Marketing-Trend für 2019: Nano & Micro Influencer (also wir)

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    • Marketing-Trend für 2019: Nano & Micro Influencer (also wir)

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      Wenn man sich in der Online Marketing-Welt ein wenig umschaut, dann wird gerade sehr viel darüber geredet, dass die Verwendung von Nano und Micro Influencern einer DER Trends für 2019 ist:
      t3n.de/news/weniger-mehr-nanos…uencer-marketing-1130800/
      wearesquared.de/blog/die-wicht…nds-fuer-unternehmen-2019
      computerwelt.at/news/9-trends-im-influencer-marketing-2018/
      talkwalker.com/de/blog/social-media-trends

      Je nach Definition und Artikel sind Nanos/Micros ungefähr im Bereich von "weniger als 100 Follower" bis "max. 1000 Follower" anzusiedeln. Das sind also wohl der überwiegende Großteil hier im Forum. Leider wird Gaming auch noch als Nische bezeichnet, womit ich nicht ganz einverstanden bin, aber im Vergleich zu Beauty, Mode, Travel und Cooking ist das wahrscheinlich gar nicht so falsch.

      Wieso sie alle dahin gehen, ist natürlich klar: Die "Großen" sind zu teuer geworden und mittlerweile hat auch der hinterletzte Idiot kapiert, dass Bibi und Dagi Bee nicht alles aus tiefster Überzeugung machen, was auf ihrem Kanal passiert. Je weniger Follower, desto höher die Glaubwürdigkeit - entsprechende Interaktionsquoten vorausgesetzt. Leute wie ich, mit gar keinen Interaktionen auf ihren Videos dürften sich da also komplett disqualifizieren.

      Natürlich sind pure LPs nicht unbedingt der heißeste Scheiß in der Marketing-Welt und nicht für jedes Produkt/Game geeignet, aber abwegig ist es nicht, vor allem, wenn es auch in die Streaming-Ecke geht.

      Was haltet ihr davon?
      Gelegenheit, um Fuß zu fassen? Mitnehmen, was geht und danach egal? Never ever?
    • Trends lassen sich schwer vorhersagen. Normalerweise steckt man schon mittendrin, wenn man einen erkennt.

      "Influencer" sehe ich eher im Bereich Beauty; da mag das mit der Gaming-Nische schon stimmen. Ansonsten machen vor allem LPs mit am meisten Videos auf YouTube/Twitch aus.

      In der Werbung laufen auch heute noch Franz Beckenbauer und Co. herum mit ihren angeblichen Lieblingsmarken. Daher bezweifel ich, dass auf solche Lichtgestalten verzichtet wird, egal wie viel sie kosten.
      Vielleicht werden "Kleinere" zusätzlich im Internet einbezogen.
      Würde dafür jetzt niemanden brandmarken, wenn er ein solches Angebot annähme; ein kritisches Review wäre mir aber lieber als eine reine Pro-Betrachtung.
      Ein guter Tag für ein Let's Play.
    • Aus Marketingsicht schon nachvollziehbar. Zum einen ist da die angesprochene Glaubwürdigkeit kleinerer Influencer, da sie weniger glatt gebügelt sind und wegen ihrer Größe einen intensiveren Kontakt zum einzelnen Nutzer haben.
      Diese sollten aber optimalerweise eine Nische bedienen. Nicht der Gaming-Youtuber, sondern der Rennsport-Gaming-Youtuber. Nicht der Reiseblogger, sondern der Karibik-Kreuzfahrt-Blogger. Je fokusierter die Thematik, desto größer die Interaktion.

