Ich finde leider auch, dass du da ein bisschen zu undifferenziert an die Sache herangehst. Natürlich hast du Recht, dass es in der heutigen Zeit sehr viel um "Zahlen" geht. Wer hat den Längsten (Abozahl, Aufrufe etc. ;-)). Wer mehr hat, der ist "gefühlt" (für Einzelne) scheinbar interessanter, wichtiger, besser, weiß der Geier. Aber davon können sich auch die 80er oder 90er nicht freisprechen.
Auch in den 80ern oder 90ern hat es gezählt, wer das teuerste/beste Auto fährt, wer viel verdient. Oder auf die Jugend zurückzukommen: Auch hier war derjenige Schulkamerad am "Coolsten", "Interessantesten", wer teurere Markenklamotten trägt. Wer keine Helly Hansen Jacke hatte und stattdessen in C&A Kram rumlief, wurde schon kritisch beäugt.
Das Phänomen, das du beschreibst, ist kein modernes Phänomen, sondern ein rein menschliches. Wenn wir noch weiter in die Vergangenheit gehen, sehen wir noch stärker, das die Evolutionspsychologie genau auch deine Gedanken thematisiert. Diese kommt aber zum Schluss, dass sich der Mensch seit der Steinzeit kaum bis gar nicht weiterentwickelt hat (von der DNA also Evolution gesehen). Wir sind immer noch Homo Sapiens Sapiens, nur dass wir im Vergleich Anzüge oder schönere Klamotten tragen. Vom Wesen her sind wir aber noch weiterhin genau diese Steinzeitwesen.
Was ich damit sagen will: Auch in der Steinzeit war diese Person am Wichtigsten, die den besten Körperbau hatte, das größte Mammut erlegt hat oder die meisten Feinde getötet hat. Vor allem auch deshalb, weil diese Eigenschaften oder getätigten Dinge die sexuelle Bereitschaft des Weibchens zur Fortpflanzung gesteigert hat. Derjenige, der den besten Körperbau hat, das größte Mammut erlegt, signalisierte damit eben auch die Fähigkeit, die Nachkömmlinge zu beschützen. Weiterhin hatten aber auch die männlichen Weggefährten wesentlich mehr Respekt vor dieser Person und es kam nicht selten vor, dass eben auch jene Person zum Häuptling oder Gruppenführer bestimmt wurde.
In der heutigen Zeit ist es das Gleiche, nur eben digitalisiert. Wir jagen nicht nach Mammut's, sondern eben nach digitalisierten Werten wie Likes, Abo's, weiß der Geier noch was, Reichweite eben. Diese Werte signalisieren eben unsere "Wichtigkeit" und Stellenwert (lässt sich halt immer drüber streiten, hätte man aber auch in der Steinzeit drüber streiten können) in und für die Gesellschaft.
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Interessant wie sich dazu Meinungen sehr unterscheiden können. Ich finde genau davon, das du als Gleichnis siehst, entfernen wir uns ja. Wenn wir beim Steinzeitmenschen bleiben, ist es eher so, das die Jagd und der Körperliche Eifer eben überhaupt gar keine Rolle mehr spielt. Zunächst muss ich sagen, das es zu meinen 80´ern keine Kleidungs Probleme gab, wie du Sie beschreibst, das ist eher ein Phänomen das mir Ende der 90´er aufgefallen ist. Doch ich komme aus Bayern, wohl auch immer eine Frage wann die Moderne bei einem ankommt 
Ich persönlich habe festgestellt das Körperliche Stärke eben überhaupt keine Geltung in diesem Sinne mehr hat, wie du Ihn bei dem Vergleich vom Steinzeit Menschen zum You Tuber stellst. Ein Mammut erlegen ist immer noch etwas anders wie eine viertel Stunde ins Micro zu gurgeln. Ganz im Gegenteil Heute wird das eher als barbarisch betrachtet. Würde ich Heute meiner Frau auch nur ein selbst geschossenes Reh auf den Tisch legen, dann würde Sie kreischend aus dem Haus rennen. Aber genau das ist eben ein Wert der mir persönlich fehlt. Ich würde 100x lieber in der Steinzeit leben, und Mammuts erlegen. Das ja auch der Grund ist warum ich mich dem Medium "Games" überhaupt bediene. Entweder ich spiele etwas das in weiter Vergangenheit liegt oder etwas in einer fernen Zukunft, wo all das Gegenwärtige so gut wie zerstört ist.
Ich meine Fragen wir mal anders. Wer würde nicht gerne lieber in einer der Welten, die er sich auch so toll vorstellt, selbst leben wollen? Und da gehe ich natürlich von der Welt aus, welche einen nicht nur unterhält, sondern richtig Sehnsüchte erweckt. Dieser Drang zur einstigen Selbstbestimmung auf Basis der Selbsterhaltung ist ja die Mechanik, die Spiele meist überhaupt interessant macht, da man Sie eben nicht in der realen Welt noch groß hat. Wobei die Möglichkeiten dazu vollkommen offen stehen Sie aber an Geltung verloren haben. Oder eben wie Werte, das jemand über sich hinaus wächst, ohne das Internet zB durch Abos oder likes.
