Das ist nunmal der Vorteil an kontroversen Inhalten. Du hast nicht nur deine Fans und Befürworter, die darüber berichten, sondern auch deine Gegner. Und damit erzielst du eine ordentliche Reichweite. Sieht man ja auch immer wieder an der AfD. Ich habe jetzt von dem Youtuber auch das erste Mal vor ein, zwei Tagen gehört, als einige Tweets dazu in meiner Timeline auftauchten. Und ich denke den meisten von euch wird das ähnlich gehen.
Das Video dazu hatte ich mir dann auch nicht angeschaut. Erst mal war das zu der Zeit auch schon wohl gelöscht, andererseits hatte ich eh kein Interesse daran, mir das anzusehen. Es gibt eine ganze Menge Schrott auf Youtube und ich halte mich eben davon fern, dann brauche ich mich auch nicht darüber aufzuregen. Das Bibi-Lied habe ich bis heute noch nicht gehört. Ich hatte Logan Pauls "Entschuldigung" mal überflogen, da die irgendjemand in meiner Timeline retweeted hatte, und ja, auf mich klang die auch sehr halbherzig und unglaubwürdig. "Ich bin ein Mensch und ich mache Fehler..." Klar. Kann ja mal passieren, dass man aus Versehen eine Leiche filmt und dann daneben posiert und das dann wahrscheinlich noch mit einem reißerischen Capslock-Titel bei Youtube reinstellt (beziehe mich da grad auf die Zusammenfassung von @Schauerland oben, was den Inhalt des Videos angeht). "Es ist mir nicht bewusst gewesen, welche Ausmaße das annehmen wird..." Nein, mit 10-15 Millionen Abonnenten (waren es glaube ich) bist du dir natürlich nicht bewusst, was für eine Reichweite du hast. Das war einfach nur, um sich vor eventuellen Strikes zu schützen und versuchen, die Leute zu beruhigen. Wahrscheinlich ist das Einzige, was er bereut, dass er das Video doch so früh wieder runternehmen musste, und es nicht noch mehr Klicks und Geld gemacht hat.
Wie auch oben schon mal geschrieben wurde, ich glaube auch, dass alle, die jetzt ein empörtes Reaction-Video zu der Sache machen, (insgeheim) versuchen, durch den aktuellen Skandal schnell noch Klicks abzugreifen. Gar nicht darauf eingehen und dem Mist nicht noch weitere Reichweite generieren wäre tatsächlich die bessere Methode gewesen. Irgendwelche Skandal-Berichte werden auf Youtube wohl ganz gut geklickt, wie ich selbst mal feststellen musste. Ich hatte vor einigen Jahren bei meinem Let's Play zu Battlefield 3 eine Folge "Anschlag auf Paris" genannt. Später gab es dann einmal bei dem Charlie Hebdo Anschlag und nochmal bei dem Eagles of Death Metal-Konzert in Paris einen ziemlichen Anstieg an Views. Mit sogar einem Kommentar, dass ich das Video doch runternehmen sollte, weil es geschmacklos wäre. Ich habe dann mal auf das Datum der Veröffentlichung hingewiesen, dass das Video fast ein Jahr vor Charlie Hebdo freigeschaltet wurde, danach wurde der Kommentar umgehend gelöscht.
Was das Durchsetzen der Regeln seitens Youtube betrifft, denke ich (was auch schon mal irgendwo geschrieben wurde), dass die absichtlich relativ allgemein und schwammig gehalten wurden, um eben von Fall zu Fall abwägen zu können. Was spricht denn dagegen, die "Anstößigen Inhalte" etwas zu konkretisieren: "Zum Beispiel Mord, Vergewaltigung, Leichen und andere Verbrechen"? So kann man dann, wenn die Videos trotzdem gut Geld abwerfen, etwas langsamer darauf reagieren und selber noch was von den Werbeeinnahmen einstreichen. Katja Krasavice kann ja wohl auch relativ ungestraft auf Youtube agieren, obwohl das scheinbar ziemlich grenzwertig ist, was sie so raushaut. Naja. Sex sells.
Ich würde auch sagen, dass meiner Meinung noch nicht mal das Hauptproblem Youtube ist, sondern die ganzen Leute, die sich sowas anschauen. Umsonst landet sowas ja nicht in den Trends. Geschaut wird es halt trotzdem, sei es aus Sensationsgier, um sich darüber aufzuregen oder man findet es halt eben wirklich geil. Und so erreichen solche Videos dann viel mehr Reichweite, als es eigentlich nötig wäre.