Beiträge von Nerd-Gedanken

    Ehrlich? Ich verstehe nicht, warum man wegen einem an einem Schauspieler angelehnten Charakter so ausflippt wie es manche tun.

    Ich hype ihn nicht, aber ich freue mich darüber, dass er mit an Bord ist, weil Reeves einfach durch seine Filmographie jemand ist, der für mich perfekt ins Cyberpunk-Genre passt und durch die Verknüpfung mit den entsprechenden Filmen für mich einiges an Stimmung schon mitbringt. Da hätten sie im Grunde gar keine bessere Wahl treffen können - zudem ist er einer der Schauspieler, die auf mich noch einigermaßen 'normal' durch ihren Umgang und ihre Lebensweise wirken. Eben jemand, der einfach sein Ding macht, es gut macht, und nicht total abgehoben oder eine Dauerskandalnudel ist.



    Ich mochte den ersten Teil von Watch Dogs recht gerne, auch wenn er seine Schwächen hatte. Ich hatte den zweiten Teil gehasst, weil mir die Hipster-Kacke gegen den Strich ging. Das war mir zu abgedreht. Ich bin froh, dass die Stimmung wieder düsterer geworden ist. Das Ding steht auf meiner Liste ganz weit oben. Ich habe aber meine Bedenken, ob das mit den Charakteren in dem Umfang gut geht. Naja, selbst wenn nicht, die Omi wird's scho richten.

    Ich kannte Watch Dogs gar nicht vorher - irgendwie hat mich das einfach auch nie angesprochen. Aber der Gedanke daran, London mit einer Rentnergang zu retten, hat schon was irgendwie :D die mit Tazer und Robospinne bewaffnete Oma war einfach der Hit, und ich mag den Gedanken, wirklich total frei in der Entscheidung zu sein, wen ich rekrutiere und wie ich Aufgaben angehen will. Mal schauen, ob sie halten können, was der Ansatz verspricht.

    Moin zusammen :D


    Nach dem berufsbedingten Konsum mehrerer Pressekonferenzen habe ich einige echte Überraschungen erlebt, einige Spiele sind auf meinem 'könnte spannend sein' Radar erschienen, die mir vorher gar nicht groß aufgefallen waren. Was sind denn eure bisherigen E3-Highlights - mal von Keanu Reeves abgesehen ^^ - an Spielen, die auf der Messe vorgestellt wurden?


    Bei mir sind es folgende:

    • Cyberpunk 2077 - Keanu Reeves! saugeile Optik! fiese Storywendungen
    • Vampire The Masquerade: Bloodlines II - endlich wieder blutsaugen!
    • Fallout 76-Erweiterung "Wastelanders" - lebendige NPCs, neue Hauptquestreihe, RPG-mäßige Gespräche mit Wahlmöglichkeiten
    • neue ESO-Inhalte für das "Jahr des Drachen"
    • Sims 4-Erweiterungspack "Inselleben" - yeah, Meerjungfrauen!
    • Planet Zoo - kackende Nilpferde und süße Elefantenbabys ftw!
    • neue Division 2-Inhalte - Jagd auf abtrünnigen Agenten in New York, was will man mehr?
    • Baldurs Gate III - dazu muss man nicht mehr sagen...
    • Watch Dogs Legion - die Hackeroma war der Hammer :D
    • Star Wars Jedi: Fallen Order - wenn da ne gute Story bei ist, wird es vielleicht was!

    Und bei euch so?

    Heute sind es 1300 Abonnenten geworden - einfach Wahnsinn, wie das die letzten Monate gelaufen ist. Ein bisschen komme ich mir immernoch wie in einer seltsamen Parallelwelt vor ... aber in einer, in der ich mich sehr freue :D

    Hat es irgendwer gemerkt ? Natürlich nicht weil sie nach Jahre langer Erfahrung einfach wissen das es dazu gehört und es einfach überspielen in diesem Moment.

    Letztendlich ist YT ab dem Moment, ab dem man sich einkommenstechnisch auf die Werbeeinahmen verlässt, ein Job wie jeder andere auch (mit einem größeren Unsicherheitsfaktor durch die Algorithmen und YTs undurchschaubare Geschäftspolitik). Und damit auch mit Höhen und Tiefen und Tagen, an denen man eben nicht so motiviert ist, den Job zu machen, ihn aber machen muss, um die Rechnungen zu bezahlen.


