"Youtube ist kostenlos und wir sollten froh sein, es zu haben!"
Stimmt das wirklich so? Zumindest den ersten teil kann und will ich nicht glauben. Natürlich bin ich froh, Youtube als Plattform zumindest ohne Bezahlung von Geld nutzen zu können. Aber kann es wirklich sein, dass sich Youtube allein durch Werbeeinnamen der ganz Großen finanziert, und der Rest von Google einfach so als "Zuschuss" mit in die Youtube-Kasse fließt? Das kann ich mir nicht vorstellen. Wird Youtube einfach so "mitgezogen", egal, wie groß es wird, egal, wie sehr es wächst und völlig unabhängig davon, dass sich Aufrufe immer mehr zu dezentralisieren scheinen? Fakt ist: Google ist eine Datenkrake, und Geld ist nicht die einzige Währung im Internet. Dass sich Youtube alleine durch Werbung und Zuschüsse finanziert, kann ich mir in Anbetracht der Größe des Ganzen nicht vorstellen. Schlussendlich bin ich der Meinung, dass wir -wie bei jeden anderen Google-Diensten auch-, unter dem Strich teuer mit unseren Daten dafür bezahlen: in der einen, oder anderen Art und Weise. Trotzdem bin ich froh, meine Videos täglich hier auf Youtube ohne Komplikationen hochladen zu können. Letztlich erscheinen mir die Chancen hier größer als die Risiken. Am Ende bin ich aber der Ansicht, dass Youtube nicht kostenlos ist.
Kostenlos = Ohne Kosten. Kosten = Zahlungen von Geld (dadurch wird ein Preis definiert). Zahle ich Geld an YouTube? Nein. Zahle ich Geld an ProSieben? Nein. Ist letzteres kostenlos? Ja. Verdienen beide Geld durch Werbung? Ja.
Frage geklärt für mich.
"Spiele ab 18 müssen als solche gekennzeichnet, und entsprechend eingestellt sein!"
Kennt ihr das auch? Es gibt Youtuber, die wollen nichts dem Zufall überlassen. Wird ein Spiel ab 18 gespielt, muss es unbedingt auch als solches eingestellt sein und damit allen zeigen, dass es sich hier um einen Titel handelt, der erst "ab 18" zugänglich ist. Der Jugendschutz soll hier im Vordergrund stehen. Ich halte das nicht nur für sinnlos, sondern für komplett überzogen. Fakt ist: es existiert weder eine Alterskontrolle im gern zitierten RealLife, und schon gar nicht in der Youtube-Welt. Mit minimalem Aufwand kann ein solches Video auch von jedem angeklickt werden, der definitiv nicht 18 ist. Was schlussendlich bleibt, ist eine fadenscheinige Moral, die so weder von Youtube, noch von irgendjemand anderem gefordert oder gewünscht ist. Lange Rede, kurzer Sinn - das ist absolut sinnlos und für mich nicht zu erklären. Besser: solche Videos erst gar nicht hochladen, wenn man sie schon so kennzeichnen möchte.
Ob die auf YouTube gekennzeichnet werden müssen sei mal dahingestellt, Fakt ist aber, dass es im "RealLife" eine Alterskontrolle gibt, an die sich zwar viele nicht halten, aber das heißt nicht, dass sie nicht existiert. Es gibt Gesetze und Regelungen in diversen Ländern für Alterskontrollen und trotzdem steht bei Webseiten, auf denen man "freizügige" Videos sehen kann nur "Ich bestätige, dass ich 18 Jahre alt bin." und damit ist die Sache gegessen. Im Internet sinnvoll zu kontrollieren ist schwer, das gebe ich zu, aber zu behaupten, Alterskontrolle würde gar nicht existieren ist einfach nur falsch.
"Du machst ein Video, und musst immer Recht haben!"
Es ehrt mich natürlich als Youtuber, wenn meine Zuschauer oft mit mir einer Meinung sind oder aufgrund meiner Empfehlung ein Spiel kaufen. Aber - muss das immer so sein? Auch ein Youtuber kann in seinem Video fragen stellen, sich an die Community wenden oder auch mal daneben liegen. Mir ist aufgefallen, dass so mancher die Aussagen seines Lieblingstubers oft auf die Goldwaage legt. das finde ich sehr schade, denn kein Tuber hat die Wahrheit gekauft und prügelt sie jeden Tag seine Internetleitung hoch. Halbwahrheiten, die als Wahrheit angepriesen werden, finde ich dann aber auch nicht so toll. Trotzdem halte ich Youtube in erster Linie für eine Art ShoutOut, bei dem jeder seine Meinungen und Ansichten herausbrüllt. Ob das dann immer so stimmt oder nicht, sollte jeder für sich selber entscheiden.