Du sagst z.B ein großer You tuber stellt so etwas wie Häuptling dar. Finde ich schonmal n krassen Vergleich. Man merkt sicher, das ich zwar das Internet nutze aber davon auch sehr differenziert lebe, sonst würde ich sicher manche Meinung besser verstehen. Nun im realen Leben versuche ich mal zu beschreiben ob dieser Häuptling auch tatsächlich etwas darstellt. Ich habe wie gesagt kein Smartphone. Nun gehe ich in die Straßenbahn. Ich sehe normal aus. So. Nun sitze ich da und sehe fast auf jedem Sitzplatz Leute in Ihr Smartphone starren. Als seien Sie angesteckt. Es ist keine Bereicherung für die Allgemeinheit um einer Person herum, nun bin ich ein gut verdienender Kerl, habe alles was man braucht um spezifisch Häuptling einer gut ernährten Familie zu sein (Das ich übrigens bin) Aber eine Kommunikation findet zu niemandem statt. Ein paar alte Herren und Damen, die sich wie ich in der Straßenbahn umsehen würdigen mir als einzige bestätigend die Blicke. Aber der Rest ist fern von jeglicher menschlicher Kommunikation. Sie sind damit beschäftigt zu liken und zu abonnieren, während das reale Leben an Ihnen vorbei saust. Der Austausch in dieser fiktiven Welt trägt lediglich dazu bei das eine Omnipräsenz entsteht, welche wie ein Ausguss aus dieser versucht alles zu verschlingen, das auch mit der Realität zu tun hat-
Zurück in der Straßenbahn. Nun beobachte ich wie eine junge Dame über Ihr Handy hinweg recht korrekt von einem Mann angesprochen wird, der sicherlich keine Abos hat aber recht gut aus sieht und sicher Mehrverdiener ist.
Das Mädel wusste (es ist eine Erzählung die ich wirklich so beobachtet habe) nicht einmal was Sie zu dem Kerl sagen sollte, starrte nochmal auf Ihr Handy, um darin verzweifelt eine Antwort zu finden? Nun letzten Endes schüttelte Sie den Kopf, nicht weil Sie kein Interesse hatte, das war eindeutig da, doch Sie war dazu nicht mehr in der Lage. Da ich das Mädel öfter sehe merkt Sie auch nicht das ich Sie kenne. Also vom Sehen in der Straßenbahn. Eines Tages saß ich hinter Ihr und warf neugierig Blick in Ihr Handy ... eh Smart Phone. Dort war Sie beschäftigt zwischen Facebook und Co auf einer suche nach Beziehung. Ufffz, das ist natürlich nur ein kleiner Einblick auf eine Person für mich gewesen. Betrachte ich es dann aber im Vergleich mit meiner Nichte oder anderen Menschen die ich im Leben beobachte, dann ist es alles andere als ein Vergleich zu einem gut funktionierenden Stamm oder Clan einer Steinzeit. Es ist eher eine für manche Menschen totale Unterwerfung zu einer fiktiven Welt. Selbst wenn in dieser ein großer You Tuber einen Häuptling für jemanden darstellt. Hat dieser keinerlei Nutzen bringende Einwirkung auf das Leben von dem Abonnenten. Will mal sehen wie Gronkh oder Co anderen Leuten die Schnitzel auf den Tisch legen. Das Mammut, die Nahrung. Also der Vergleich zu einem Häuptling hinkt da schon ganz gewaltig. Zeigt mir nur wie extrem viel Geltung hinter so manch einer Meinung steckt, was Abos betreffen. Kein Star You Tuber ist irgendein Häuptling, der für den Stamm sorgt. Es ist gerne beste Unterhaltung aber wie du das vergleichen kannst verstehe ich nicht. 
Übrigens weil du das angesprochen hast. Die Sexual Wissenschaftliche Folge in der Moderne ist eine vollkommen andere als damals. Wann auch immer, da hat sich der Mensch um 180 Grad gedreht. Alleine die Aufteilung von Arbeit und Fähigkeiten ist eine vollkommen andere.
Natürlich lässt sich das bis in den Kern differenzieren (da dies ja so ein beliebtes Wort zur Zeit ist) dazu muss aber ein Gespräch auch länger dauern, als das man bei der ersten Antwort von undifferenziert spricht.
Dabei zeigt diese Unterhaltung doch wie sehr man bei dem Kern Thema differenzieren sollte. Ist es ein Nachteil oder ein Vorteil seine zu wenigen Abos zu verstecken? Stellt sich mir die Frage, macht es Sinn Wert auf potenzielle Zuschauer zu legen, die mit der Einstellung in einem Chanel kommen "hey der hat wenig Klicks und zeigt seine Abos nicht, hier bleib ich nicht" Was ist dann aber mit dem Inhalt des Videos selbst? Um das es dem Autor dieses Threads wohl am ehesten gehen sollte. Das ist ja das Werk, das jener präsentieren oder teilen möchte. Ob er sich verbessern oder gar verstellen sollte, zeigen Ihm User die davor zurück schrecken sicherlich nicht. Da Sie ja keinerlei Wert auf den Inhalt des Videos legen, sondern auf die alleinige Abo Zahl.