    Natürlich muss man dann auch die eigene Unlust kaschieren können, aber das muss man in jedem Job. Wer sagt schon der Chefin direkt ins Gesicht, dass sie der größte Nervfaktor für den Arbeitsalltag ist, oder dem Boss, dass der derzeitige Auftrag stinkt?

    Verstehe ich damit richtig: jemand der überhaupt kein Bock auf Gaming hätte, allerdings schauspielerische Fähigkeiten besitzt wird auf Youtube erfolgreicher wie jemand der Bock auf Gaming hat aber nicht schauspielern kann ?

    Ohne eine grundlegende Lust auf Gaming geht es denke ich nicht, immerhin müsste man sich sonst jahrelang tagtäglich verstellen - nur um der Hoffnung auf irgendeinen zweifelhaften Ruhm auf YT willens. Gerade während der Aufbauphase, bei der man versucht, die klassischen Abogrenzen zu knacken (1000, 10 000, 100 000), ist viel Durststreckendurchhecheln angesagt und damit auch Durchhaltevermögen, das imho nur mit einer Grundmotivation einhergehen kann.

    Das würde jeder hier genauso machen !

    Würde ich nicht und mache ich nicht. Weil Dir bei einem entsprechend mies gelaunten Publisher richtig viel Ärger ins Haus stehen kann und die meisten, wenn sie schon Embargos ausloben, auf sowas durchaus auch achten.
    Letztendlich geht es dir damit nicht um das Interesse deiner Abonnenten - denn Leute, die dein Content interessiert, die gewinnst du auch ohne solche fragwürdigen Aktionen - sondern darum, möglichst viele neue Abonnenten durch Exclusiv-Content abzugreifen.

    Aber letztlich ist das "Es macht Spaß und gibt mir dieses und jenes" zwar definitiv die Basis bei mir, aber man wünscht sich dennoch auch, dass die Arbeit von vielen gesehen und gewürdigt wird. D.h. dies ist einfach kein Hobby, welches allein von sich selbst bestehen kann. Es braucht die Energie von außen durch positives Feedback, Kontakte, soziales Miteinander, gerade weil man so unglaublich viel in Vorleistung gehen muss und reinsteckt!

    Hmm ... ich muss sagen, diese Aussage sehe ich eher kritisch, weil es ein bisschen wirkt, als würdest du einen großen Teil deines Spaßes aus eben dem Feedback der Zuschauer holen. Meine Erfahrung auf dem Weg von 100 zu 1000 Abonnenten besagt allerdings, dass dieses Feedback in der Regel nicht kommt. Klar, es wird immer mal wieder Leute geben, die eine LP-Serie von vorn bis hinten kommentieren, weil sie das Spiel/den Spielstil/die Fails etc. mögen. Die größere Masse sind allerdings die Leute, die clicken und das war's. Die meisten vergeben nichtmal ein Like, wenn sie ein Video gesehen haben und Spaß damit hatten - ich habe auch einige Videos, die auf über tausend bis zehntausend Views kommen und deren Likeanzahl, obwohl es anscheinend oft und lange geschaut wird, absolut überschaubar bleibt.


    Das Feedback hält sich schlicht immer im Rahmen, das heisst, selbst wenn du gut laufende Videos hast, wird immer eine gewisse Lücke zwischen dem, was zurückkommt und dem, was du dir vielleicht erhoffst, bleiben. Und daraus entwickelt sich dann leicht eine Abwärtsspirale, die dich eher deprimiert als aufbaut - und das, obwohl dir Leute (siehe Alisonsonny) öffentlich erklären, wie gut sie deine Inhalte bzw deine Art finden. :)
    Vielleicht hilft es dir ja, auch für die innere Motivation, dir ein Game zu suchen, das du gemeinsam mit einem Freund/einer Freundin zockst und aufnimmst, denn dann kommt der Spaß schon durch das miteinander, und man freut sich automatisch auf die nächste Session schon des Spielens wegen, weniger wegen dem Hintergedanken an mögliches Feedback aus der Community - das Feedback durch den Mitspieler/die Mitspielerin ist dann unmittelbarer und direkter und du hast auf jeden Fall schon bei der Aufnahme selbst einen spürbaren Gewinn.

