Auch wenn ich grundsätzlich deiner Meinung bin, muss ich dir in einem Punkt widersprechen: Konsolengaming und PC-Gaming sind nur artverwandte Hobbies
Allein, was ich in den letzten Monaten an Skyrim und Mods gefrickelt habe, davon können Konsoleros eben nur träumen, und das gehört für mich zum Gaming mit dazu - also das ganze drumherum, Fehlerbehebung, Modding, Fehlerbehebung beim Modding (hihi), stundenlange Googlesuche weil irgendeine kleine Windowsfitzelfunktion nicht funktioniert, ausprobieren, Games mit [lexicon]Wine[/lexicon] zu zocken... So blöd und anstrengend das klingt, ich wäre beruflich heute nicht da, wo ich jetzt stehe, wenn ich Konsolero wäre - ich liebe den Lernaufwand, den ich für ein gutes Game betreiben muss.
Das, wovon Konsoleros nach deiner Aussage nur "träumen" können, ist für mich eher ein Albtraum. Wenn ich zocken will, dann will ich zocken. Für mich sind diese ganzen Friemel-Dinge drumherum nicht mal im Ansatz entspannend oder gar spaßig, ganz im Gegenteil. So unterschiedlich sind am Ende nunmal die persönlichen Präferenzen.
Sicher, bei Konsolen habe ich auch einen Lernaufwand, aber der nützt mir praktisch recht wenig (ich erinnere mich an meine Pläne für mein ultimatives GBA-Pokemon-Team, mit dem ich in Zukunft irgendwann alle wegrummsen werde, sobald ich die Batterie bei Pokemon Saphir getauscht hab). Den hab ich aber auch nur Gamebezogen, und am PC eben genau so. Das einzige, was ich mit Konsolen bisher gelernt hab, war löten, und die offene PS2 liegt seit 5 Jahren im Keller, weil ich das immer noch nicht fertig hab.
Ich zocke nicht, um zu lernen, sondern um abzuschalten und Spaß zu haben. Lerneffekte finde ich in anderen Lebenslagen, das muss ich nicht zwangsläufig in mein Hobby einfließen lassen. Natürlich ist es richtig, dass man als PC-Zocker mehr lernt, aber macht das die Zockerei automatisch besser, attraktiver, elitärer? Das kann doch jeder für sich entscheiden.
Warum ich selbst so empfindlich reagiere, ist damit auch irgendwo klar: Wenn mir jemand sagt, dass das Gerät, mit dem ich sowohl meinen Lebensunterhalt verdiene als auch meine Freizeit verbringe, ausstirbt, und das mit hanebüchenen Argumenten - joah, da werd ich leidenschaftlich
Ich würd mich vermutlich nen Rotz um Konsoleros scheren, wenn die mich nicht ständig spoilern würden (AC3, September 2013: Ich geh auf der Arbeit eine rauchen, an mir fahren 2 Schüler vorbei, und der eine ruft "Am Anfang spielt man den Vater!" - das Spiel kam am PC leider erst im Dezember oder Ende November raus, und der Hammel musste mir erst mal einen der größeren Plot-Twists verraten), und wenn mir nicht ständig gesagt würde, wie unkomfortabel mein PC ist.
Okay, da sind wir sehr unterschiedlich aufgestellt. Mir ist nämlich völlig gleichgültig, was andere über Konsolen denken. Und wenn sich jemand hunderte Konsolen einkauft, um sie öffentlich und medienwirksam zu verbrennen oder zu schrotten - mir wurscht, solange man mich als Konsolenzocker nicht irgendwie einschränkt. Problematisch finde ich hingegen, wenn Leute herabgestuft werden, wenn sie eher auf Konsolen daddeln. Das ist genauso verquer wie diese ewigen Kleinkriege zwischen Android-/Apple-Nutzern, Windows-/Mac-Nutzern etc.
Ich glaube, dass ne 8 Stunden Gaming Session am PC mit geeignetem Bürostuhl weitaus besser für den Rücken, und damit komfortabler ist, als auf der Couch
Konsoleros sind eben Casual Gamer, und das will ich unter keinen Umständen schlecht reden - ist eben eine andere Herangehensweise ans Zocken.
Nein, nicht jeder Konsolen-Mensch ist Casual Gamer. Der Eindruck entsteht vielleicht wegen dem Erfolg der [lexicon]Wii[/lexicon] und den Verkaufszahlen von Spielen des Schlages SingStar und Konsorten, aber das trifft eben nicht auf alle zu. Meine Couch ist für mich zudem deutlich bequemer als mein Bürostuhl und der erfüllt alle ergonomischen Anforderungen, an dieser Stelle spare ich nicht. Es mag durchaus sein, dass ich nicht gerade repräsentativ für die Konsoleros bin, aber die Leute prinzipiell in diese Ecke zu drücken, halte ich für vermessen.
Wenn auch die Entwickler mal raffen würden, wie nervig es ist, wenn eine Spielergruppe von der anderen Monate im Voraus gespoilert wird, wäre ich weitaus glücklicher und entspannter in Bezug auf Konsolen-Gamer. Ich weiß, dass da ein Entwicklungsaufwand dahinter steht, und dass man nicht unbedingt das Kapital, das man haben könnte, indem man das Game schon mal auf einer Konsole veröffentlicht, binden will - aber so wie es jetzt ist, gehts doch sehr auf den Geist, und mir fällt da auch keine bessere Lösung ein als die von [lexicon]Nintendo[/lexicon]: Primär Exklusivtitel rausbringen. Das würde auch den Wert von Konsolen meiner Meinung nach echt steigern.
Ich wurde bisher noch nie in der Öffentlichkeit von irgendwelchen Fremden gespoilert. Höre davon und vor allem in dem Ausmaß zum ersten Mal. Aber okay, hier werden wir wahrscheinlich eh auf keinen Konsens kommen. Für mich trieft der ganze Beitrag von Vorurteilen und haltlosen "Die sind doof, wir sind besser"-Argumenten, sorry.