Tl;dr: Nö, Streams sind aber interaktiv, was vielen gut gefällt, weil man Einfluss auf das Programm nehmen kann. Bei VoD ist das nur begrenzt der Fall und das Ergebnis zeigt sich erst in folgenden Videos.
Tot nicht, aber die Szene verändert sich. Kommunikation ist King. Bei Streams hast du das in Echtzeit, das macht sie so attraktiv. Der Zuschauer hat die Möglichkeit, den Inhalt aktiv mitzugestalten. Genau wie zu Beginn der 2000er, als interaktive Quizsendungen beliebt wurden oder Dschungelcamp, bei dem man wählen kann, wer weiterkommt usw. Sowas kommt halt immer gut an.
LPs werden tendenziell eher passiv konsumiert, Streams aktiver, auch wenn die 90-9-1-Regel vermutlich bei beiden ihre Anwendung findet. Ich weiß, die Regel wird kritisch gesehen und ist nicht auf alle anwendbar, aber grob passt sie doch öfters. Hinzu kommt, dass das Angebot einfach so groß ist, dass die Alleinstellungsmerkmale häufig sehr gering sind oder sich anhand weniger Sekunden Videomaterial nicht erfassen lassen. Niemand schaut sich 5 Let's Plays zum gleichen Spiel komplett an, um dann zu sagen, dass der USP bei Person X da liegt, bei Person Y da und man sich am Ende für Person Z entschieden hat, weil pipapo. Reinklicken, durchskippen, entscheiden läuft bei den meisten wohl innerhalb weniger Sekunden bis Minuten. Durch die Interaktion auf Twitch wird es eben etwas spannender. Ein aktiver Chat ist da echt hilfreich.
Der Nachteil beim Streamen ist aber, dass es gerade für kleine Kanäle sehr schwer ist. Twitch lässt sich super schwierig für Suchmaschinen optimieren und am Desktop wird nach Zuschauern und dann nach Followern sortiert. Videos separat hochladen hilft, bei komplexeren Namen (wie zum Beispiel meinem), um die Suchergebnisse zu pushen, aber aktive Zuschauer kriegt man darüber auch nicht. Bei erfolgreichen Spielen geht man häufig hinten unter, bei weniger erfolgreichen schaut niemand rein, weil das Spiel nicht weit genug verbreitet ist. Wer eine aktive Community auf YouTube hat und ein paar rüberziehen kann, profitiert davon! Bei YouTube kann man mit dem richtigen Titel, Thumbnail oder SEO-optimierten Beschreibungstexten noch ein wenig rausholen. Bei Twitch bist du komplett auf Glück, Kontakte und die Auswahl des richtigen Spiels (Kategorie) angewiesen. Weitaus schwerer kontrollierbar, wenn du mich fragst. Mehr oder weniger fest Streaming-Zeiten sind auch sinnvoll. Man hat ja seinen Alltag und weiß in der Regel, wenn man beispielsweise mittwochs abends Zeit hat. Cool, wenn dann der Lieblingsstreamer auch am Start ist.
Qualität ist beim Streamen natürlich tendenziell immer schlechter als beim Hochladen von Videos, aber auch da gilt die Regel: Unterhaltung > Qualität. Auch ein Video von schlechter Qualität kann unterhalten, wie zum Beispiel Fail-Videos aus den Anfangszeiten von YouTube, man sollte aber dran denken, dass die Konkurrenz bei Twitch mittlerweile auch schon sehr groß ist, sodass viele bei schlechterer Qualität wegschalten.
Puh, Post wieder viel zu lang geworden. Sorry.