Beiträge von Hacuna im Lichterwald

    Ich finde nicht, dass Let's Player sein etwas besonderes ist. Wenn ich in Kontakt mit neuen Leuten im Inet komme, sind gefühlt 90% LPer. Natürlich haben meine social media Kanäle einen besonderen Focus darauf, weil ich ja auch eine bin. So zieh ich das natürlich auch an. Aber auch unabhängig davon wissen wir ja, dass es unglaublich viele LPer gibt. Du empfindest es als was Besonderes, weil du es am Erfolg festmachst, aber wie kam es dazu, dass du das untrennbar an dieses Kriterium geknüpft hast? Da LPer-sein ja von Anfang an kein Beruf war, sondern ein Hobby, aus dem erst später eine Berufsmöglichkeit wurde (die kaum bekannt ist - mit Influencer kann auch kaum einer was anfangen, wenn ich das irgendwem erzähle, der nicht selber einer ist oder LPs guckt). Die Voraussetzung sowas als Beruf ausüben zu können, von dem man leben kann, ist Erfolg. Aber da es ursprünglich gar kein Beruf war und das Ganze immernoch parallel als Hobby weiter-existiert, knüpfe ich die Bezeichnung LPer nicht an Erfolg. Woran ich es knüpfe ist die Zeitmenge und auch den Aufwand, die/den man reinsteckt. Also quasi das "Verdiene ich es, mich LPer zu nennen?" "Ja, denn ich stecke Herzblut, Nerven und nicht unerheblich Zeit rein.". @FawKes100 Wie kamst du zu er Überzeugung mit dem Erfolg und "besonderem"?

    Oh fixer Nachtrag: Als ich hauptsächlich gestreamt habe, habe ich mich nicht als LPerin bezeichnet, weil in meinen Streams nicht die lets-play-typische Vollständigkeit in chronologischen Folgen gegeben war. Da spielt man halt ein bisschen ein Spiel und dann beim nächsten Stream vielleicht ein anderes. Da eh nicht alle Zuschauer immer da sein können, also zwangsläufig etwas verpassen (und auch nicht immer die Streams nachgucken), hat man da diesen Anspruch an Vollständigkeit und geordnete Folgen nicht. Das und auch die andere Atmosphäre wegen der Interaktion haben meine Streams für mich nicht lets-playig angefühlt. Da war ich Streamerin.

    Ja, ich bezeichne mich als Lets Playerin, auch wenn ich das nicht beruflich mache und derzeit keine hohe Bekanntheit habe, weil ich mein Leben ein großes Stück weit damit verbringe und täglich veröffentliche. Würde ich das nur paar mal im Monat machen, würde ich mich auch nicht so nennen. Aber die Grenze ist da für jeden woanders. Ich denke, das was man viel macht und was einem irgendwie wichtig ist, das darf man auch benennen.

    Ich bestätige den positiven Effekt des "nur verifizierte Accounts dürfen schreiben". Das habe ich damals aus Gefühl direkt eingeschaltet und habe dadurch vermutlich mir einiges erspart.
    Zuzüglich muss ich sagen, dass auch vieles von der Spielauswahl abhängt. Sobald ich Minecraft angepackt hab, kamen die Trolle aus ihren Löchern und versuchten in meinem Chat zu stänkern. Hab ich was anderes gespielt (egal was), kamen so gut wie keine Trolle. Jedenfalls erinnere ich mich nur bei Minecraft an mehrere.
    Was ich (weil es stimmt) relativ schnell und mehrmals kommuniziert habe, ist die Tatsache, dass ich Spaß am Bannen habe. Mit diesem Wissen im Hinterkopf hatten viele Trolle schon keinen Bock mehr, mir die Gelegenheit zu dieser Freude zu geben. Daher hatte ich selten solche Vorfälle. Und wenn dann wirklich nur von Kindern aus der "Minecraft-Szene". Daher würde ich schauen, dass man sich von Spielen fernhält, die bekannt dafür sind, toxische Leute anzuziehen. Fortnite fällt da auch drunter z.B..

