beim Gucken des Videos stören. Wenn der Zuschauer dein Video ansieht, hast du ihn ja bereits da, wo er hin soll. Dann solltest mit der Qualität deines Contents für weitere Interaktionen sorgen, nicht durch draufgeplasterte Selbstwerbung.

    Wenn die Wände sehr dünn sind, wirst du dagegen wenig unternehmen können. Problem werden hier (trotz hoher Lache) die tiefen Frequenzen sein, die dann durch die Wand treten.


    Um eine Absorption mit Noppenschaum zu erreichen, muss der schon relativ dick sein. Und das geht dann schnell ins Geld. Ansonsten ist der eher was – wie meine Vorredner auch schon gesagt haben – um den Raumklang in den Griff zu bekommen.


    Ist die Wand denn tatsächlich das Problem oder ist es auch z. B. die Tür? Denn je nach Konstruktion des Hauses / der Wohnung würde es sich vielleicht lohnen einen "Zugluftdackel" an die Türschwelle zu legen. Vielleicht bringt das ein paar Prozent. Ansonsten gibt es sogenannten Thermohanf. Der ist nicht zum Rauchen, sondern für Schall- und Wärmeisolation. Wenn du wirklich all in gehen möchtest, würde ich mir davon was kaufen und die Wand dick damit isolieren. Dann riecht dein Zimmer aber auf ewig nach Kleintierstreu.


    Ansonsten musst du deine Mutter zum Telefonieren aus der Wohnung jagen. :|

    Auf gar keinen Fall nur mündlich geben lassen.


    Am besten lässt du ihm von seiner betrieblichen E-Mail-Adresse die Bestätigung geben, dass du das Spiel auch spielen darfst. Wenn du dich zu nichts verpflichtest, spräche ansonsten aus meiner Warte heraus nichts dagegen.

    Ich esse nichts während des Let's Plays. So viel Zeit habe ich dann, um zwischen zwei Aufnahmen eine Viertelstunde Mittagspause einzuplanen. :)


    Nur einmal habe ich während des Let's Plays dann doch ein Abendessen zu mir genommen. Das Spiel war aber dermaßen langweilig, dass das an der Stelle durchaus beabsichtigt war.


    Ansonsten generell keine Nahrungsaufnahme. Trinken taktisch klug und geräuschlos während Zwischensequenzen oder Ladebildschirmen. Habe einmal in einer Folge ein Hustenbonbon dringehabt, das klacken gegen die Zähne ging mir im Nachhinein so auf den Senkel, dass ich's händisch rausgeschnitten habe.


    Was ich dann trinke? Meistens Wasser. Je nach Stimmung auch mal ein Bier und wenn ich müde bin gibt's Cola oder Kaffee. Aber zu 90 % stilles Wasser. Sprudel würde dann zu unappetitlichen Rülpsorgien führen und das will ja auch keiner.

    Das ist nicht so meins.


    Ich glaube, ich habe noch nie einen Kanal (oder irgendeine Art Marke) deswegen abgefeiert, weil das Maskottchen so niedlich war. Aber ich bin auch schon relativ empfindlich, was Gimmicks anbelangt.


    Es ist jetzt nicht so, dass mich Maskottchen irgendwie negativ beeinflussen würden. Ich glaube unterm Strich sind sie mir in jeglicher Hinsicht egal.

    Also ich kann nur nochmal meine Einschätzung bekräftigen, dass viele Zuschauer eine geringe Abozahl mit geringer Qualität asoziieren.
    Ich bin der Meinung, dass Youtube so eine Art "Leistungsindex" gut sichtbar auf jedem Kanal veröffentlichen sollte, der sich beispielsweise aus Uploadhäufigkeit (bzw. Regelmäßigkeit), den Bewertungen, der Kommentardichte und der Zuschauerbindung oder so zusammensetzt. Anschließend kommt dann von mir aus ein Buchstabe von "A+" bis "F-" auf den Kanal, wodurch man dann als neuer Zuschauer relativ einfach feststellen kann, welche Qualität der Kanal in etwa bietet.
    Es ist nur sehr schwer umsetzbar und würde bei vielen vielleicht "guten" Youtubern dazu führen, dass sie unterm Strich auf einem "C" landen aber ich fände so eine Art Leistungsindex auf Kanälen ganz interessant. :thumbsup:


    Bitte hasst mich nicht, ich bin noch klein, war nur so 'ne Idee. :(


    Das ist wie Kommunismus. In der Theorie wunderbar, in der Praxis würde das grauenhaft schief gehen und diejenige, die das System überlisten, profitieren am Meisten davon. Dem kleinen Let's Player von der Straße hilft es nicht die Bohne.

