Meine Nachtfahrten waren meistens irgendwelche Kollegen oder Freunde meines Fahrlehrers von Geburtstagen oder sonstigen Feiern abholen. Die Autobahnfahrten habe ich mehr oder weniger direkt am Stück absolviert. Ich wurde von der Arbeit abgeholt und bin mit meinem Fahrlehrer nach Dortmund zum Stadion gefahren (120 Km ein Weg). Dort angekommen haben wir ne Currywurst gegessen ehe ich mich wieder durch das Großstadtgetümmel kämpfen durfte. Auf dem Hinweg, nach ca. 5 Kilometern Autobahn, fragte mein Fahrlehrer "Wie schnell darf man denn hier?", woraufhin ich sagte es ist frei und Richtgeschwindigkeit sind 130 (ich fuhr knappe 120, ich dachte er spielt auf die 130 an). Dann sagte er "Ja dann mach mal wie du es für richtig hälst". Naja, ich machte eine Ausbildung im Autohaus, war ohnehin begeistert von Autos und ein 1,9er TDI mit 130 PS war für einen der bislang nur auf dem Firmengelände maximal 30 gefahren ist ne Rakete. Bei 200 hat mein Fahrlehrer mich dann gestoppt
Danach dann wieder gemütlich weiter mit 120 - 140 je nach Verkehr, was mir da erst auffiel war wie durchgeschwitzt ich von meinem 200er Experiment war. Ich hatte das Lenkrad wohl recht verkrampft festgehalten aber das in der Euphorie gar nicht mitbekommen. Führte auf dem Rückweg dazu, dass ich in einen Schlecker rannte (ältere unter euch werden sich erinnern) und mir ein Deo kaufte 
In der praktischen musste ich dann, nachdem wir alle eingestiegen und angeschnallt waren mit dem Prüfer wieder raus, und ihm die Beleuchtung des Autos erklären. Die Fahrprüfung war dann ehrlich gesagt ein Witz. Haargenau die Strecke die ich mit meinem Fahrlehrer vorher drei mal gefahren bin. Eine Gefahrenbremsung auf einem Zubringer für ein Industriegebiet. Rechts parkten jede Menge LKW, und als ich die Bremsung machte, hat sich ein LKW Fahrer glaube ich komplett eingeschissen. Der stand zwischen Anhänger und Zugmaschine und dachte wohl, ich knall da irgendwo rein. Der kam plötzlich rausgepsrungen und zeigte uns allen einen Vogel. Danach musste ich am Bahnhof rückwärts einparken. Auf einen Behindertenparkplatz. Ich weiß ja nicht wie die in Großstädten so sind, aber bei uns kann darauf ein Bus bequem wenden. Der Prüfer wollte aber das ich da einparke. Hat ca. 10 Sekunden gedauert...
Zum Schluss parken am Fahrbahnrand, bzw. auf dem Seitenstreifen der dafür vorgesehen war. Ich konnte direkt drauffahren und mich hinter ein anderes parkendes Auto stellen, ich bin quasi einfach von hinten an das Auto rangefahren - der Prüfer hat die Tür aufgemacht, den Abstand zum Bordstein begutachtet und gesagt "Ok, passt". Dann zurück zum Tüv, wo mein Fahrlehrer ausstieg. Der Prüfer sagte er wäre eigentlich sehr zufrieden, aber ihn hat das abbiegen auf das Betriebsgelände vom Tüv nicht gefallen. Ich fragte wieso und er sagte das wäre ein bisschen zu flott gewesen. Was ich ihm nicht gesagt habe war, warum
Ich hatte eine mir entgegenkommende Radfahrerin spät bemerkt (sie fuhr auf der falschen Straßenseite auf dem Bürgersteig) und war deshalb etwas zackiger abgebogen damit es nicht so aussieht, als ob ich sie übersehen hätte. Das wiederum haben weder mein Prüfer noch mein Fahrlehrer mitbekommen, die beide schon am Sachen zusammenpacken waren. Ich schätze, mich hätte diese Aktion der ansonsten total laschen Prüfung den Schein gekostet 
