Hey Leute! Wie viele andere Let's Player nutze ich zum Encoden meiner Videos gerne Sony Vegas und MeGUI+MKVmerge. Jetzt gibt es da aber ein Problem:
- Wenn man direkt über Sony Vegas rendert, ist die Qualität oft nicht gut, dafür geht es schnell und man kann einfach schneiden.
- Wenn man mit Frameservern arbeitet, MeGUI encoden lässt und MKVmerge muxen und automatisch cutten, hat man gute Qualität dank x264 und es geht schnell, dafür sind die Cuts zwischen 2 Folgen oft miserabel gesetzt.
- Wenn man aus Vegas per Lagarith direkt mehrere Folgen rendert und diese alle einzeln durch MeGUI und MKVmerge laufen lässt, sind Qualität und Cuts zwar super, man hat aber 2 Leerlaufzeiten und sehr viel (stumpfsinnige) Arbeit.
Letzteres ist also der Punkt, an dem man am besten ansetzten kann, denn stumpfsinnige Arbeit kann der Computer ja besser als ich, dachte ich mir, weshalb ich ein kleines Script geschrieben habe, was alles vereinfachen soll. Die 2 Leerlaufzeiten (erst Lagarith rendern, dann MeGUI encoden) bleiben zwar, jedoch ist der menschliche Aufwand nach dem Cutten der Folgen auf wenige Klicks reduziert.
Was man braucht:
Mein Script
Rename Master (optional)
Sony Vegas (sollte auch mit Premiere gehen) + Lagarith-Codec
MeGUI
MKV-Tool-Nix
(alle Links unten)
Schritt 0: Vorbereitung
Zuerst installiert ihr mal Vegas (was ihr hoffentlich schon habt) und Lagarith und extrahiert den RenameMaster und mein Script an Orte eures Vertauens.
Bevor ihr anfangt könnt ihr auch noch die AutoMeGUI.bat und die BAT3.bat öffnen und in der 2ten bzw. 3ten Zeile kontrollieren, ob die Pfade von MeGUI und MKVToolNix korrekt angegeben sind. Wenn nicht, einfach korrigieren.
Schritt 1: Folgen schneiden
Zuerst beginnt ihr wie gewohnt euer Projekt in Vegas. (Ich habe leider keine Ahnung von Premiere Pro...wenn ihr es benutzt, wisst ihr sicher besser, wie es geht.)
Tip: Progressive Scan, 30fps und Auflösung eurer Quell(Fraps-)Datei sind Optimal als Projekteinstellungen
Nachdem ihr alle Videodateien platziert, die Audio-Spuren angepasst und vielleicht ein Wasserzeichen gesetzt habt (oder was auch immer ihr sonst so mit euren LPs macht) und quasi bereit zum Rendern seid, wählt ihr jeden Bereich, den ihr später als Folge haben möchtet als Loop-Region aus und drückt "R". Dadurch erschafft ihr eine Region. Das wiederholt ihr, bis ihr euer ganzes Video in Folgen aufgeteilt habt.
Schritt 2: Rendern
Anstatt das Video wie gewohnt über Datei/Rendern als... in betrachtbares Material umzuwandeln nutzt ihr Vegas' eingebaute Batch-Render-Funktion. Diese findet ihr unter Extras/Scripting/Batch-Render.
Im aufpoppenden Menü wählt ihr zuerst mal ganz unten "Render Regions" und im großen, weißen Auswahlfeld findet ihr unter "Video für Windows" den Unterpunkt "Lagarith".
Tip: Es könnte sein, dass ihr den Codec noch nach euren Wünschen anpassen wollt. Dazu geht ihr normal auf Datei/Rendern als..., wählt "Video für Windows" aus und unter "Vorlage anpassen..." als Videoformat "Lagarith Losless Codec" und spielt mit den Einstellungen rum. Wenn ihr fertig seid speichert ihr die Vorlage und klickt auf Rendern. Den Rendervorgang brcht ihr allerdings gleich wieder ab, der diente nur dazu, die Vorlagen im Batch-Render-Menü zu aktualisieren.
Als Speicherort wählt ihr am besten den Ordner, in dem sich mein Script befindet. In den müssen sie später eh rein, damit das Script läuft. Jetzt wartet ihr, bis alles fertig gerendert ist.
