Ich hab mir die Doku eben mal komplett angesehen und fand sie ganz gut. Mir macht das jedoch nicht so viel Angst. Gerade das am Ende gezeigte "Horror-Szenario" (wurde zwar nicht so genannt, aber so ist es ja gemeint), fand ich tatsächlich sehr erfrischend und würde mir teilweise wünschen, dass das heute schon so geht. Nur einen Fehler hat das Ganze. Bis wir so weit sind, fahren Autos ziemlich sicher selbst!
Tun sie ja teilweise jetzt schon. Gab noch andere Dinge, die sich ein paar Sprecher so gedreht haben, damit man schön hetzen kann, aber da will ich gar nicht drauf eingehen. Insgesamt war die Doku echt gut, auch wenn sie mir zu einseitig in Bezug auf Amazon war. Amazon ist ja nur ein Beispiel. Das Thema Big Data und Digitalisierung wurde nur kurz angeschnitten, aber eigentlich genau das ja das Kernthema der Doku.
Ich respektiere, dass du das Ganze meidest. Das ist für mich auch total in Ordnung, solange es für dich in Ordnung ist, dass ich die Vorzüge genieße. Amazon kennt mich mittlerweile so gut, dass ich eigentlich nur noch die vorgeschlagenen Produkte im restlichen Internet gegenchecken muss, um in den meisten Fällen dann bestätigt zu werden, dass Amazon damit ziemlich richtig lag.
In der Doku war von steigenden Arbeitslosenzahlen die Rede, aber auch von etlichen durch Amazon Beschäftigten. Ich finde das Widersprüchlich. Man kann sich nicht auf der einen Seite über Arbeitslose beschweren und dann kritisieren, wenn Firmen Arbeit bieten. Dass die Löhne zu niedrig sind, mag in Teilen stimmen, aber das ist ein politisches Problem. Ebenso wie die Lobby, die versucht, Gesetzesänderungen zu unterbinden. Hier in Deutschland sind viele der kritisieren Punkte aus der Doku eh nicht möglich.
Wenn dir die Bedingungen nicht zusagen, kannst du als Musiker darauf verzichten, deine Musik dort anzubieten. Dadurch gehen dir dann aber leider auch einige potenzielle Hörer durch die Lappen. Ich für meinen Teil denke mir dann: lieber weniger Gewinn als gar keinen. (überspitzt formuliert). Du kannst aber auch andere Wege gehen und exklusive Deals anbieten, wenn woanders gekauft wird. Deluxe-Versionen, die es nur über deine Website gibt zum Beispiel. Ist halt mehr Aufwand in der Kommunikation, aber da muss man dann ein wenig kreativ werden, was ja letztlich auch die Message der Doku in Bezug auf den Einzelhandel war. Den Lieferdienst in ländlichen Gebieten fand ich beispielsweise echt super. Auch, dass sie die Logistik anpassen, um kostenfreien Versand anzubieten.
Heute sind Daten das wichtigste Gut im Handel. Natürlich wird man dadurch als Kunde nicht mehr so individuell wahrgenommen. Das war aber früher auch nicht unbedingt der Fall. Zumindest nicht, seit ich mich erinnern kann. Bin aber auch erst 26. Es zählt der Verkauf. Wenn ich Produkte zielgruppengerechter anbieten und verkaufen kann, ist das für beide Seiten eine Win-win-Situation. Das gab's ja schon früher im CD-Regal mit unterschiedlichen Genres. Je einfacher und besser die Customer Journey desto besser auch die Customer Experience. Ergo zufriedener Kunde und höhere Kundenbindung. Klappt natürlich nur, wenn das Produkt gut ist. Das Problem des Internets war von Anfang an die überfordernde Vielfalt. Durch Empfehlungen und das gezielte Einsetzen von Daten wurde diese Vielfalt künstlich verkleinert. Im lokalen Einzelhandel hat man das nicht gemacht, weil es technisch nicht machbar war.
PS: Ich hoffe, das ist okay, dass wir deinen Thread gehijackt haben und ich hoffe, dass kein Mod den schließt. Falls zu OT, ist vielleicht ein neuer Thread daraus besser? :o