Hallo liebe Leute ![]()
Wir alle kennen das - bei unangenehmen Aufgaben will die Zeit einfach nicht vergehen. Ob Rasenmähen, Beton schleppen, Wischen/Putzen, das Gespräch mit der Schwiegermutter - manchmal kommen einem 10 Minuten wie 1 Stunde vor. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Aufgaben, die uns von der Hand gehen wie Sahne, und dann ist es ganz genau andersherum: die Zeit vergeht wie im Flug. Solch eine Flugzeit ist bei mir ganz fest mit Youtube verbunden. Was ganz zu Anfang mit gerade einmal einer Stunde am Tag begonnen hat, stapelt sich mittlerweile annähernd zu einem vierfachen - das ist mir erst heute bewusst geworden. Wie konnte es dazu kommen? Geht das magische Reallife bei mir etwa gerade den Bach herunter, habe ich gar sonst nichts anderes zu tun, oder bin ich süchtig nach Aufmerksamkeit? Fangen wir einfach mal ganz von vorne an.
Wir schreiben den 1.8.2013 - ein kleiner Youtuber beginnt seine ersten Gehversuche auf der weltweit größten Videoplattform. Eigentlich ist er sich noch gar nicht sicher, ob dieses Hobby überhaupt etwas für ihn ist. Videos gestalten, hochladen, sich durch den ganzen Google-Krempel wühlen: das will erst einmal gelernt sein! So ist schon recht schnell nach einer Stunde und dem ersten, hochgeladenen Video Schluss gewesen. Kein Wunder - wer gerade frisch in die Materie eintaucht, fühlt sich schnell von der bunten Videowelt überfordert, und so hielt sich der kleine Youtuber erst einmal lange Zeit auf seinem eigenen Kanal auf. Kein Wunder, denn hier gab es vom Kanaldesign über [lexicon]Thumbnails[/lexicon] und Videobeschreibungen samt Tags so einiges zu tun - und zwar immer wieder aufs neue. Das alles war eine wirklich spannende Aufgabe, die er aber Stück für Stück anging - niemals alles auf einmal.
Mit der Zeit entwickelte er Routine - und mit der Routine kam dann die Lust auf wesentlich mehr. Mehr Videos, bunter, mehr Text, und ach - da gibt es ja auch noch andere Kanäle! Was kann er von denen lernen? Voller Neugier stürzte er sich zuerst auf die ganz Großen, dann auf die Kleinen. Es wollte einfach kein Ende nehmen, und aus der einen Stunde wurden schnell Zwei. Ehe er sich versah, stießen auf einmal andere Tuber auf seinen Kanal, die regelmäßig Beiträge, Kommentare, Meinungen, ja sogar Hilfe anboten. Die erste, kleine Community war plötzlich regelmäßig dabei - aus den zwei Stunden wurde ganz langsam mehr, ganz besonders in den Abendstunden.
So dauerte es nicht lange, bis der kleine Youtuber ein eigenes Format extra für die Community strickte, was dankbar angenommen wurde. Es folgten viele Experimente, Vlogs kamen hinzu, ja sogar ein eigenes Studio mit 12qm baute er sich an - die Monate vergingen. So nahm Youtube einen immer größeren Platz ein, und die Abende drehten sich um diese wundersame, schon fast magische Plattform im Internet. Ein Pensum von 4 Stunden und mehr war erreicht. Ist das gesund?
Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen. Wir schreiben den 27.08.2014. Dieser Youtuber bin ich. Heute ist mir erst bewusst geworden, dass Youtube tatsächlich süchtig machen kann, und zwar schleichend. So habe ich meine Zeit gerade eben auf knappe 2 Stunden gestrafft, und siehe da - das hat mir richtig gut getan, mir einmal darüber bewusst zu werden, mit der Nase nicht ständig in dieser Plattform, und damit vor dem Rechner zu kleben wie eine Fliege. Natürlich ist das wahrscheinlich immer noch viel zu viel, aber hey - auch mit langsamen Schritten schaffe ich mir mehr Raum. Vielleicht sollte ich mir in Zukunft einfach eine Eieruhr neben dem Computer stellen...wer weiß, vielleicht hilft das ja? Das klingeln sollte definitiv stören, und mich wieder auf andere Gedanken bringen.
Frisst Youtube auch viel zu viel eurer Zeit? Danke fürs Lesen ![]()