      Wobei ich denke, dass aus dem neuen Marketing-Trend dann auch wieder langfristiges werden kann, wenn funktionierende Partnerschaften dann auch pflegt. Wichtig dürfte auch bei kleinen Kanälen sein, dass sie dabei trotzdem eine professionelle Arbeitsweise haben - was auch meistens auf die thematisch engeren Influencer zutrifft. Aber ich sehe schon wie sich zahlreiche Kiddies Hoffnung machen, dass sie tolle Werbedeals bekommen.
      RimWorld Mo | Mi | Fr | So 16 Uhr
      Two Point Hospital Di | Do | Sa 16 Uhr
      My Time at Portia Mo | Mi | Fr | So 17 Uhr
      Cities: Skylines Di | Do | Sa 17 Uhr
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      In Relation gesehen, würde ich mich von sowas fernhalten. Zu solchen mitunter Placements gehört viel mehr dazu als über das Produkt zu sprechen und "Produktplatzierung" oder "Werbung" einzublenden. Der kram der verdient wird (Korrigiert mich wenn ich falsch liege) muss ja auch wieder beim Amt angegeben werden, was wieder Papierkram etc bedeutet. Für ein kleines Hobby ist mir dieser Aufwand für einen vielleicht dreistelligen Betrag zu doof, auch wenn sich diese Meinung blöd anhört.

      Davon abgesehen, müsste ich derlei Produkte dann so einbinden, dass mir das Video immer noch Spaß macht, weil einfach eine blende und sagen "Yo Leute willkommen zu Minecraft, testet mal die Arschsalbe 3000 ab, beste wo gibt" wäre mir zu blöd.
    • Warum werden Litfaßsäulen eigentlich nach wie vor als Influencer bezeichnet? Gut, womöglich aus dem gleichen Grund wieso der Hausmeister kein Hausmeister mehr ist.
      Sehe das als nicht so logisch an. Klar kann ich jemand unbekanntes Aufbauen, der ist mir dann erstmal ewig dankbar und womöglich lange sehr günstig, wenn man entsprechende Verträge anbietet und sich derjenige diesen Knebelverträgen unterwirft - was er womöglich machen wird, wenn er geil auf Klicks und "Fame" ist. Die Frage ist ob sich das wirklich lohnt, du brauchst lange um viele zu erreichen, sprich einen Trend kannst du weder platzieren noch mitgehen, somit entgehen dir Einnahmen. Da würde ich lieber etwas mehr ausgeben und direkt viele erreichen. Vielleicht eine Möglichkeit das als "Mischkalkulation" zu betreiben, man bleibt noch bei seinen braven Schäfchen, und züchtet sich eine neue Riege von "Influencern" selber heran.
    • Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Nanos eher uninteressant sind. Vor allem im Gaming-Bereich. Im Marketing willst du deine Marke voranbringen. Möglichst viel Reichweite und Markenerinnerung zu einem niedrigsten Preis. Warum soll ich dann einen kleinen nehmen?

      Die Mikros kann ich noch verstehen. Da sind häufig welche dabei, die sehr aktiv sind und sich mit dem influencer als Brand auseinandersetzen. Optimaler Anhaltspunkt für Firmen. Und die Preise sind überschaubar.

      Insgesamt sind die Trends jetzt nicht gerade neu. Immer wieder kommt es zu Skandalen oder zu Kampagnen, bei denen das gezeigte Produkt nicht zur Person zeigt und somit die Glaubwürdigkeit sich verringert. Coole Kooperationen sind das eine, aber ab einer gewissen Größe MUSS man einfach auf seine Zielgruppe achten und darf nicht blind alles annehmen. Sonst schadet man sich selbst. Leider fehlt einigen Inflencern im mittleren Größensegment die nötige unternehmerische Weitsicht oder die erforderliche Beratung, um Kooperationen richtig einzuschätzen. Nicht böse gemeint, ist ja völlig logisch, wenn man mal drüber nachdenkt. Man rutscht da meist ja eher so rein
    • Game8 schrieb:

      Warum werden Litfaßsäulen eigentlich nach wie vor als Influencer bezeichnet? Gut, womöglich aus dem gleichen Grund wieso der Hausmeister kein Hausmeister mehr ist
      Influencer heißen Influencer, weil sie Einfluss auf andere haben. Und da du immer so darüber wetterst, ist dir das wohl eigentlich auch selbst mehr als bewusst. Du musst es nicht mögen, aber akzeptieren, dass Influencer eine deutlich höhere Quote haben als Werbung über klassische Kanäle. Follower mögen meist die Personen denen sie folgen und sind entsprechend empfänglicher für deren Werbung.