    Ursprünglich war der Thread für das YouTube-Forum gedacht, aber da es einige gibt, die ihr Geld so auch ohne YouTube verdienen, passt er hier besser, um diese nicht auszugrenzen.


    Seid ihr als Freiberufler oder Gewerbetreibender tätig, mit euren YouTube/Twitch-Kanal oder mit was anderem?
    Für YouTube scheint das ja mal so, mal so entschieden zu werden.

    Da ich ja ein Jahr lang gestreamt habe und da auch Geld reinkam, habe ich mich damals als nebenberuflicher Freiberufler angemeldet (wegen Hauptberuf was anderes + du musst dann dich nicht privat versichern, wenn dien Hauptjob bestimmte Voraussetzungen erfüllt). Der Jahres-Umsatz war zu gering und das hätte sich als Gewerbe nicht gelohnt. Ich habe auch sehr darauf geschaut, dass ich auf jeden Fall als Freiberufler durchgehe, weil das steuerlich und aufwandsmäßig wesentlich angenehmer ist.
    Jetzt bringt mir das zwar nix mehr, weil ich ja nicht mehr streame und YT nicht-kommerziell betreibe, aber ich dachte mal, für Leute zum Orientieren sag ich's mal. :)

    Ja, aber man kann glaube ich reales nicht so richtig mit einem Stream verbinden. Den Stream mache ich aus, ab dem Moment hören dann auch eventuelle Beleidigungen auf. Wenn man, warum auch immer, in den Streams nur runtergemacht wird, sollte man seine Konsequenz daraus ziehen und sich einen anderen Job suchen. All das kannst du ja nicht wenn dich dein Partner in welcher Art auch immer psychisch kaputt macht, da kann man in der Regel nicht einfach die Tür zumachen und dann war es das.
    Wer sich also in Streams wirklich so runtermachen lässt und dann nicht erkennt das er einfach aufhören sollte, der tut mir zwar leid, aber so wahnsinnig viel Mitleid will sich da bei mir nicht einstellen. Das wiederum soll nicht heißen das ich diesen ganzen Hass den man mittlerweile im Internet hat irgendwie gut finde. Aber wenn jemand in seinen Streams anfängt zu weinen und einfach immer weiter macht der sollte einfach mal Konsequenzen daraus ziehen.

    Nee, funktioniert der Erfahrung nach so nicht. Bei mir war es damals kein Partner, sondern mein Ausbilder auf der Arbeit. Wenn ich Feierabend hatte und zu Hause war, war für mich nicht Ende. Natürlich konnte er mich zuhause nicht mobben. Aber das was in den Momenten des Missbrauchs passiert ist, wirkt nach. Jedes Erlebnis, das ein Mensch macht, ob gut oder schlecht, hat immer einen Langzeiteffekt. Nur weil etwas vorbei ist, geht es dir nicht direkt wieder gut. Das Gefühl bleibt und dein Wesen verändert sich. Darum gibt es ja Prosttraumatische Belastungsstörungen. Was meinst du, warum Leute nach dem Krieg nicht mehr die selben sind und auch nie wieder werden? Genau deshalb. Und manche Menschen sind aus vorangegangenem Missbrauch nicht willensstark genug (ohne Wertung!), um bei einem erneuten Missbrauch in ihrem Stream dann einfach abschalten zu können. Du sprichst aus der Sicht eines gesunden Menschen. Ein gesunder Mensch kann seine logischen Konsequenzen daraus ziehen und einfach aufhören, etwas schädigendes zuzulassen. Ein Mensch, der schon vorbelastet ist, kann das unter Umständen einfach nicht mehr. Mit Logik kann man an das Thema einfach nicht herangehen. Ich schreibe hier dazu etwas mehr, weil ich es immer schade finde, wenn andere über ein Thema leichtfertig reden, als wäre es ach so einfach mal eben aus einer schweren Situation rauszugehen. Ist es eben nicht in jedem Fall. Eben gerade nicht. Bitte urteilt nicht über andere Menschen, die Dinge nicht tun können, die euch einfach erscheinen. Wenn ihr einmal unten wart, versteht ihr es.