Tip: Das dauert ewig. Unten in der Statuszeile von Sony Vegas seht ihr, bei welchem Video er gerade ist. [0] ist das Erste.
Schritt 3: Umbenennen
Was ist das negative an "Video für Windows"? Genau, es hat ein "ü". Und das mag MS-DOS garnicht. Und darauf basiert mein Script leider nunmal. (Vielleicht kommt bal eine Java oder VB.net Version hinterher) Darum müssen wir alle dateien erstmal umbenennen. Das geht am schnellsten mit RenameMaster. Dazu startet ihr das Programm und wählt den Ordner aus, in dem sich die Videodateien befinden. (Manchmal spinnt er rum, kopiert dann einfach den Ordnerpfad aus dem Windows Explorer in das Fenster vom RenameMaster) Jetzt kommen haken vor alle Videos und ihr wählt links "Replace Name/Find and Replace" und tragt "u" und "ü" ein. Dann noch ein Klick oben in der Mitte auf "Replace" und die Gans ist im Ofen.
Schritt 4: Mein Script
Nachdem ihr mein Script gestartet habt (ein Klick auf "AutoMeGUI.bat", ignoriert die 3 anderen einfach) lächelt eiuch die Frage nach dem Dateinamen an. Dazu wählt ihr einfach von einem beliebigen Video alles an, was sich vor der eckigen Klammer befindet. (z.B. Test_Video fur Windows[0].avi) Bei der Frage nach der Anzahl der Scripts gebt ihr die höchste Zahl aus, die Vegas euch ausgespuckt hat. (Wenn ihr also Test_Video fur Windows[0].avi bis Test_Video fur Windows[11].avi habt, gebt ihr "11" an, ohne Gänsefüßchen.) Bei der FPS-Zahl gebt ihr eure FPS-Zahl des Projekts an, im Zweifelsfall immer 30.
Jetzt rödelt es genau 0.162 Sekunden rum und MeGUI sollte sich öffnen. Und TADA! alle Jobs sind unter Queue bereits eingelesen. Alles was ihr jetzt noch zu tun habt ist unten links im Queue-Menü auf "Start" zu klicken und schlafen zu gehen. Hier kommt nämlich Leerlaufphase #2, die für gewöhnlich 50-100% (je nach PC auch anders) länger dauert als die Erste.
Tip: Die Videos werden alle mit dem Preset "Slower" und Qualität "20.5" gerendert. Wenn ihr das ändern wollt, rechtsklickt vor dem Ausführen des Scripts auf BAT2.bat und wählt bearbeiten. Die Suchfunktion des Editors sollte euch sagen können an welcher Stelle ihr "slower" durch "slow" oder "very slow" ersetzten könnt und "20.5" durch irgendetwas. Denktdran, die Geschwindigkeit verhält sich proportional zur Dateigröße. Wenn ihr die Qualität erhöhen wollt, müsst ihr die Zahl SENKEN. Aber auch dadurch wird die Datei größer.
Wenn ihr statt FLAC-Audi lieber MP3 wollt, wird das schon komplizierter.
Wenn MeGUI seine Pflicht und Schuldigkeit getan hat, könnt ihr es schließen. Erst dann lässt sich mein Script weiter ausführen. Ihr müsst nun 2mal mit "Enter bestätigen" und das Script muxed euch jetzt eure Videos mit MKVmerge von MKVToolNix.
Wenn ihr lustig seid könnt ihr jetzt noch ein paar mal die Entertaste hämmern. Das Script entsorgt dann die AviSynthScript so wie die MP4- und FLAC-Dateien und wenn ihr wollt auch noch die Lagarith-Quell-Dateien.
Zu guter Letzt könnt ihr den RenameMaster noch nutzen, um die Folgen, die jetzt Script0.mkv - ScriptX.mkv heißen so umzubenennen, dass tatsächlich die richtigen Folgen drinstehen.
Ich hoffe, ich konnte mit diesem Tutorial einigen das (Let'sPlayer-)Leben etwas vereinfachen. Kommentare, Verbesserungsvorschäge ect. sind immer gerne gesehen.
~TheSinForest aka. Pepe
LINKS:
Mein Script
RenameMaster via Chip
Lagarith
MeGUI via Chip
MKVToolNix
Danke im Übrigen an Lucki ohne dessen Generator ich nicht wüsste, wie AviSynth-Scripts überhaupt funktionieren.