Als Produzent von Let's Plays komme ich gar nicht daran vorbei mich in die Zuschauersicht zu begeben, da ich das mache, was ich selbst als Zuschauer bevorzuge. Spieleaufnahmen auf Abruf sind mir deutlich angenehmer, weil ich praktisch eh keine Zeit/Lust habe mich an eine feste Streamzeit zu binden. Das hat mich immer am Fernsehen gestört. Ich muss zu einer bestimmten Zeit am Bildschirm hocken, um nichts zu verpassen. Das ist sehr unpraktisch.
Bei den Let's Plays bin so klassisch, wie es nur geht, weil es mir so einfach am besten gefällt. Start-Stopp-Aufnahmen, keine Schnitte zwischendrin, auch keine 5.000 Zooms, keine Einblendungen von irgendetwas. Das zerstört für mich persönlich die Atmosphäre. Ich möchte ein Spiel so mit meinen Zuschauern teilen, wie ich es erlebe. Immersion ist mir dabei sehr wichtig. Wenn es lange Laufwege oder Wiederholungen oder lange Ladezeiten gibt, dann habe ich immer noch meine Stimme und kann diese Zeit füllen.
Den einzigen Vorteil, den ich beim Streamen sehe, ist die Interaktion mit dem Zuschauer. Man muss nicht lange warten, bis der Zuschauer mit einem Kommentar auf eine Situation reagieren kann. Das ist in meinen Augen aber auch ein großer Nachteil, weil dadurch die Immersion zerstört wird, wenn man sich minutenlang mit den Kommentaren beschäftigt und im Spiel praktisch nichts passiert oder nur sehr rudimentär. Für mich ist und bleibt der Star einer Aufnahme immer das Spiel. Natürlich unterstützt mit meinem Kommentar. So mag ich's einfach.