    Aber zum einen ist es eben als Hobby immer schon geplant gewesen und zum anderen bin ich Realist genug um schon direkt gewusst zu haben das ich für/auf YouTube absolut irrelevant sein werde und mit meiner doch eher ruhigen und gemütlichen Art in den Aufnahmen für 80 - 90% der Zuschauer die sich Lets Plays auf YouTube anschauen einfach eine langweilige Schlaftablette sein werde. Dazu kommt das ich in vielen Spielen ein einfacher Durchschnittsspieler bin. Es ist also vielleicht ganz unterhaltsam, aber es bricht der komplette Zweig derer weg die zuschauen, weil sie davon vielleicht noch etwas lernen können.

    Es gibt glücklicherweise gar nicht wenige Leute, die genau das mögen - eine ruhige Art, eine gemütliche Aufnahme, den Durchschnittsspieler, der sich dann auch einfach mal durchbeisst, wenn es mal schwierig wird. Ich mache es ja auch nicht groß anders, und bei nicht wenigen Zuschauern bekomme ich nach und nach die Rückmeldung, dass sie gerade der Fails wegen gerne zuschauen und sich davon unterhalten lasse. Die Masse dieser Leute ist halt (noch) geringer als die der hypesüchtigen Kiddies, die man nur mit schnellen Schnitten, Geschrei und Gefluche bekommt, aber die würde ich auch gar nicht haben wollen.
    Und: Wenn du dich in einem Game wirklich gut auskennst, dann sind Tutorials zu Bossen, Problemstellungen etc. immer eine gute Sache - das erhöht die Findbarkeit des Channels ungemein. Meine meistgeclickten und meistgesehenen Videos sind Tutorials.

    Ich jedenfalls hätte extrem große Angst davor mich von YouTube oder von mir aus auch Twitch (oder beidem in Kombination) abhängig zu machen. Da müsste ich schon monatlich so viel verdienen das ich innerhalb eines Jahres so viel zur Seite legen kann, um ein Jahr überbrücken zu können ohne Einschränkungen haben zu müssen falls es mal nicht mehr läuft und ich mir was neues aufbauen müsste.

    Diese Voraussicht bzw. diesen Planungsansatz haben die meisten 'ich will 10000 Abos in einem Jahr' Neu-Youtuber schlicht nicht, denke ich - da scheint der Gedanke vorzuherrschen, dass man einfach nur eine Riesenmenge Zuschauer bräuchte, und dann findet sich der Rest von selbst. Dass dann die Arbeit erst richtig anfängt, ist den meisten wohl gar nicht so bewusst. Letztendlich scheint mir dieser 'ich will von YouTube/Twitch" Hype vor allem von dem Gedanken bestimmt, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Geld zu verdienen und das funktioniert in keinem Geschäftsbereich :D ausser man ist von Beruf Sohn oder Tochter und die Eltern werfen einen mit Geld zu bis man quiekt.

    Einer hat geschrieben das die Spiele mit Handlung wohl nicht gut rüber kommen. Da muss ich wohl voll und ganz Zustimmen. Ich Spiele momentan "Styx: Master of Shadows" und "Green Hell", Styx hat im schnitt um die 5 Views und Green Hell um die 20.

    Das ist glaube ich ein generelles Ding - storylastige Spiele haben meist vor allem einen Lösungsweg, den wollen viele Leute einfach selbst erleben und genießen, anstelle ihn bei anderen zu sehen. Gerade Survivalgames aber lassen dir viel Freiheit und da ist das Spiel dann von Spieler zu Spielerin total verschieden, die Leute scheitern an anderen Punkten oder stellen sich bei unterschiedlichen Sachen blöd an. Das ist immer wieder ein neuer Reiz beim Angucken - ich kenne Zuschauer, die sich zB Conan Exiles bei verschiedenen LPern angucken. Beim einen wegen des Baufokus, bei anderen wegen der harten Action und dem Skill, den dritten wegen der Fails - dasselbe Spiel, drei unterschiedliche Herangehensweisen, und alle haben ihre Berechtigung.
    Den meisten Erfolg auf meinem Channel hatte ich genau mit solchen 'play it your way' Games, nicht mit Storylastigem.

