Was soll es nun helfen, zu sagen, dass es nicht funktioniert. Wie Du sagst: Es ist ja offensichtlich. Offensichtlich ist aber auch: Youtube weiß das doch. Wie in der Stellungnahme von Wyatt bereits gesagt wurde: Ja, das System funktioniert nicht so, wie sie es sich wünschen, wodurch jeder in einem höheren oder geringeren Maße von Fehlsperrungen betroffen sein kann.
Ich bin mir sicher, dass sie das System nicht stur und blind eingesetzt haben, sondern dass sie versucht haben, das System so gut, wie es ihnen zu diesem Zeitpunkt eben möglich war, vorzubereiten. Den Rest müssen sie sich jetzt zusammen mit allen Beteiligten erarbeiten, anders geht das nicht.
Das ganze System kann doch letztlich nur funktionieren, indem es lernt und Änderungen nach Änderungen vorgenommen werden (basierend auf den Beobachtungen von Benutzern und denen, die das kontrollieren). Und um herauszufinden, wie etwas funktioniert, muss man zunächst Fehler begehen und diese auch erkennen. Das Prinzip des Lernens haben wir doch alle - hoffentlich - in der Schule gelernt.
Dass das nicht mit einem Fingerschnippen zu realisieren ist, sollte klar sein. Dass das zunächst zu Einbußen und / oder Frustration führen kann, auch. Dass das letzten Endes aber besser für alle ist, hoffentlich ebenfalls. Weil wo wären wir, wenn sie das nicht eingeführt hätten? Auf einer Plattform, wo jeder jeden Dreck hochladen und monetarisieren kann, aber kein ernsthafter Werbetreibender gefunden wird, der bereit ist, dafür zu bezahlen, auf Youtube-Videos zu erscheinen. Das wollen wir doch auch nicht. Also war das, was Youtube getan hat, ein notwendiger Schritt, der jetzt - wie einige leider merken - eine unangenehme Übergangszeit hat.
Und was die Einnahmen betrifft, die Du dadurch (je nach Blickwinkel) "mehr verlierst" oder "weniger gewinnst": Ich hoffe, dass Dir klar ist, dass Du keinen Vertrag mit Youtube hast, der Dir auch nur irgendwelche Einnahmen garantiert. Dass Du also in dieser Hinsicht von zum Teil unberechenbaren Änderungen betroffen sein könntest, die Dir weniger Einnahmen bescheren, muss Dir doch von Anfang an klar gewesen sein.
Auf anderen Plattformen ist das übrigens keine andere Herangehensweise. Auch dort solltest Du mit teils drastischen Änderungen rechnen. Geminderte Gewinnbeteiligung oder was auch immer. Den Vorteil, den andere Plattformen (im Moment noch) haben: Sie sind deutlich kleiner als Youtube und werden nicht von einer solchen Datenmasse erschlagen. Außerdem lernen sie von den Fehlern von Youtube und können sie schon sehr früh angehen, während Youtube nun ein laufendes System "abschießen" muss. Vieles, was bei Youtube längst nicht mehr durch Menschenhand durchführbar ist, ist auf anderen Plattformen eben genau das.
Es muss natürlich jeder für sich entscheiden, ob er mit dem Risiko leben möchte, mit Youtube und Co. (oder Selbstständigkeit an sich) sein Lebensunterhalt verdienen zu wollen. Ich kann nur betonen: Einnahmen in der Selbstständkeit sind großen Schwankungen unterworfen, und man kann sich nicht darauf verlassen.
Bei potentiellen Geldgebern beschweren hat auch noch nie etwas gebracht. Entweder geht man konstruktiv an die Sache, oder man lässt es wirklich besser bleiben und zieht weiter. Und wenn man merkt, dass das ganze Risiko, das man mit jeder Art von Selbstständigkeit eingeht, nichts für einen ist, dann sucht man sich doch bitte einen Arbeitgeber, der bereit ist, für X Arbeitsaufwand Y Entlohnung am Monatsende auf das Konto zu überweisen.
Nichts für ungut!