Das war vor 10 Jahren kaum anders. Der Unterschied ist, heute weiß jeder Gamer was ein Bug ist. Früher war das "halt so", es gab keine (oder kaum) Patches, man musste damit leben.
Das stimmt nicht so ganz. Die Zeitspanne von 10 Jahren ist auch zu kurz, geh lieber 15 oder 20 zurück, da gab es direkt einen Aufschrei wenn etwas derart schlechtes raus kam. Die Qualität war damals besser, wer nicht lieferte ging schneller unter als heute, wo die Leute viel zu viel verzeihen. Dann gibts nen 3 Tage Shitstorm auf Steam, interessiert keinen. Früher mussten die Entwickler bzw. Publisher zusehen die Handvoll Zeitschriften mit Heft CDs anzuschreiben, dass die die neusten Patches mit aufgepresst haben. Auch früher wusste jeder was ein Bug ist. Heute musst du auch damit leben wenn es keine Patches gibt, das Argument ist somit hinfällig.
Aber wenn ich 15 ode rmehr Jahre zurück denke...damals hat man sich für 60 - 80 Mark ein Spiel gekauft und es war in der Regel auch fertig. Es gab mehr Probleme mit der Hardwarekompatibilität als heute, aber nach meinem empfinden viel weniger Bugs. Heute kaufe ich mir für 30 - 40 Euro Spiele auf Steam, die den Status Early Access niemals verlassen um alles mögliche damit zu entschuldigen, während man ein DLC nach dem anderne verkaufen will. Insgesamt fallen mir heute wesentlich mehr Bugs als früher auf, teilweise so offensichtliche das ich mir an den kopf packe und mich fragen muss, ob das Spiel überhaupt eine Qualitätskontrolle erfährt. Dann wird in Fifa die 80. verbesserte Steuerung eingebaut und ein Kaderupdate gemacht, damit man das für 60 Tacken wieder als mega sensationell verkaufen kann, und jedes Jahr die gleiche Leier bei allen Fortsetzungen "Es ist das Beste XY das es je gab!" Ja, wäre auch scheiße wenn etwas neues schlechter als das alte wäre. An dieser Politik änert sich aber nichts, weil alle Welt sich darauf stürzt und wie die Lemminge zugreift. Das bestärkt die Hersteller nur noch darin, diese Politik zu fahren. Die Szene hat sich in den letzten 20 Jahren drastisch geändert, aus meiner Sicht aber in die völlig alsche Richtung.
Gerade was Simulationsspiele angeht, liegt der Fokus fast nur noch auf Show & Shine, muss toll aussehen, 8k unterstützen, fantastische Animationen haben...Fahrphysik oder Wirtschaftssysteme werden schlampig gemacht, weil dafür dann Zeit und Ressourcen fehlen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Aber die Leute wollen das halt, Hauptsache es sieht irgendwie fett aus, alles andere ist dann nicht so wichtig. Und das verstehe ich einfach nicht und ja, ich finde auch hier war früher alles besser (wollte ich schon immer mal gesagt haben).
Beispiel: Wenn ich mir angucke wie teilweise extrem detailliert von den Möglichkeiten her Grand Prix World oder F1 Manager Pro aufgebaut waren (und bis heute mit Daten versorgt werden von den Fans), habe ich immer das blanke Kotzen bekommen, wenn dann der Racing Team Manager und andere raus kamen. Das was die geboten haben war ein absoluter Witz. Das meine ich mit Qualität, da wird schnell irgendein Mist zusammenprogrammiert und dann versucht damit Geld zu machen. Immerhin gibt es mit dem Motorsport Manager in der Region wieder einen Lichtblick, wobei auch der nicht ansatzweise die Spieltiefe erreicht wie z. B. F1 Manager Pro, wo ich selber die Teile Milimetergenau anfertigen konnte wie ich sie haben wollte. Diese ganze Spieltiefe ist nicht mehr so vorhanden, ich weiß nicht ob sich die Publisher am RTL-Publikum orientieren und es lieber nicht zu kompliziert haben wollen...
Das meine ich halt mit der Qualität, habe es jetzt länger ausgeführt als ich wollte 