    Wie bereits angesprochen, ich bin noch lange nicht am Ziel, aber der Prozess des stetigen Lernens was das "Let's Playen" betrifft, macht mir extrem viel Spaß.

    Das kann ich nur unterschreiben - und das ist etwas, das mich auch nach zwei Jahren und diversen Durststrecken noch immer motiviert. Dieser Lernprozess gibt mir unglaublich viel. :)

    Hallo Ludovico und willkommen hier im LP Forum bzw in der LP Gemeinde :)


    Mit Enderal hast du dir ja echt einen dicken Brocken vorgenommen, aber auch einen sehr lohnenden - die Story und vor allem die echt genialen Nebenquests haben mich beim Spielen total umgehauen ^^ momentan bedaure ich es echt, dass ich kaum Zeit habe, damit weiterzuspielen, man möchte nicht glauben, dass das 'nur' eine Fanmod sein soll, oder? Der Umfang ist auf jeden Fall absolut grandios, und ich hoffe, du findest damit eine Menge interessierter Zuschauer ^^

    Willkommen hier im Forum :) Wahnsinn, da bist du ja ein richtiges LP-Urgestein und gleichzeitig doch auch wieder nicht - was denkst du, hat sich denn in dieser Zeit am meisten geändert, von der sich verbessernden Technik und besserem Zugang zu den entsprechenden Programmen etc einmal abgesehen? Das würde mich jetzt doch sehr interessieren :) Kannst du deutliche Unterschiede zwischen 2009 und 2019 festmachen?


    Ansonsten klingt die Channelidee gut für mich - damit wünsche ich dir viel Erfolg :)

    Hallo und willkommen hier im Forum und natürlich der Let's Play-Welt auf YT ;)


    Das Alter ist imho überhaupt nicht entscheidend bei einem Lets Player, sondern die Art, wie er oder sie die Spiele kommentiert, und wie unterhaltsam es generell ist, da zuzuschauen - also nur Mut und ran da :) ich gehöre übrigens auch zur 'um die 40' Altersklasse und hatte bislang nie den Eindruck, dass meine Zuschauer darauf gucken. Ebensowenig auf "Mittelmäßigkeit" - selbst Gronkh ist doch weit entfernt davon, in irgendeinem Game der Pro zu sein und der hat über 4 Millionen Zuschauer :D

    Zum Einen könnte es daran liegen, dass (aber das habe ich nicht überprüft) evtl. mehr sehr junge Menschen Youtube-LPs gucken im Verhältnis zu Erwachsenen. Und die sind selbst (viell. auch hormonell bedingt xD) eher aufgedreht und langweilen sich schnell, habe noch keine Geduld gelernt, weil zu wenig Lebensjahre u.s.w und stehen halt mehr auf laut, schrill, schnell, viel Infos und Action in wenig Zeit. Und auf der anderen Seite stehen die erwachsenen Zuschauer bis Rentner, die es ruhiger mögen, aber vielleicht nicht so vertraut mit den Suchmöglichkeiten auf YT sind, oder einfach nicht so viele sind, sodass dieses Publikum eben immer geringer ausfällt auf das jeweilige Video.

    Letztendlich ist das Internet gerade für Leute ab 40, 50+ noch immer meist eher eine unbekannte Größe, oder eine, die durch die schiere Menge an Optionen überfrachtet. Ich finde das immer faszinierend, wenn ich mit Leuten dieser Altersgruppe spreche und ihnen erstmal erklären muss, dass YouTube beispielsweise mehr ist als Bibis Beauty Palace und die Krasavice. Dass man dort Sprachlerntutorials und Heimwerkertutorials findet, die wirklich was taugen - ich habe durch Fliesenlegertutorials Fliesen legen gelernt ^^ - und dass gerade auch künstlerische Betätigung nicht zu knapp vorhanden ist. Und wenn Leute die Möglichkeiten nur nach herausragenden Skandalnudeln oder eben sehr bekannten Gesichtern beurteilen - und verurteilen - bleibt da wenig Raum, sich an etwas anderes heranzutrauen. Zwischen der Generation, die mit Social Media und YT aufgewachsen ist und den Leuten davor klafft immer noch eine enorme Lücke und damit fehlen viele mögliche Zuschauer, die eben nicht auf Kreischen und Fluchen stehen.