Auf YouTube wird viel Bullshit erzähltt, das stimmt. Aber ich behaupte von mir nicht, dass meine Aussagen immer korrekt sind und wer das von sich behauptet, leidet allgemein an Selbstüberschätzung.
"Klick- und Abogeil? Niemals!"
Wer daran kein Interesse hat, kann seine Videos auch auf seiner [lexicon]Festplatte[/lexicon] Junge kriegen lassen. Vielleicht trifft es "geil" nicht so sehr, weil das nicht unbedingt als ganz besonders positiv aufgenommen werden muss, aber Zuschauer, Kommentare und Aufrufe wünscht sich schlicht gesagt jeder Youtuber. Das zu leugnen, bedeutet für mich soviel, zu leugnen, dass ich gerne Sauerstoff atme und Döner esse. Vergesst es
Ich bin nicht Klick- und Abogeil. Das Wort "geil" implitziert eine erregung auf eine bestimmte Sache. Ich freue mich über Aufrufe, Bewertungen, Abonnements und Kritik, aber ich habe NIE in einem Video behauptet man solle mich Abonnieren, Kommentieren oder das Video bewerten. Das mache ich nicht, denn ich finde: Jemand, der mich auf YouTube gefunden hat, sollte wohl genau wissen, was er sucht. Wenn er das bei mir nicht findet, muss er auch nicht abonnieren.
Ich finde es auch schön, wie du bereits im zweiten Satz einen Gang zurückgeschaltet hast indem du "geil" entschärft hast, aber trotzdem steht es noch in der Überschrift.
"Spiele ein Spiel nur, wenn du dich gut damit auskennst!"
Diese Aussage trifft unter bestimmten Punkten zu. Plane ich ein Walktrough oder ein Tipps&Tricks, dann macht das garantiert Sinn. Aber um ein Spiel einfach nur locker flockig durchzumoderieren ist in meinen Augen ein sauberer Kommentierstil viel wichtiger und ansprechender. Die Frage ist doch, was genau und vor allem wen ich mit meinen Videos erreichen möchte. Tagelange Vorbereitungen für eine handvoll Zuschauer ergeben relativ wenig Sinn (außer, es ist Miss Youtube persönlich, die euch eine heiße Nacht verspricht :D), und Frust ist damit vorprogrammiert. Das soll nicht bedeuten, dass Fließbandarbeit cool wäre, aber die Verhältnismäßigkeit der Mittel steht doch auch bei Youtube definitiv im Vordergrund. Wer sich hier besonders viel Streß macht, wird nicht all zu lange bei dem Hobby bleiben wollen. Für mich persönlich ist ein locker moderierter Part mit einem Spiel, dass "mein" Tuber noch gar nicht kennt, spannender, als wenn schon alles im Vorfeld bekannt und 100 mal geprobt wurde.
Ich bereite mich auf manche Sachen für YouTube schon tagelang vor und krieg nur wenige Views. Na und? Ich will mit meinem Produkt ja auch zufrieden sein. Wenn andere das auch sind, dann ist das doch toll.
Deinen beiden ersten Sätzen stimme ich gänzlich zu.
"Du darfst dich nicht verstellen! Bleib´ so, wie du bist!"
Wer ist eigentlich auf diese Aussage gekommen? Dubstepintros und [lexicon]Call of Duty[/lexicon], [lexicon]Minecraft[/lexicon] und Battlefield4 in Kombination mit dieser Aussage gibt es so viel wie Sand am Meer. Euch macht es Spaß, mit verstellter Stimme zu moderieren? Dann tut es! Euch macht es Spaß, euch vor der Kamera zu verkleiden und in eine andere Rolle zu schlüpfen? Dann tut es! Hey, ihr wollt unterhalten, und vielleicht ist es genau das, was euch und euren Kanal interessant macht! Schaut doch an, was im Fernsehen läuft - Schauspieler von Atze Schröder bis zu den Darstellern in GZSZ, von CSI zu Star Trek - das sind alles Schauspieler, und sie machen einen guten Job. Wenn ihr Freude daran habt euch zu verstellen, euch ein Image aufzubauen und den Leuten zu zeigen, dass eure Videos unterhaltsam sind und verdammt viel Spaß machen, dann tut es einfach!! Was spricht dagegen?! Das soll nicht bedeuten, dass ihr euch verstellen müsst, aber ihr dürft es - und das ist der große Unterschied. Tut das, woran ihr Freude habt!
Es geht darum, dass Anfänger in der Regel zu steif rüberkommen, wenn sie sich verstellen. Ansonsten hast du natürlich recht. Jedoch: Wenn du ein Video kommentierst wie Atze Schröder, schalte ich ab.