Das Phänomen der schnell aufnehmenden, äh aufhörenden Let's Player begleitet die Szene von Anfang an.
Inzwischen wechseln viele die Methode von Video-LPs zu Stream-LPs, was ihre Online-Präsenz aber nur geringfügig verlängert.
Wir haben keinen Vertrag abgeschlossen um täglich 1 Video für die nächsten 10 Jahre herauszubringen, weshalb ich dieses Verhalten entspannt sehe. Am Anfang wollen wir alle es einfach mal ausprobieren und die einen merken, dass ihre Unterhaltungsfähigkeit ungenügend rüberkommt, was sie als wichtiges Kirterium nehmen und wollen oder können nicht ihre Fähigkeiten darin verbessern.
Hinzu kommt der regelmäßige "Zwang" etwas zu präsentieren; auch wenn das Hobby freiwillig bleibt, sehen sich Leute hier schnell in ihrer Freiheit eingeschränkt weil sie es oft für verboten halten nur sporadisch Videos herauszubringen.
Daher hören sie oft komplett auf, leider auch ohne Informationen oder gar mit dem Löschen aller Videos, eventuell weil sie ihnen inzwischen peinlich sind.
Im Internet wird einem überall vorgegaukelt, man wäre nur einen Schritt von einem Popstar entfernt. Ist man auch, aber man ist es nicht selber.
Kommt man an den Punkt seine Motivation zu überprüfen, offenbaren sich entweder andere schöne Aspekte des LPs, viel mehr noch aber das Verbesserungspotenzial (positiv ausgedrückt), welches keinen schnellen (zählbaren) Erfolg verspricht, selbst wenn man (für sich) deutliche Fortschritte erzielt.
Durch das LPF sehe ich mich unter Gleichgesinnten und freue mich mit ihnen parallel dasselbe Hobby auszuführen.
Auf YouTube/Twitch alleine stellt sich schnell die Einsamkeit ein.
Entweder man möchte mit der Situation umgehen, oder sie wird aus dem Leben entfernt.
Ohne das LPF hätte ich sicher auch längst keinen Spaß mehr an LPs; würde meine Videos aber online lassen (siehe auch: Abtreten mit Würde)
Meinen Kanal sehe ich als schönes Archiv meiner Kindheitsspiele und der Veränderungskurve meines Kommentars.