      Game8 schrieb:


      Klar kann ich jemand unbekanntes Aufbauen, der ist mir dann erstmal ewig dankbar und womöglich lange sehr günstig, wenn man entsprechende Verträge anbietet und sich derjenige diesen Knebelverträgen unterwirft
      Kein Unternehmen will sich hier eigene Social Influencer aufbauen. Sie suchen kleine Kanäle, die trotzdem über eine sehr treue, weil thematisch zentrierte Zuschauerschaft verfügen und darum glaubwürdig sind. Außerdem müssen sich Influencer oft um die Werbung bewerben.
      Bei Blogfoster schreiben Unternehmen beispielsweise eine Kooperation aus. Entsprechende Influencer bewerben sich dann mit einem Konzept. Das Unternehmen kann sich dann bequem den passenden Influencer auswählen. Ohne eine gewisse Professionalität wird da vermutlich nichts laufen.

      Native Advertising ist ein schon seit langem stark wachsendes Milliardengeschäft. Es mag nicht jedem schmecken, aber es nicht wahrhaben zu wollen, bringt die Diskussion nicht weiter.
      RimWorld Mo | Mi | Fr | So 16 Uhr
      Two Point Hospital Di | Do | Sa 16 Uhr
      My Time at Portia Mo | Mi | Fr | So 17 Uhr
      Cities: Skylines Di | Do | Sa 17 Uhr
    • Game of Jones schrieb:

      Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Nanos eher uninteressant sind. Vor allem im Gaming-Bereich. Im Marketing willst du deine Marke voranbringen. Möglichst viel Reichweite und Markenerinnerung zu einem niedrigsten Preis. Warum soll ich dann einen kleinen nehmen?
      Im Nano/Micro-Bereich geht das ganz einfach: Gib ihm Dein Game umsonst und evtl. noch ein paar Goodies drauf. Wirklich Geld muss dafür gar nicht fließen (auch nicht im Sinne des Finanzamtes), da die Leute schon dankbar für die Aufmerksamkeit der Unternehmen sind. Das machst Du 30x und bist immer noch billiger weg als einige Große zu bezahlen bei gleicher Reichweite.

      Es geht ja auch nicht um Werbung im überschwelligen Sinn ("Kauft Fallout 76, denn das ist voll der oberkrasse Megahammer!"), sondern darum, das Game einfach zu behandeln, z.B. in einem normalen Let's Play, Stream oder sonstigem Format. Daraus ziehen Influencer ja ihre Glaubwürdigkeit. Und ich denke, eine Menge Leute hier würde sich einen sehr großen Keks freuen, wenn Publisher bei ihnen anklopfen und fragen, ob sie nicht das ein oder andere Game für lau bekommen, wenn dafür nur ein (beendetes) Let's Play dabei rausspringt. Bei sowas bietet man ja auch den richtigen Leuten die richtigen Spiele an. Kein Publisher würde einem Hardcore RPG-Zocker das neueste Barbie-Game andrehen wollen. Nicht zu vergessen, dass die Publisher auch Beliebtheitspunkte sammeln, wenn sie auch den Kleinen mal was geben und nicht immer den Großen, die sowieso schon genug haben.

      @sem Solche Trends sind meist selbsterfüllende Prophezeiungen. Wenn große Agenturen sagen, das wird der neue Hit in 2019, dann fühlen sich sehr viele aufgefordert, genau das zu tun. Genauso wie überall sonst auch. Zudem beruht das auch auf Umfragen bei Marketing-Entscheidern, was sie mit ihrem Budget im nächsten Jahr konkret vorhaben, bzw. wo sie mehr oder überhaupt investieren wollen. So ganz aus der Luft gegriffen ist das also nicht.
    • DaddelZeit! schrieb:

