Ein Schnitzel kommt selten allein, nicht wahr, @GLaDOS?
MORE SCHNITZELS!
Mein Geschichtslehrer hat mich damals in der letzten Notenbesprechung vorm Abschluss gefragt, was ich nach dem Abitur machen will und ich hab gesagt "ich studiere Game Development und entwickle Computerspiele" und darauf meinte er "machen Sie doch lieber was anständiges." Ich hab ihn und Geschichte allgemein immer gemocht, aber meine Noten darin waren immer kacke... ich kann einfach keine Klausuren schreiben.
Vermute aber auch, dass viele der Studierenden und Lehrenden noch sehr vom allgemeinen Konkurrenzgedanken, der zwischen den Studios und allgemein in der Branche lebt, beseelt sind und man ungern Wissen teilt, das einem selbst nützlich ist - ganz egal, welchen Bärendienst man da den Nachfolgenden mit erweist.
Tatsächlich ist dem nicht so. Studios halten gern Vorträge und Diskussionsrunden an Hochschulen und man kann da auch viel Insiderinformationen mitnehmen. Genauso ja auch bei den Messen und Conventions, auf denen Entwickler zusammenkommen und über ihr Zeug erzählen. Problem sind oft die Verkaufszahlen, die sich aus der Vermarktung ergeben. Und das Hauptproblem ist halt: Technologie kann man bei einem engen Budget nur spezifisch und nicht generisch entwickeln. Deswegen hat EA ihre Game Engines nur in-house in Verwendung, (wahrscheinlich) nichtmal, weil sie ein Problem damit hätten, ihre Technologie zu veröffentlichen, sondern eher, weil der Aufwand, eigene Technologie frei verfügbar zu machen und dann auch den technischen internationalen Support zu stemmen, während man aktiv daran arbeitet verkaufsfähige Produkte darin herzustellen, einfach komplett den Rahmen sprengt. Gleiches gilt auch für Ubisoft und Co.
Ich hab in Heidelberg studiert und wir wurden sowohl wissens-, als auch hardwaretechnisch von Crytek unterstützt, damit wir eben Studenten so weit bringen können, dass sie auch in der Branche zu was taugen (ob das allerdings was geholfen hat, weiß ich nicht...). Außerdem gibt es immer wieder Veranstaltungen und Locations von erfahreneren Entwicklern und Publishern, die neue Studios mit Know How und Workspace versorgen, damit die Branche wächst.
In der Uni hab ich sowohl selbst unterrichtet, als mich auch mit anderen Dozenten, die aus der Branche kamen, unterhalten und keiner hat wirklich ein Blatt vor den Mund genommen (also, mich eingschlossen). Allerdings: Das waren Lehrveranstaltungen, keine Pressekonferenzen. Da wurden keine neusten Spiele angepriesen, sondern eher über bereits Bestehendes gesprochen.
aber wenn ich bedenke, wie oft ich bereits relativ bugverseuchten Kram auf dem Tisch hatte, scheint sie kein Standard zu sein.
Naja, es kommt auch relativ viel Bugverseuchter Kram auf den Ladentisch (oder in den virtuellen Warenkorb), also scheinen die Entwickler oft auch nicht wirklich viel Wert darauf zu legen, obs bei euch jetzt gut ist, bei ihrer Kundschaft ists ja nicht besser.
Liegt allerdings leider viel zu oft daran, dass der Wert von guter Post-Production unterschätzt wird. Spiele müssen gepolished und ausgiebig getestet werden. Ich hab lieber ein Spiel, das ein Jahr später rauskommt, als es ursprünglich sollte (looking at you Rockstar) und dann richtig gut ist, als ein Spiel, das einfach auf den Markt geschmissen wird, damit das jährliche Pensum erreicht wird.
Wenn die Branche nicht von Hit-Driven Development bestimmt wäre, wäre sie so viel besser und die Spiele wären auch alle so viel besser. Aber zum Glück baut zumindest Deutschland inzwischen die Förderungen für Entwickler aus und zwar zum Glück als Kultur- und nicht als Wirtschaftsförderung. So besteht noch Hoffnung.
Ich selbst schreibe für die (vielgeschmähte^^) GameStar
Die ich immer gemocht hab. Ich hab sogar die Making Games abonniert (die ja leider an die Konkurrenz verkauft wurde
). Ich kann mich wirklich kaum an Kritiken der Gamestar erinnern, die ich nicht gut fand. Es ist auch weniger der deutsche Journalismus, als mehr der Internationale, der mich stört. Und natürlich, die ganzen Hobby-Journalisten. Halt alles, was Clickbait und schnell hingerotzte Artikel/Videos/Whatever beinhaltet. Davon gibt es mMn immernoch viel zu viel.
Leider lesen die Gamer aber beides, insbesondere den Clickbait Teil. Dann ists auch kein Wunder, dass die mit Halbwissen um die Ecke kommen.
wieso ist das hinter ner Paywall, ich will das kostenlos
Ich bin da ein wenig zwiegespalten: Ich beführworte Paywalls an sich schon für journalistische Arbeit, allerdings stört es mich immer, wenn ein Artikel geteilt wird, kann ich ihn dann nicht lesen, wenn ich nicht dafür gezahlt hab. Das hindert ein wenig die Übertragung von Informationen.
5€ für eine Schachtel Zigaretten oder ein Handygame sind okay
Eher ersteres. Mobile Games dürfen nix kosten. Wehe du verlangst Geld für die Arbeit der letzten 6-24 Monate. Und wehe, du baust dann, wenn das Ding schon nix kostet, auch noch in-App Käufe oder Werbung ein, machst es schwerer, damit Leute Geld darin ausgeben, damit du von den 99 Cent, die der Kunde ausgibt deine 50 Cent haben kannst. Aber ich verstehe deine Analogie.
@Jenny danke, nimm dir ein Schnitzel.