    . LPs sind bekannt, aber es gibt zu viele. Man muss sich abheben oder geduldig sein. Und mit geduldig sind nicht mehr "nur" 5 Jahre gemeint (was auch schon lang ist), sondern ich denke das beläuft sich mittlerweile auf mind. 10 Jahre, dass man eine nennenswerte Größe erreichen kann, wenn man nichts Besonderes ist.

    Im Grunde sind Let's Plays wie alle anderen Möglichkeiten künstlerischen Schaffens ein Marathonlauf. In der Musik, beim Schreiben, beim Illustrieren und so weiter gibt es durch das Internet einerseits viel mehr Zugang zu neuen technischen Möglichkeiten, neuen Lern-Möglichkeiten, neuen Orten, um das zu präsentieren, was man im Schweiße des Angesichts produziert hat. Gleichzeitig aber ist die Konkurrenzsituation ebenfalls sehr viel größer geworden. Konnte man vor sieben bis zehn Jahren als Jungautor mangels viel Vergleichbaren noch relativ schnell Leser und Fans finden, gibt es heute ein riesiges Angebot anderer, die auch schreiben, die auch veröffentlichen, die auch Fans suchen - die Menge der bezahlenden Leser schrumpft aber laut den Zahlen des Buchhandels. Ist dasselbe wie hier, nur eben in grün ;)
    Und ohne bereits bekannte Leute, die einen pushen - in der Buchbranche Beziehungen zu populären Verlagen, etc. - bleibt einem Newcomer nur der lange Weg, der nur mit viel Ausdauer und innerer Motivation gegangen werden kann. Sobald man sich nur von äußerer Bestätigung abhängig macht für die eigene Motivation, wird das nix.


    Die "gechillten Leute" schaffen es eher dran zu bleiben und nicht aufzugeben. Nach meiner Erfahrung hat das aber etwas damit zu tun, daß "gechillte Leute" nicht von Ungefähr gechillt sind. Die haben meist schon einiges hinter sich und wissen sich Grenzen und Ziele zu setzen. Gechillt sein will gelernt sein und ist meist Folge eines rauhen und ziemlich schmerzhaften Lernprozesses. Meistens reden sie aber nicht viel darüber und deshalb denken die meisten, sie wären schon so auf die Welt gekommen

    Da sagst du was wahres. Ich ertrage diese ganzen Kreisch-, Dauerfluch-, Sichkünstlichaufreg-Letsplays überhaupt nicht, Menschen mit einem solchen Verhalten finde ich auch im realen Leben sehr unangenehm; die meide ich aus Erfahrung. Vermutlich ist die Zielgruppe für chilligere Letsplayer auch gerade dort zu finden, wo Menschen sind, die diesen "Lebensverdienst" erkennen und anerkennen - und eben damit auch zu schätzen wissen. Natürlich könnte man mit Gebrüll und Fluchen und Sich-Aufregen vermutlich deutlich mehr (und vermutlich auch jüngere) Zuschauer ansprechen, aber das will ich gar nicht. Ich freue mich, dass ich entspannte Zuschauer habe, die auch ein sehr ruhiges Letsplay eines Spieles, bei dem nicht viel Action abgeht, zu schätzen wissen. Da macht mir das Aufnehmen gleich doppelten Spaß, weil das was ist, das ich indirekt mit denjenigen teilen kann, bei denen ich weiss, dass sie Bock drauf haben.


    Jetzt bin ich an dem Punkt, wo ich noch rätsele, wie das Ganze möglichst gut zu bewerkstelligen ist, aber es sich nicht mehr alles darum dreht.

