"Versuch es erstmal, wenn es schlimm wird kannst du jederzeit aufhören"
So sehe ich das noch nichtmal. Wenn man mit Kommentaren nicht umgehen kann, kann man die betroffen User blocken, die Kommentare schließen oder (wenn möglich) jemanden bitten, den Channel zu moderieren.
Und mein Argument ist nicht, dass die Probleme im Internet weniger schlimm sind, weil es die gleichen Probleme außerhalb des Webs auch gibt, sondern, dass unsere Welt ohne das Internet bereits ein ziemlich gefährlicher Ort ist und weitaus schlimmer, als das Netz jemals sein könnte.
Die meisten Übergriffe geschehen immer noch in der Familie, wollen wir also Kinder nach der Geburt sofort in Heime stecken? Dort geschehen übrigens auch genug Übergriffe.
Und dein eines Beispiel von jemandem, der sich nachts am Bahnhof mit einem Fremden aus dem Netz getroffen hat (klingt ziemlich nach Urban Legend), toppe ich mit den unzähligen Vergewaltungs-/Gewalt/Mordopfern nach ner ausgiebigen Nacht im Club.
Aber mit einem hast du recht. Wir haben keine Ahnung, wie es um die Psyche einzelner Jugendlicher aussieht und wie sie mit Online-Belästigung umgehen können.
Dein Beispiel von einer Erwachsenen, die einem Triebtäter im Internet zum Opfer fiel, zeigt aber, dass das Alter an sich kein Faktor ist.
Und zum anderen ist es Aufgabe von Eltern und sonstigen Erziehungsberechtigten, Kindern und Jugendlichen Konfliktmanagement - Möglichkeiten zu vermitteln und Resilienz zu ermöglichen. Und wenn das nicht geschieht, haben diese Leute, wie bereits gesagt, weitaus größere Probleme.
Denn sobald man etwas verändern muss - ist man schon das Opfer was sich geschlagen gibt.
Konflikte sind nicht auf einer Kommentar-Sektion beschränkt. Mit dieser Einstellung ist man Lebens-Unfähig.
Entweder man kann sich damit abfinden oder den bösen Stimmen stellen, oder man muss andere Maßnahmen ergreifen (wie oben genannt). Und wenn man dazu nicht bereit ist, dann ist man vielleicht wirklich nicht dafür geeignet, Videos im INternet zu Veröffentlichen (oder sonstigen Ausdruck im sozialen Raum zu bringen)
im Internet ist es schneller, einfacher und kann sich deutlich schlimmer entfalten
Gleichzeitg ist es im INternet auch deutlich einfacher, Leute zu ignorieren.
Das, was Mobbing besonders auszeichnet, ist, dass eine Beziehung zwischen Täter(n) und Opfer besteht, sei es in der Clique oder am Arbeitsplatz. Das geht soweit, dass sowohl bei Aggressor als auch beim Opfer im Nachhinein ähnliche emotionale und psychische Vorgänge zu beobachten sind, sprich, der Täter teilt das Leid des Opfers.
Fremde im Internet haben keine Beziehung zueinander.
Belästigung kann stattfinden, sollte es aber zu einem psychischen Zusammenbruch beim Opfer kommen, liegen dem größere Probleme zugrunde... oder aber die Eltern haben bei der Erziehung versagt... was in sich auch eines der größeren Probleme ist.