      Influencer heißen Influencer, weil sie Einfluss auf andere haben. Und da du immer so darüber wetterst, ist dir das wohl eigentlich auch selbst mehr als bewusst. Du musst es nicht mögen, aber akzeptieren, dass Influencer eine deutlich höhere Quote haben als Werbung über klassische Kanäle. Follower mögen meist die Personen denen sie folgen und sind entsprechend empfänglicher für deren Werbung.
      Die korrekte Bezeichnung wäre Werbeträger. Nimmt man aber nicht, weil sich Influencer besser verkaufen lässt. Darüber wettere ich, weil hier denen, die davon nichts verstehen (was dem Altersschnitt nach auf YouTube wohl die breite Masse ist), vorgegaukelt wird, dass diese Influencer auf irgendwen oder irgendwas Einfluss hätten (dabei müsste man den Zuschauern erklären das die Influencer nur sie beeinflussen in der Regel). Haben sie aber in der Regel nicht. Diejenigen, die wirklich ein Gewicht haben und was bewegen können, schmücken sich nicht mit dem Begriff Influencer - die werden wissen warum. Das ganze Influencer-Image wird quasi überall falsch rüber gebracht. Die Leute lesen "Social Influencer" und denken sich "Aha, die vertreten irgendeinen Standpunkt und setzen sich für irgendwas ein" - Ja, dafür das in der Regel das Taschengeld der Kids drauf geht ;) So meine Erfahrung aus Gesprächen die ich geführt habe.


      DaddelZeit! schrieb:

      Kein Unternehmen will sich hier eigene Social Influencer aufbauen. Sie suchen kleine Kanäle, die trotzdem über eine sehr treue, weil thematisch zentrierte Zuschauerschaft verfügen und darum glaubwürdig sind. Außerdem müssen sich Influencer oft um die Werbung bewerben.
      Bei Blogfoster schreiben Unternehmen beispielsweise eine Kooperation aus. Entsprechende Influencer bewerben sich dann mit einem Konzept. Das Unternehmen kann sich dann bequem den passenden Influencer auswählen. Ohne eine gewisse Professionalität wird da vermutlich nichts laufen.

      Native Advertising ist ein schon seit langem stark wachsendes Milliardengeschäft. Es mag nicht jedem schmecken, aber es nicht wahrhaben zu wollen, bringt die Diskussion nicht weiter.
      Wieso nicht wahrhaben wollen? Davon war nie die Rede, ich habe nur die Strategie in Frage gestellt. Natürlich wollen die Unternehmen sich ihre Influencer aufbauen, im kleinen wie im großen. Mache ich auch mit meinem, ich versuche meine Werbepartner und Werbeträger langfristig zu binden, erhöht die Glaubwürdigkeit und Akzeptanz. Da kommen wir dann in den Bereich der Markenbotschafter. Wenn ich als Unternehmen sehe, jemand bringt mir einen guten Schnitt ein, dann möchte ich den behalten und das ggf. ausbauen. Was anderes passiert doch hier nicht. Leute bewerben sich, bekommen den Zuschlag und man schaut ob es fruchtet. Das Risiko ist für die Unternehmen die werben wollen unfassbar gering, was besseres kann dir kaum passieren - vor allem wenn du dann mit wenig Aufwand auch noch Profit erzielst. Wenn du als Unternehmen früh so jemanden findest, kannst du ihn günstig unter Vertrag nehmen.
      Und das fängt mit banalen Kleinigkeiten an, wie mal Sachen für ein Gewinnspiel, hier ein Spielchen, da eine Collectors Edition.

      Von nicht wahrhaben wollen kann also nicht die Rede sein, woher du das nun hast musst du mir mal erklären.

      PS: In den Artikeln wird auch übrigens schön beleuchtet, dass es primär darum geht den POI zu finden. Man verkauft es halt irgendwie nett an die Interessenten, aber letztlich wollen sie alle Geld verdienen, und wenn das nicht klappt, kommt da auch nichts bei rum. Weshalb ich wette, dass ein überwiegender Großteil der Kanäle hier im Forum für solche Programme einfach nicht geeignet ist. Es ist für Unternehmen halt praktisch, du kannst mit überschaubarem Aufwand neue Partner gewinnen, du lässt quasi die Akquise von denen erledigen, die sowieso zu dir wollen. Win Win.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Game8 ()