    Ich würde mal wetten, dass das eine Frage ist, die für die meisten akut bleibt, die sich ein bisschen länger als zwei Monate mit YouTube beschäftigen und regelmäßig uploaden. In meinem ersten Jahr YT war das teilweise ein riesiges Problem für mich, weil ich viel ausprobiert hatte, aber meine Routine lange nicht gefunden. Dann ist auch mal mehr Zeit draufgegangen, und für mich als Freelancer bedeutet das auch, dass es unbezahlte Zeit ist, die irgendwo im luftleeren Raum endet - da musste ich irgendwann sehr deutlich die Bremse reintreten, um nicht in eine Ecke zu gelangen, in der ich zwar sehr viel arbeite, aber kein Geld reinbringe.
    Inzwischen habe ich mir meine festen Zeiten zusammengesucht, die sich rings um alles andere herumgruppieren - schreibe ich beispielsweise einen Artikel, kann ich nebenher ohne Probleme vorbereitete Elemente zu einem Video zusammenbasteln und das rendern lassen. Ohne ein hohes Maß an Planung funktioniert das für mich nicht wirklich, ebenso Disziplin.


    Um es mal ganz platt zu sagen: ich mag die Games alle, die ich letsplaye, aber ich habe nicht immer dann genau Bock drauf, sie zu spielen, wenn mein innerer Terminplan einen freien Slot für Aufnahmezeit ansteuert. Da beiße ich dann die Zähne zusammen und trete mich innerlich, dann wird's auch wieder. Aber gerade diese Art Zähnezusammenbeißen ist was, an dem viele Leute ihren Knackpunkt erreichen dürften - wie bei jeder Art von Arbeit macht auch YT nicht immer Spaß.
    Ich wünsche dir, dass du da deine Balance findest :) ich habe zB gute Erfahrungen mit festen Tagen gemacht, an denen meine bessere Hälfte Vorrang hat, wir also auf jeden Fall was zusammen machen - und diese Tage halte ich beinhart ein, komme was wolle. Einzige Ausnahme bilden Arbeitsverpflichtungen wie ein Messebesuch oder ähnliches, wo sich der Termin durch äußere Faktoren nicht schieben lässt.

    Gestern schickte mir YouTube die Nachricht, dass eines meiner Conan-Tutorials die 10.000 Views Marke geknackt hat ... offensichtlich wollen sehr viele Leute wissen, wie man Glasflaschen herstellt :D aber hey, ganz unverhoffter "Meilenstein".

    Meiner Ansicht nach scheitern die meisten an dem Moment, an dem aus "ohhh YouTube macht Spaß/Videos basteln macht Laune" zum ersten Mal richtig Arbeit wird. Man hat Stress im RL, weniger Zeit, das letsplayte Spiel macht vielleicht gerade nicht so viel Spaß oder man steckt in einer Durststrecke, man muss viel nebenher bearbeiten und merkt erstmalig bewusster, wie viel Zeit man in ein paar Videos reinsteckt - und bäm, ein Letsplayer weniger.


    Solange das Ziel 'berühmt werden, schnell Geld verdienen' im Hintergrund ist, dürfte YT sehr schnell recht frustrierend sein, denn man wird nicht einfach über Nacht mal eben so berühmt und reich. In den meisten Fällen steckt dahinter jahrelanges Engagement mit viel Arbeit und Herzblut, eben eine gewisse Substanz. Die muss man auch bei YT erstmal bilden und finden, und man muss denke ich auch einen Plan haben, wie man das bewerkstelligen kann. Ohne Plan hat man auch keine selbstgesteckten, erreichbaren Ziele - wenn man mal von bloßen Zahlenspielereien absieht von wegen 'ich habe so und so viele Abos/Views per Video/etc.'

    Mit storygetrieben Spielen scheint es mir als kleiner LetsPlayer eh schwieriger zu sein, auf Views und Watchtime zu kommen. Games, wo es mehr aufs Spielen an sich ankommt und man seine eigenen Abenteuer erlebt kommen da besser an, weil das bei jedem anders, als ein Spiel, wo die Regie relativ eng vorgegeben ist.

    Das ist auch mein Eindruck bisher - Storyspiele laufen bei mir extrem schlecht und liefen auch auf dem Weg zur ersten Tausend saumies, während gerade Survival und Aufbaustrategie viel geschaut werden, eben Dinge, in denen ich meinen eigenen Weg gehen kann und muss.

    Ich spreche meine Zuschauer meist mit 'ihr' an und von mir selbst als 'ich' - ab und an falle ich ins 'wir', aber das passiert eigentlich eher selten. Mir kommt es komisch vor, eine Handlung als 'wir machen' zu beschreiben, wenn eigentlich nur ich die Handelnde bin :)