    Den Vergleich zwischen Let's Plays und Spielfilmen kann man einfach nicht bringen.


    Ein Spielfilm ist ein von vorne bis hinten durchgeplantes Konstrukt. Es besteht ein Drehbuch, dass von einem Regisseur inszeniert, einem Kameramann abgefilmt und einem Cutter nachbearbeitet wird. Sie alle treffen bewusste Entscheidungen, die am Ende einen fertigen Film ergeben.


    Bei Let's Plays sieht es anders aus. Die leben von einer Spontaneität, von Improvisation. Das Ausgangsmaterial plus die Reaktion des Spielers ist es, was dieses Format ausmacht.


    Ich verstehe die Schärfe auch nicht, mit der diskutiert wird.


    Keiner stellt in Abrede, dass geschnittene Let's Plays besser funktionieren als Ungeschnittene. Das lässt sich anhand von nackten Zahlen belegen. Etwas, was populär ist, muss nicht unbedingt gut sein, aber es funktioniert nun mal besser. Ich finde das zwar schade, weil ich es als besonderes Talent erachte, ein solches [lexicon]Let's Play[/lexicon] auf Dauer spannend und den Kommentar sympathisch zu halten. Ich habe größeren Respekt vor einem spannenden UND nicht oder wenig geschnittenen [lexicon]Let's Play[/lexicon] als vor einem spannend geschnittenen [lexicon]Let's Play[/lexicon].


    Etwas erzählen zu haben und mit seiner Moderation zu unterhalten erachte ich als wertvollere Fähigkeit als ein Video kurzweilig zusammenzuschneiden, aber das hängt auch mit der Art und Weise zusammen, mit der ich (und viele andere) mit Videospielen großgeworden bin.


    Verglichen mit dem heutigen Effektfeuerwerk, das mancherorts abgebrannt wird, waren Spiele damals echt monoton. Man hat eine Spielmechanik und die wird in unterschiedlichen Levels zur Probe gestellt. Das war's. Heute hingegen hat man hochstilisierte [lexicon]Blockbuster[/lexicon], wo jede Zwischensequenz super spannend inszeniert ist.


    Jemand, der mit aktuellen Videospielen großgeworden ist, sind 'ungeschnittene' Let's Plays ein Fremdkörper. Ich musste damals [lexicon]Super Mario[/lexicon] Bros. noch in einem Sitting durchspielen, oder aber meinen Spielstand verlieren. Mein [lexicon]NES[/lexicon] war teilweise tagelang an, weil man sich nach der Schule / dem Kindergarten mit seinen Freunden traf, um weiterzumachen. Man musste Geduld aufbringen, die in der heutigen Gesellschaft und dem ständigen Kampf um Aufmerksamkeit absolute Mangelware ist.


    Das wäre mein Erklärungsversuch, wo dieser Zwist herkommt.


    Dann gibt es aber eben auch noch ziemlich hanebüchene Argumente. Das Zu-faul-zum-Schneiden-deswegen-Contra-Argument zum Beispiel. Wer gerne schneiden möchte, aber sich einfach aus Faulheit dagegen entscheidet, sollte vielleicht mal das Hobby überdenken. Es gibt kreative Hobbies nicht ohne Aufwand.


    Auf der anderen Seite kann ich es nach wie vor nicht verstehen, dass jemand gegen 'Notfallschnitte' wettert. Ich verweise da auf das Beispiel von ein paar Seiten zurück. 77 Zufallskämpfe mit identischen Monstern in ein und demselben Dungeon. 77 x ein identischer 1-Minuten-Clip in Dauerschleife. Das guckt sich einfach niemand an.


    Genau so erachte ich "Ich habe Fans, das muss so gut sein!" nicht als Argument. Ich gönne jedem seinen Erfolg, aber Erfolg ist eben nicht immer ein Indikator von Qualität. Würde man – und da sind wir wieder beim Film – lediglich nach dem Kinoerfolg gehen, wäre Avatar der beste Film aller Zeiten.